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17.02.2022

11:58

Omikronwelle

Leserdebatte: Kommen die Corona-Lockerungen zur richtigen Zeit?

Bis zum 20. März sollen alle einschneidenden Coronamaßnahmen aufgehoben werden. Ob das der richtige Weg und der richtige Zeitpunkt ist, darüber debattiert die Handelsblatt-Leserschaft.

Ab dem 4. März sollen Diskotheken und Klubs für Genesene und Geimpfte mit tagesaktuellem Test oder mit dritter Impfung (2G plus) geöffnet werden. imago images/Shotshop

Tanzen in der Menge

Ab dem 4. März sollen Diskotheken und Klubs für Genesene und Geimpfte mit tagesaktuellem Test oder mit dritter Impfung (2G plus) geöffnet werden.

Der Scheitelpunkt der Omikron-Welle sei wohl mittlerweile erreichte, sagte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) nach dem Bund-Länder-Gipfel am Mittwoch. Tatsächlich war die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz zuletzt rückläufig.

Entsprechend berieten Scholz und die Ministerpräsidenten am Mittwoch über erste Lockerungen der Corona-Beschränkungen. Nun sollen die Corona-Schutzmaßnahmen in einem Stufenplan bis zum 20. März weitgehend wegfallen. So sollen sich etwa Geimpfte und Genesene bei privaten Zusammenkünften wieder mit mehr Menschen treffen können.

Wir haben in dieser Woche auch die Handelsblatt-Leserschaft danach gefragt, ob sie die Zeit für Lockerungen gekommen sieht oder diese verfrüht fände. Tatsächlich zeigt sich in den Zuschriften der Handelsblatt-Leserinnen und -Leser ein gemischtes Bild. So finden sich einige Zuschriften mit Forderungen wie „alle Corona-Einschränkungen sofort aufzuheben“. Oder: „Lockerungen sofort und nicht erst wieder herumeiern und noch mehr Glaubwürdigkeit verspielen in der Bevölkerung!“

Andere wiederum befürworten die geplanten Lockerungen durchaus, plädieren aber für langsame Öffnungen, etwa wenn deutliche Rückgänge bei den Corona-Infektionszahlen zu verzeichnen seien, schreibt eine Leserin. Ein anderer Leser findet, die Lockerungen dürften nur Fachwissen-basiert erfolgen: „Allgemeine Wünsche nach einem Ende der Beschränkungen dürfen keine Rolle spielen.“ Seiner Meinung nach schulden wir unseren Kindern ein sicheres Leben ohne Viren. Aus den verschiedenen Zuschriften der Handelsblatt-Leserschaft haben wir hier für Sie eine Auswahl zusammengestellt.

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    Alle Corona-Einschränkungen sofort aufheben

    „Am Anfang der Pandemie war es wichtig, solidarisch zu sein, da kein Impfschutz zur Verfügung stand. Diese Solidarität haben die meisten Deutschen gezeigt. Ich selbst bin dreifach geimpft, ebenso wie mein 87-jähriger Vater.

    Menschen, die jetzt noch nicht geimpft sind, haben eigenverantwortlich diese Entscheidung getroffen und müssen jetzt auch eigenverantwortlich mit eventuellen Konsequenzen leben. Ich bin daher dafür, alle Corona-Einschränkungen sofort aufzuheben.

    Dank des milden Verlaufs der Omikron-Variante ist dies auch ohne Überlastung der Intensivstationen möglich.“
    Günther Vornholt

    Was soll noch gelockert werden?

    „Nicht vor einer Impfquote von über 90 Prozent mindestens zweifach, besser dreifach Geimpften.

    Lockerungen bis dahin nur für dreifach Geimpfte generell und für zweifach Geimpfte eingeschränkt. Freiheitsrechte sollten gegen das Recht auf Unversehrtheit und Recht auf Leben abgewogen werden. Bei rund 12,5 Millionen Erkrankten und 120.000 Toten, psychisch ‚versehrten‘ Kindern und Erwachsenen, Long-Covid-Leidenden ist es schwer zu vermitteln, dass auch Ungeimpfte ‚ihre Freiheit‘ wieder bekommen sollen.
    Außerdem, was soll noch gelockert werden? 

    Wichtiger als Öffnungsstrategien wären Strategien zur Eindämmung der Pan-/Epidemie. Die institutsbezogene Impfpflicht müsste für alle gelten, die ein solches betreten, egal ob zur Arbeit, Behandlung, Betreuung oder Besuch.

    Ganz nebenbei: Lindners und Kubickis ‚Freiheitsparagrafen‘ gibt es ja gar nicht. Damit disqualifizieren sie sich selbst, sie sollten besser Artikel 2 unseres GG lesen.“
    Schindler

    Grafik

    Das Heft des Handelns an die Bürger zurückgeben

    „Es wird Zeit, dass die Politik nach zwei Jahren restriktiver und teilweise aggressiver Coronapolitik das Heft des Handelns wieder an seine Bürger zurückgibt. Die Menschen kennen die Gefahr und wissen, wie sie damit umgehen möchten. Daher ist es gut, alle staatlichen Maßnahmen zum 20.3. zu beenden, und jeder soll dann selber entscheiden, was er persönlich für richtig hält.“
    Peter Buck

    Drei Gründe für langsame weitere Öffnungen

    „Ich bin definitiv für (langsame) weitere Öffnungen, weil:
    1. es keinem logisch denkenden Menschen erklärt werden kann, warum zum Beispiel Veranstaltungen in Hallen von genauso vielen Menschen besucht werden dürfen wie Outdoor-Veranstaltungen (zum Beispiel: Konzerte/Fußballspiele). Was inzwischen ja etwas aufgeweicht wurde. 
    2. der Schulunterricht nach wie vor so gut wie nur in Präsenz abgehalten wird und sich die Kinder vor/während/nach der Schule infizieren und man als Eltern (und auch Schulen) dann vom Staat mehr oder weniger alleingelassen wird (wie wir mit unseren Töchtern selber erleben dürfen).
    3. die meisten Gastronomiebetriebe und auch viele andere Stätten (Kinos etc.) sehr gute Sicherheitskonzepte entwickelt haben, die eine Öffnung rechtfertigen würden. Diese Unternehmen und ihre Angestellten darf der Staat nicht im Regen stehen lassen.

    Grundsätzlich sollte es eine deutschlandweite Regelung geben, damit Menschen aus Grenzgebieten nicht ein Bundesland weiterfahren, um dann dort den Kaffee zu trinken, und es sich dann da knubbelt. In Ausnahmefällen (wie hohe Krankenhauszahlen) wären regionale Optionen natürlich denkbar. 
    Insgesamt sind die aktuellen Regeln eher bürokratisch als logisch, was vielen Bürgern (verständlicherweise) ziemlich aufstößt und Spaltungen in alle Richtungen verstärkt.“
    Mirko Hensgen

    >> Lesen Sie hier unseren Kommentar zum Bund-Länder-Gipfel: Der 20. März ist lediglich ein „Freedom Day Light“

    Nicht erst wieder herumeiern

    1. Das Leben ist gefährlich und endet immer tödlich – für jeden von uns, nicht nur für die ‚vulnerablen‘ Gruppen!
    2. Es war von Anfang an klar, dass dieses Virus nie mehr verschwinden wird, deshalb konnte auch jeder Deutsche wissen, dass Eigenverantwortung gefordert ist!
    3. Aus 2. folgt, dass Politik und Medien (= die 4. Macht im Staat) seit zwei Jahren falsch kommunizieren, das ist und war bedauerlich und hat Vertrauen verspielt.
    4. Diese Pandemie hätte zum totalen Umdenken führen sollen und können – das sehe ich leider nicht, die Urlaubsflieger sind schon wieder ausgebucht.
    5. Fazit für mich: Lockerungen sofort und nicht erst wieder herumeiern und noch mehr Glaubwürdigkeit verspielen in der Bevölkerung!“
    Renate Hartmann

    Lockerungen ja, aber behutsam

    „Lockerungen ja, aber behutsam, wenn deutliche Rückgänge zu verzeichnen sind. Zurzeit müssen wir die Kleinen schützen. Die Bundesländer sollten unterschiedlich agieren.“
    Marianne Schippke-Noga

    Die Virusgefahr bedroht uns alle

    „Die Antwort darf nur Fachwissen-basiert gegeben werden. Allgemeine Wünsche nach einem Ende der Beschränkungen dürfen keine Rolle spielen. Denn die Virusgefahr bedroht uns alle, nicht nur jetzt, sondern auch in der Zukunft. Aber wir schulden unseren Kindern ein sicheres Leben ohne Viren und deren Mutationen, soweit das überhaupt möglich ist. Deshalb müssen die dafür notwendigen Maßnahmen absoluten Vorrang haben.“
    Hannjörg Hereth

    Krankenhausinzidenz als Grundlage

    „Grundlage für Lockerungen sollte die Krankenhausinzidenz sein. Schon längst hätte die öffentliche Berichterstattung die auf Infektionszahlen beruhenden Inzidenzzahlen ersetzen müssen. Ist die Krankenhausinzidenz nachhaltig stabil unter kritischem Wert, gibt es weder für Grundrechtseingriffe noch für eine Impfpflicht eine rechtliche und intellektuell nachvollziehbare Grundlage.

    Stattdessen dürfen sich unsere Regierenden sicher sein, dass 83 Millionen mündige Bürger in Deutschland, ob geimpft oder ungeimpft, sich vernünftig und verantwortungsbewusst verhalten. Denn schützen können wir uns nur selbst. Wenn die Pandemie eines gezeigt hat, dann dass es unsere Politiker definitiv nicht können.“
    Alexander Kachler

    Normalität in den nächsten vier Wochen

    „Das Regime ist völlig überzogen, was sogar die Zahlen/Hospitalisierungen zeigen. Die Schweiz ist seit zwei Jahren Vorbild, hat stets gezeigt, wie es besser geht.

    Bei uns werden die Menschen nur ständig wieder in Panik versetzt, und der wirtschaftliche Schaden wird weiter maximiert. Subsidiär sollte jede Region Normalität in den nächsten vier Wochen umsetzen.“
    Manuel Giehr

    Die sechste Welle wird kommen

    „a) Lockerungen haben keine Eile, die sechste Welle wird kommen.
    b) Erst einmal im Fernverkehr von Bahn und Flieger, da weiß man genau, wer wo sitzt oder gesessen ist!
    c) Der Föderalismus ist in Bezug auf Gesundheit am Ende, ebenso wie bei Verkehr, Klima und vielen anderen Themen. Da werden nur Verwaltungen aufgepäppelt, und keiner macht es richtig, sprich: digital und zeitgemäß!“
    Manfred Ostertag

    Finnland und Dänemark als Vorbild

    „Großartige Länder wie Finnland und Dänemark zeigen uns den Weg: Sofortige Aufhebung aller Maßnahmen!“
    Jan Pleis

    Impfpflicht, Impfquote und Lockerungen zusammendenken

    „Allgemeine Impfpflicht, Impfquote und Lockerungen sollten zusammengedacht werden:
    1. Impfpflicht
    2. Bei einer Quote von, sagen wir, 80 Prozent oder mehr bei allen und 90 Prozent bei den über 60-Jährigen folgt 3.
    3. Lockerungen wie keine Maskenpflicht beim Einkaufen und bei Veranstaltungen etc.
    So würde auch klar, wer Verursacher der unangenehmen, aber notwendigen Maßnahmen war.“
    Rolf Rimbach

    Fünf weitere Wochen die Grundrechte einschränken?

    „Die Frage sollte nicht lauten: Wann sollte es Lockerungen geben? Die Frage sollte lauten: Begründen Sie, warum Sie für fünf weitere Wochen die Grundrechte einschränken wollen?

    Und die nächste Frage: Wie holen Sie die Menschen, die Sie aus der Gesellschaft ausgeschlossen haben, wieder an den Tisch zurück?“
    Monika Janoschka

    In der vergangenen Woche diskutierte die Handelsblatt-Leserschaft, ob Europas Chipoffensive der Startschuss für eine Aufholjagd sein kann.

    Wenn auch Sie sich im Forum zu Wort melden möchten, schreiben Sie uns einen Kommentar zu dem Wirtschaftsthema, das Sie diese Woche am meisten beschäftigt. Per E-Mail an [email protected] oder auf Instagram unter @handelsblatt.

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