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24.05.2022

11:45

Kommentar

Wenn die Bahn bei der Klimarettung helfen soll, muss das Schienen-Chaos aufgeräumt werden

Von: Jens Koenen

Der Ausbau der Schiene ist wichtig. Doch die Dauerbaustelle Bahn verschreckt Kunden. Mehr Ehrlichkeit ist nötig – und erkennbarer Änderungswille.

Immer häufiger fallen Züge aus oder verspäten sich, weil es eine Störung gibt oder Baustellen den Verkehr behindern. Das sorgt im Güter- wie im Personenverkehr für wachsenden Frust. imago images/Reichwein

Wachsende Probleme im Bahnverkehr

Immer häufiger fallen Züge aus oder verspäten sich, weil es eine Störung gibt oder Baustellen den Verkehr behindern. Das sorgt im Güter- wie im Personenverkehr für wachsenden Frust.

Deutschlands Schienennetz befindet sich in einem desolaten Zustand. Güterzüge müssen reihenweise stehen bleiben, da es zu wenig Platz auf den Gleisen für sie gibt. Im Fernverkehr liegt die Pünktlichkeit bei weniger als 70 Prozent und damit so niedrig wie zuletzt 2015. Besserung ist nicht in Sicht. Die großen Baustellen kommen in diesem Jahr erst noch, viele weitere sind bereits in der Planung.

Jedem war klar, es würde ein Mammutprojekt, die Bahn zu ertüchtigen, entscheidenden Anteil an der Verkehrswende zu tragen. Doch was derzeit geschieht, hat das Potenzial, dieses Ziel sogar zu konterkarieren. Der Ausbau der Schiene ist sicherlich richtig, doch wenn auf dem Weg zu einer leistungsfähigen Bahn-Infrastruktur die Kunden – seien es die Unternehmen im Güterverkehr oder die Reisenden in den Personenzügen – dem System völlig entnervt den Rücken kehren, gewinnt niemand etwas. Auch nicht das Klima. Zwei Dinge sind jetzt nötig:

Zum einen braucht es mehr Ehrlichkeit. Politik und auch der Staatskonzern tun seit Monaten so, als werde alles schon irgendwie funktionieren. Zweifel am ehrgeizigen Zeitplan, bis 2030 die Großstädte mit einem Deutschlandtakt stündlich im Fernverkehr anzubinden, gibt es nicht.

Dabei ist längst klar, dass der Plan so nie realisiert werden kann. Dazu reicht schon der Blick auf das Megaprojekt der Digitalisierung von Infrastruktur und Zügen. Beim aktuellen Tempo wird es noch Jahrzehnte dauern, bis diese steht. Ohne Digitalisierung ist es aber nicht möglich, mehr Züge auf dem Netz fahren zu lassen.

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    Zum anderen braucht es jetzt ein beherztes Krisenmanagement. Weder der Bund als Eigentümer der Deutschen Bahn noch das Topmanagement des Staatskonzerns können in diesem Punkt bisher überzeugen. „Weiter so“ scheint vielmehr das Motto zu sein.

    Um es mal in der Bahn-Sprache zu sagen: Bei den Kunden stehen aktuell alle Signale auf Rot. Es ist höchste Zeit, wieder für freie Fahrt zu sorgen.

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