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04.11.2019

15:29

Kommentar

Wie der Wissenstransfer zwischen Hochschulen und Wirtschaft gelingt

Von: Barbara Gillmann

Hochschulen brauchen Hilfe und sanften Druck, um mehr mit der Wirtschaft zu kooperieren. Nur so kann der Wissenstransfer gelingen.

Der Austausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft funktioniert nicht so, wie er sollte. Jede dritte Hochschule hat keine Instrumente, um den Transfer anzukurbeln dpa

Hörsaal

Der Austausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft funktioniert nicht so, wie er sollte. Jede dritte Hochschule hat keine Instrumente, um den Transfer anzukurbeln

Das World Economic Forum hat Deutschland zwar unlängst den Spitzenplatz in Innovationsfähigkeit bescheinigt. Dennoch gibt es Grund zur Sorge: Der Anteil innovativer Unternehmen ist deutlich gesunken, und bei der Digitalisierung hinken wir meilenweit hinterer.

Das liegt auch daran, dass der Austausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft nicht so funktioniert, wie er sollte. Jede dritte Hochschule hat keine Instrumente, um den Transfer anzukurbeln. Nur jeder 100. Mitarbeiter in ihrer Verwaltung beschäftigt sich damit, berichtet der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft.

Ganz offensichtlich mangelt es den Hochschulen an Ressourcen und an Anreizen, mehr Wissen in die Welt außerhalb der Alma Mater zu bringen. Bund und Länder sollten daher Fördergelder zum Teil an Transfererfolge koppeln.

Und sie sollten Hilfestellung leisten: Vor allem kleinere Unis und Fachhochschulen tun sich offenbar schwer, Transfer institutionell zu organisieren, und fühlen sich beim Schutz ihres geistigen Eigentums unterlegen.
Die Politik könnte entweder Netze etablieren, in denen sich Hochschulen gegenseitig unterstützen, Musterverträge entwerfen und Rechte verwerten.

Oder sie ringt sich zu einer nationalen Organisation durch – einer Transfergemeinschaft, die als Pendant zur Deutschen Forschungsgemeinschaft den Transfer massiv fördert. Länder wie die Schweiz, Österreich, Schweden oder Großbritannien haben eine solche Institution bereits.

Den ersten Schritt könnte die Große Koalition aber schon ganz zügig realisieren, indem sie endlich die bereits vereinbarte steuerliche Forschungsförderung auf den Weg bringt. Erst wurde das Vorhaben von Legislatur zu Legislatur verschoben, nun hängt es im Parlament fest. Die Endfassung muss auf jeden Fall auch solche Betriebe begünstigen, die Forschungsaufträge an Hochschulen und andere Institute vergeben. Das würde den Transfer der Ideen in die Wirtschaft bereits erheblich beleben.

Mehr: Deutschen Hochschulen fehlt Personal und Knowhow, um neue Ideen in die Wirtschaft zu tragen. Immerhin haben sie 2018 rund 750 Professoren für Digitalisierung angeheuert.

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