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14.07.2022

12:01

Leserdebatte

Energiesparen in der Gaskrise: Handelsblatt-Leser verraten ihre besten Tricks

Sehen sie sich überhaupt in der Verantwortung oder sollte die Politik Lösungen finden? Darüber debattiert die Handelsblatt-Leserschaft. Lesen Sie hier eine Auswahl der Kommentare.

Energieversorgung: Gaszähler dpa

Gaszähler

Angesichts steigender Gaspreise versuchen viele, ihren Energieverbrauch zu senken.

Angesichts der angespannten Versorgungslage beim Gas rief Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck auch die Bürger zum Energiesparen auf. Ein Appell, der auch den ein oder anderen Handelsblatt-Leser erreicht hat.

So fahren manche vermehrt mit dem Fahrrad. Ein Leser berichtet zusätzlich, dass er, wenn er das Auto dann doch mal nutzt, mittlerweile langsamer fährt, um konsequent Sprit zu sparen. Andere Handelsblatt-Leser wollen beim Heizen weg vom Gas. So schreibt ein Leser: „Meine 14 Festmeter Holz mögen für den kommenden Winter reichen.“ Einige andere würden gern auf eine Wärmepumpe wechseln. Doch das ist nicht so einfach, wie ein Leser berichtet: „Leider stehen Wärmepumpen zurzeit nicht zur Verfügung, ebenso die Handwerker.“

Doch nicht jeder Leser sieht die Verantwortung bei der Bevölkerung: „Natürlich liegen die Probleme in den Händen der Politik, denn die Gaskrise ist ohne Not durch Fehlentscheidungen der Politik entstanden“, schreibt etwa ein Leser. „Auch möchte ich nicht mit ‚guten‘ Ratschlägen seitens der Politiker versorgt werden“, berichtet eine andere Leserin.

Aus den unterschiedlichen Zuschriften der Handelsblatt-Leserschaft haben wir hier für Sie eine Auswahl zusammengestellt:

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    Unser Beitrag zur Bekämpfung der Gaskrise

    „Schon Ende 2021 hatten wir entschieden, die Gasheizung durch eine Wärmepumpe-Anlage zu ersetzen, die sich zuschaltet, wenn die vorhandene Solaranlage nicht genügend Wärme bringt. Die Anlage ist bestellt, wird noch dieses Jahr in Betrieb gehen.

    Seit Monaten habe ich das Gas abgestellt. Warmwasser gibt‘s nur mit Sonnenenergie. Das ist unser Beitrag zur Bekämpfung der Gaskrise.“
    Franz A. Roski

    Ich denke verstärkt in allen Bereichen ans Energiesparen

    „Ich denke, die meisten von uns können problemlos 15 Prozent ihres Energieverbrauchs einsparen. Folgende Maßnahmen habe ich getroffen:

    • Ich nutze möglichst selten das Auto und fahre noch mehr Fahrrad.
    • Wenn ich das Auto nutze, fahre ich mittlerweile langsam, spare konsequent Sprit speziell auf langen Autobahnfahrten.
    • Ich habe die Raumtemperatur heruntergeregelt.
    • Ich verbrauche weniger Wasser … vor allem weniger Warmwasser, indem ich zum Beispiel bei den Mischarmaturen den Hebel auf Kaltwasser stehen habe.
    • Ich schalte seltener das Licht ein und nutze mehr die LED-Technik.

    Grundsätzlich denke ich verstärkt in allen Bereichen ans Energiesparen.“
    Henrik Dörrig

    Am Ende ist es eine Break-even-Analyse

    „In der Tat ziehe ich in Erwägung, von Gas auf eine Wärmepumpe umzusteigen ... Am Ende ist es eine Break-even-Analyse, welche sicherlich nicht nur von objektiven Beweggründen getrieben ist (Strom ist das Letzte, was nicht mehr fließt und irgendwann vielleicht sogar tatsächlich nur grün ist!?) ... Wer weiß das schon?

    Ja ... und ‚Holz vor der Hütte‘ habe ich auch ... aber nicht erst seit wenigen Monaten.“
    Gregor Wies

    Mit allem, was wir haben, Energie herbeischaffen

    „Natürlich liegen die Probleme in den Händen der Politik, denn die Gaskrise ist ohne Not durch Fehlentscheidungen der Politik entstanden. Wenn ich nur daran denke, wie die Backen aufgeblasen wurden und man mit Gasembargo drohen wollte, schüttele ich mich jetzt noch! Auch das Rumeiern um die Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke ist völlig daneben. Wir müssen mit allem, was wir haben, Energie herbeischaffen, sonst geht hier nicht nur das Licht aus. Punkt!“
    Thomas Staggemeier

    >> Lesen Sie dazu: Wohnungen oder Industrie? So polarisiert Habecks Vorstoß zur Gasverteilung

    Ein elektrisches Heizöfchen für den Notfall

    „Wir haben für den Notfall ein elektrisches Heizöfchen gekauft. Ansonsten unterstützen wir die Forderung der Linkspartei (und der Libertären in den USA), diese unsinnigen Sanktionen endlich zu beenden.“
    Rainer Kromarek

    Mein Beitrag zum Energiesparen? Leider nichts!

    „Ich wollte mit meiner Familie durch den Abriss und Neubau unseres alten Hauses in diesem Jahr die alte Ölheizung durch eine effiziente Wärmepumpe und eine PV-Anlage ersetzen. Unsere fast fertigen Planungen sind leider aufgrund der Aussetzung der Effizienzhausförderung durch Herrn Habeck und Herrn Lindner gescheitert. Die verbleibende Förderung durch das Qualitätssiegel nachhaltiges Bauen ist für mich als Bauherren nicht mehr durchschaubar und durch die unkonkreten Vorgaben, die ständigen Änderungen sowie die Notwendigkeit der Hinzuziehung weiterer sogenannter Experten viel zu kompliziert. Zudem laufen uns nun inflationsbedingt die Kosten und die Kreditzinsen davon.

    Insofern ist mein Beitrag zum Energiesparen leider: nichts.“
    Thomas Pohl

    Von vollen Waschmaschinen bis zu Balkon-Panels

    „1. Wir haben ein Elektroauto bestellt (wir warten schon seit Januar), wollen eine Wärmepumpe haben (stockt noch wegen der überlasteten Energieberatung) und werden Balkon-Panels bestellen (gibt es aber grad nicht).
    2. Die Heizung wird um ein Grad im Herbst runtergedreht.
    3. Es werden nur volle Waschmaschinen gewaschen.
    4. Kurze Strecken im Ort fahren wir mit Rad (Motorrad oder Fahrrad).
    5. Busfahren auf dem flachen Land ist wegen der Taktzeiten eine heftigere Zumutung als alles andere.“
    Christiane Eckardt

    Grafik

    Keine „guten“ Ratschläge seitens der Politiker

    „Meiner Meinung nach liegt unser Gasmangel in den Händen der Politiker. Was wir mit unseren Sanktionen gegen Russland und der Stilllegung von Nord Stream 2 erreicht haben, ist seit Langem zu beobachten. Unsere Probleme sind hausgemacht. 

    Politiker wurden dafür gewählt und werden dafür bezahlt, Schaden von den Bürgern fernzuhalten, und nicht, um den Bürger arm zu machen. Auch möchte ich nicht mit ‚guten‘ Ratschlägen seitens der Politiker versorgt werden. Jeder Bürger ist für sich selber verantwortlich und tut vermutlich alles, um Energie zu sparen.

    Herr Habeck, Frau Baerbock und Herr Scholz werden sich nicht in eine Turnhalle setzen, weil sie frieren und ihre Rechnung nicht bezahlen können. Wasser zu predigen und Wein zu trinken ist ebenso falsch, wie alles auf den Krieg zwischen Russland und der Ukraine zu schieben.

    Was ich vermisse, ist: Was tut die Politik, um einen Gasmangel zu verhindern? Wir haben in Deutschland alle Möglichkeiten zu einer vernünftigen Energiepolitik. Ideologie und Realität passen nun mal nicht immer zusammen!“
    Cornelia Brink 

    Im Winter auf die Kanarischen Inseln entfliehen

    „Unsere Nachbarn fliegen im Winter immer auf die Kanarischen Inseln, im Winter 2022/2023 bleiben sie länger dort. Die beste Einsparung ist eine Heizung im Notbetrieb. Die Verlängerung ihres Urlaubs finanzieren beide teils mit den zusammen 600 Euro aus dem Energiezuschuss.
    Jetzt warte ich schon auf die Werbung der Tourismusbranche und der Billigflieger in gleicher Sache.“
    Johannes Kleinschnittger

    Um gewappnet zu sein, wenn mich die Realität einholt

    „‚Den Letzten beißen die Hunde‘, sagt ein deutsches Sprichwort – ‚Wir versuchen, mit weniger Wasser auch die letzte Wiese zu bewässern‘, murmeln die Politiker, wenn sie von Energie sprechen und die Bürger meinen.

    Meine 14 Festmeter Holz mögen für den kommenden Winter reichen – aber spätestens 2025 muss ich meinen guten alten Holzofen ausmustern, weil er dann der Feinstaubverordnung nicht mehr genügt.

    Ist eine mindestens fünfstellige, langfristige Investition in zukunftsträchtige Heizanlagen realistisch einzuschätzen, wenn ich die Risiken aus Inflation, Lieferverzögerungen, Pandemie und Ukrainekrieg dagegensetze? Ich übe mich bereits in ungewohnten Maßnahmen zur Einsparung von Geld, Wasser und Energie, um gewappnet zu sein, wenn mich die Realität einholt …“
    Achim Landherr

    Warmwasser steht nicht mehr rund um die Uhr zur Verfügung

    „Wir haben den Gasverbrauch eingeschränkt. Warmwasser steht nicht mehr rund um die Uhr zur Verfügung. Wir planen ein Hybridsystem: Wärmepumpe plus Gas. Leider stehen Wärmepumpen zurzeit nicht zur Verfügung, ebenso die Handwerker. Wie bei der Solarindustrie werden unsere Politiker darauf hinarbeiten, dass die Technologie von China übernommen wird.“
    Hartmut Kuhn

    Die Bevölkerung kann fast gar nichts machen

    „Die Bevölkerung kann fast gar nichts machen. Vielleicht ein klein wenig sparen. Da aber keiner verzichten will, kein Mensch frieren oder den Strom reduzieren will, indem er seine elektrischen Geräte (TV, PC, Smartphone, Waschmaschine etc.) nicht mehr nutzt, wird das den Energieverbrauch und die Preise wenig senken.

    Auch das ‚Rumdoktern‘ der Regierung an den Symptomen der Inflation, wie Benzinpreisrabatt, Bonuszahlungen an einzelne Bevölkerungsschichten und vieles mehr, kostet nur unnütz Geld und bringt nichts. Man muss die Inflation bekämpfen, und das ist das Einzige, was man leider nicht tut, da die EZB, aber auch unsere Regierung Angst davor hat, Europas Staaten in finanzielle Schwierigkeiten zu bringen. “
    Jürgen Wachholz

    Die Heizung ist natürlich längst ausgeschaltet

    „Die Heizung ist natürlich längst ausgeschaltet. Warmes Wasser produzieren Sonnenkollektoren. Zero Gasverbrauch und zero Emissionen von Ostern bis in den Herbst hilft dem Klima, ist gut machbar und natürlich viel besser als kein Gas im Winter. Ich hoffe, das hilft, die Gasspeicher zu füllen und bei 19 Grad Raumtemperatur zu überwintern.“
    Johannes L. Grondinger von Steinsdorff

    Wenn Sie sich zu diesem Thema im Handelsblatt zu Wort melden möchten, schreiben Sie uns einen Kommentar, entweder per E-Mail an [email protected] oder auf Instagram unter @handelsblatt.

    Mehr: Ideen zur Abmilderung der hohen Inflation gibt es viele. Die Handelsblatt-Leserschaft hat in der vergangenen Woche debattiert, welche am sinnvollsten sind und warum.

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