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26.12.2018

16:27

Kommentar

Warum Nervosität zur Zeit die falsche Börsen-Tugend ist

Von: Frank Matthias Drost

Trotz der teilweise kräftig gesunkenen Kurse sollten Anleger derzeit abwarten. Die Turbulenzen könnten sich schließlich im neuen Jahr fortsetzen.

Der amerikanische Aktienmarkt geriet zuletzt in Turbulenzen. dpa

Wall-Street-Broker

Der amerikanische Aktienmarkt geriet zuletzt in Turbulenzen.

Unsicherheit ist immer Gift für Anleger. Und wenn die Unsicherheit grassiert und die Leitbörse in den USA in die Knie zwingt, bedeutet das in der Regel nichts Gutes für den Dax. Zwar fällt der Handel in den letzten Tagen vor dem Jahreswechsel meist mager aus, schließlich sind die Bücher nahezu geschlossen, viele Trader in Urlaub.

Doch angesichts der Marktturbulenzen dürfte die Versuchung für einige Händler groß sein, Positionen glatt zu streichen, sprich: sich von Aktien zu trennen. Für private Investoren bedeutet das: in Deckung gehen und abwarten, wohin die Reise geht. Der richtige Zeitpunkt zum Wiedereinstieg in den Aktienmarkt ist noch nicht gekommen.

Die vergangenen Tage waren nichts für schwache Nerven. Der Dow Jones sackte am Montag um fast drei Prozent ab. Damit beläuft sich das Minus in den vergangenen drei Monaten auf rund 17 Prozent.

Der jüngste Kursrutsch hat verschiedene Ursachen. Im Etatstreit zwischen US-Präsident Donald Trump und den Demokraten ist keine Einigung in Sicht, was die Regierung lähmt, da nur eingeschränkt Ausgaben getätigt werden können.

Ferner hält Trump mit seiner Unzufriedenheit über die Zinserhöhungen der US-Zentralbank Fed nicht hinterm Berg, was bereits zu Spekulationen führte, er könne Fed-Chef Jerome Powell ablösen.

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Die Enttäuschung von Trump über Powell wächst, jetzt soll er eine Ablösung des Notenbank-Chefs diskutiert haben. An diesem perlt die Kritik aber ab.

Unabhängig davon, dass nicht klar ist, ob Trumps Kompetenzen das zuließen: Es ist eine höchst ungewöhnliche Diskussion, die da über die US-Notenbank geführt wird, eine Institution, die unabhängig ihre Entscheidungen treffen soll und nicht nach politischer Opportunität.

Zudem haben die Krisengespräche von US-Finanzminister Steven Mnuchin mit den sechs größten US-Banken wohl Anleger eher verunsichert denn beruhigt. Es drängte sich der Eindruck auf, Mnuchin wisse etwas, was die Märkte noch nicht wissen.

Trump hat sich die positive Entwicklung der Aktienkurse seit seinem Amtsantritt immer selbst auf die Fahnen geschrieben. Der anhaltende Kursrutsch ist seinen Anhängern da schwer vermittelbar.

Auf der Suche nach Sündenböcken hielt er am Dienstag kurz mal inne und versicherte seinen Landsleuten, das aktuelle Kursniveau sei eine „riesige Chance“, Aktien zu kaufen. Er habe großes Vertrauen in US-Unternehmen.

Dabei sind viele Probleme ungelöst. Das weltweite Wachstum könnte sich abschwächen, wenn sich die USA und China nicht auf eine Lösung des schwelenden Handelskonflikts verständigen.

Eine Einigung setzt die Einsicht Trumps voraus, dass seine „America first“-Strategie erhebliches Rückschlagpotenzial aufweist. Ein Scheitern der Gespräche mit China würde sich negativ auf die US-Unternehmen auswirken. Da mag Trump noch so viel von Vertrauen reden.

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