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08.09.2022

10:22

Leserdebatte

Wie stehen Handelsblatt-Leserinnen und -Leser zu Liz Truss?

Trauen Sie der neuen britischen Premierministerin einen besseren Job zu als ihrem Vorgänger Boris Johnson? Das lesen Sie hier in einer Auswahl der Kommentare.

Liz Truss, neue Premierministerin von Großbritannien, hält ihre erste Rede vor der 10 Downing Street. dpa

Regierungswechsel in Großbritannien

Liz Truss, neue Premierministerin von Großbritannien, hält ihre erste Rede vor der 10 Downing Street.

„Wir können das schaffen“, sagte Liz Truss in ihrer Antrittsrede als neue britische Premierministerin. Damit bezog sie sich auf die wohl größte Krise des Landes seit etwa 50 Jahren. „Ich werde dafür sorgen, dass Großbritannien wieder funktioniert“, versprach sie.

Das Vereinigte Königreich sieht sich derzeit unter anderem mit einer hohen Inflation, steigenden Lebenshaltungs- und Energiekosten, einem kriselnden Gesundheitssystem und dem Dauerstreit mit der EU über den Brexit konfrontiert.

Diese Probleme will Truss mit einem Drei-Punkte-Plan angehen: Sie will das Wirtschaftswachstum antreiben, die Steuern senken und Reformen durchsetzen. Mehr Details nannte sie in ihrer Antrittsrede jedoch nicht. Zudem ist noch unklar, wie sie Entlastungen finanzieren und gleichzeitig die Steuern senken will.

Auch Handelsblatt-Leserinnen und -Leser sind skeptisch, ob Großbritannien unter Truss nun zur Ruhe kommt. Ihr Vorgänger Boris Johnson hatte nach verschiedenen Skandalen sein Amt niedergelegt. Zudem traten während seiner Amtszeit zahlreiche prominente Kabinettsmitglieder zurück.

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    Ein Leser glaubt daher, dass das Kaspertheater weitergehen wird: „Bye-bye UK…“ Eine andere Leserin schreibt: „Ich sehe nicht, dass Großbritannien mit Liz Truss zur Ruhe kommen wird. Im Gegenteil.“ Die angekündigten Steuersenkungen als Allheilmittel für die galoppierende Inflation würden in erster Linie die Stammklientel der Tories und andere Vermögende bedienen, meint sie weiter. Die Inflation und die Armut werde diese Maßnahme hingegen nicht bekämpfen können.

    Darüber hinaus bemerkt eine Leserin, dass Truss dafür bekannt ist, ihr Fähnchen auch gern nach dem Wind zu hängen. So sei sie zunächst gegen den Brexit, nun aber eine „glühende Befürworterin“. Ob das perspektivisch gut für Großbritannien sei, hält die Leserin für fraglich.

    Zudem befürchtet ein Leser, dass sich die Beziehung zur EU noch weiter verschlechtern wird. Truss will das Nordirland-Protokoll des Brexit-Vertrags mit der EU wohl aussetzen. Dieses regelt den Handel zwischen Großbritannien und Nordirland und beinhaltet auch Zollkontrollen. Genau diese möchte wohl Truss vermeiden. „Die EU und das Vereinigte Königreich werden deshalb meiner Einschätzung nach in einigen Monaten einen Handelskrieg gegeneinander führen“, schreibt der Leser. „Eine Kopie der ‚eisernen Lady‘ wäre weder für ‚little Britain‘ noch für die EU wünschenswert beziehungsweise segensreich“, findet ein anderer Leser.

    Aus den Zuschriften der Handelsblatt-Leserschaft haben wir hier für Sie eine Auswahl zusammengestellt.

    Großbritannien wird nicht zur Ruhe kommen

    „Ich sehe nicht, dass Großbritannien mit Liz Truss zur Ruhe kommen wird. Im Gegenteil. 

    Die angekündigten Steuersenkungen als Allheilmittel für die galoppierende Inflation bedient in erster Linie die Stammklientel der Tories und andere Vermögende.

    Die zunehmende Armut in Großbritannien und die gewaltige Inflation wird das eher nicht bekämpfen.“
    Daniela Benker 

    Grafik

    The evil of two lessers

    „Hier in Irland habe ich ein lustiges Label zu Liz Truss aufgeschnappt: ‚The evil of two lessers.‘“
    Claus Riepe

    Das Fähnchen nach dem Wind hängen

    „Die neue britische Premierministerin sprach nach ihrer Wahl in den höchsten Tönen von den Leistungen des ausgeschiedenen Premierministers. Wenn sie dessen Kurs fortsetzt, wird sie wohl nicht lange im Amt bleiben.

    Allerdings ist sie dafür bekannt, ihr Fähnchen auch gern nach dem Wind zu hängen, zum Beispiel von einer Brexit-Gegnerin zur ‚glühenden‘ Befürworterin.

    Ob das perspektivisch gut ist für das Land, die Tories oder sie selbst, halte ich für mehr als fraglich. Die ‚Eiserne Lady‘ wird sich im Grab umdrehen ob des Vergleiches.“
    Beatrix Wieczorek

    Nicht segensreich

    „Eine Kopie der ‚Eisernen Lady‘ wäre weder für ‚little Britain‘ noch für die EU wünschenswert beziehungsweise segensreich.“
    Robert Beck 

    Bye-bye UK

    „Das Kaspertheater geht weiter. Bye-bye UK ... Aber sinnvoller als der Versuch, es besser zu machen, so hoffe ich auf die Wähler bei der kommenden Wahl.“
    Manfred Ostertag

    Der Niedergang Großbritanniens wird sich fortsetzen

    „Liz Truss ist opportunistisch, aber zurzeit verfolgt sie mit Nachdruck die Linie der Konservativen. Sie ist eine Gegnerin der EU und sagt, man brauche jetzt keine Diplomaten. Folglich ist ihre Ansprache aggressiv, hart und hochemotional.

    Sie ist gegen die Zollgrenze zwischen Großbritannien und Nordirland. Die EU und das Vereinigte Königreich werden deshalb meiner Einschätzung nach in einigen Monaten einen Handelskrieg gegeneinander führen.

    Der Typ Frau wie Ursula von der Leyen und Liz Truss erweckt den Anschein von Feuer und Wasser. Von Truss ist nicht bekannt, wofür sie steht. Das bringt Großbritannien in eine schwierige Lage. Unter ihr wird sich also vermutlich der weitere Niedergang Großbritanniens fortsetzen.“
    Michael Nowak

    Weder „Iron“ noch „Lady“

    „Ich habe bei der oben genannten Dame bisher weder ‚Iron‘ noch ‚Lady‘ entdeckt, aber ich bin kein Brite.

    Nun ja, nach Donald Trump, Recep Tayyip Erdogan, Boris Johnson und vielen anderen selbst ernannten männlichen Welt-und-sich-selbst-Rettern sagt mir mein Sinn für Gendergerechtigkeit, dass jetzt die Damen an der Reihe sind.

    Großbritannien ist immer gern Vorreiter, und die Italiener stehen auch ungern hintenan.“
    Peter Becke

    Charakter und echte Überzeugung sehen anders aus

    „Erst gegen den Brexit, dann begeistert dafür? Das klingt nicht nach Charakter und echter Überzeugung.

    Eiserne Lady? Sie war keine Freundin der Deutschen und der EU, aber sie war wenigstens konsequent.“
    Wolfgang Rückert

    Wenn Sie sich zu diesem Thema im Handelsblatt zu Wort melden möchten, schreiben Sie uns einen Kommentar, entweder per E-Mail an [email protected] oder auf Instagram unter @handelsblatt.

    Mehr: In der vergangenen Woche debattierte die Handelsblatt-Leserschaft darüber, welche weiteren Entlastungen sinnvoll wären.

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