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10.09.2019

11:39

Kommentar zur FDP

Wolfgang Kubicki ist Lindners ganz persönliches Ü60-Problem

Von: Thomas Sigmund

Mit Wolfgang Kubicki attackiert einer seiner bedeutendsten Stellvertreter Parteichef Lindner. Die beiden sollten sich besinnen und ihren Männerbund erneuern.

FDP-Vize Kubicki ist Lindners ganz persönliches Ü60-Problem dpa

Wolfgang Kubicki

Es ist nicht das erste Mal, dass sich Kubicki den Parteichef auflehnt.

Berlin Nach den verlorenen Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen hatte Christian Lindner eine Erkenntnis: Seine Partei habe ein Ü60-Problem. Die große Wählerschicht der über 60-Jährigen fühle sich zu den Liberalen nicht mehr hingezogen. In Wahrheit hat der FDP-Vorsitzende noch ein ganz anderes Ü60-Problem: nämlich seinen Stellvertreter Wolfgang Kubicki, der gerade die gesamte FDP-Strategie als zu „modernistisch“ , „zu bunt zu knallig“ in die Tonne getreten hat.

Seit dem Wahlabend in Ostdeutschland schaukeln sich die beiden Kontrahenten wieder hoch. Kubicki fragte provokant, wie es sein könne, dass die Liberalen plötzlich so viele ältere Wähler verlören. Wieder ein Angriff auf den hippen, modernen Herrn Lindner, wie viele meinten. In kleiner Runde erzählt Kubicki auch gern mal, dass etwa die Älteren aus der Wirtschaft lieber mit ihm als mit dem jungen Parteichef ein Bier trinken würden.

Sein ganzes politisches Leben war Wolfgang Kubickis Geschäftsmodell immer nur Wolfgang Kubicki. Lange Zeit galt er als Enfant terrible aus Schleswig-Holstein, der sich gerne auf Kosten der Bundespartei profilierte. In den Jahren, in denen die FDP nicht mehr im Bundestag saß, bewies der 67-jährige Rechtsanwalt schließlich eine außerordentliche Disziplin und bildete mit Lindner ein erfolgreiches Tandem.

Diese Zusammenarbeit ist allerdings schon lange vorbei. Was man dem Polithasardeur aus Kiel zugute halten kann: Er ist der einzige, der angstfrei auch öffentlich dem Parteivorsitzenden die Stirn bietet. Aber jetzt droht ein Rückfall in alte Zeiten, als die FDP noch als Intrigantenstadl galt. Dieses Image konnte Lindner umdrehen, die Partei trat jahrelang geschlossen auf. Doch jetzt bleiben die Erfolgserlebnisse aus, und in der Partei geht die Angst um, wieder in der Bedeutungslosigkeit anzukommen.

In der Vergangenheit konnte Lindner Kritik immer damit abwiegeln, sie komme ja nur von Politrentnern wie dem früheren Bundesinnenminister Gerhart Baum. Jetzt kommt die Attacke erstmals von seinem bedeutendsten Stellvertreter.

Es ist übrigens nicht das erste mal, dass Kubicki gegen seinen Parteichef aufbegehrt. Vor zwei Jahren wollte er schon die Russland-Sanktionen lockern. Lindner musste sein gesamtes politisches Gewicht aufwenden, um diesen Vorstoß abzuwehren.

Beide erzählen aber auch gerne die Legende von ihrem Männerbund. Am Abend der Bundestagswahl 2013, als die FDP aus dem Bundestag flog, sollen sich beide an einer Berliner Hotelbar geschworen haben, sich gegenseitig den Rücken freizuhalten und die Partei wieder aufzubauen. Es scheint an der Zeit zu sein, nochmal die „Times Bar“ im Savoy Hotel aufzusuchen und eine Friedenszigarre zu rauchen.

Kommentare (1)

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Herr Werner Mocke

10.09.2019, 14:00 Uhr

Lindner soll mal seine Frauen aufwerten, nach vorn schicken, die können was reißen. Ich habe Frau Teuteberg meine Stimme gegeben. Leider fehlten dreizehntel glaube ich. Trotzdem nicht verzagen, der Osten braucht eine starke liberale und freiheitliche Partei. Die Werbung war m.E. tatsächlich etwas zu bunt. Etwas mehr blau wäre gut.

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