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18.07.2019

06:00

Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,

„wir müssen wieder kämpfen und aufstehen für unser Europa.“ Dieser Appell war einer der Kernsätze der künftigen EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. „Europa kann es besser“, lautet ihre Mutmacher-Botschaft. Nur: Die Herausforderungen in der Außen-, Handels- und Migrationspolitik sind gewaltig – und die Suche nach politischen Mehrheiten im EU-Parlament hochgradig komplex. Am Ende wird sich auch von der Leyen an ihren Ergebnissen messen lassen müssen. Willy Brandt wusste es: „Der Bürgerstaat ist nicht bequem, Demokratie braucht Leistung.“

AP

Einen leichten Start wird Ursula von der Leyen nicht haben.

Um Europa zu stärken, sollte die neue Kommission den Binnenmarkt stärken und Ziele definieren, wo unser Kontinent Weltspitze werden will. Etwa in der Künstlichen Intelligenz, in der Wasserstofftechnologie oder beim autonomen Fahren. Ein Innovationsstandort Europa sichert Wohlstand und Arbeitsplätze. Und nur ein wettbewerbsfähiges Europa wird in der Lage sein, den Multilateralismus in einer zunehmend protektionistischen Weltwirtschaft zu verteidigen. Meinen Kommentar „Aufbruch für Europa“ lesen Sie hier.

Der Wechsel an der Spitze des Verteidigungsministeriums ging so schnell, wie von Kanzlerin Angela Merkel gewünscht. Bereits gestern erhielt Annegret Kramp-Karrenbauer ihre Ernennungsurkunde. Jetzt muss sie nur noch vom Bundestag in einer Sondersitzung vereidigt werden. Die CDU-Vorsitzende hat sich damit für einen zweiten Vollzeit-Job in Berlin entschieden. Im Raum steht nun die Frage: Kann AKK beide Aufgaben bewältigen?

Als Verteidigungsministerin ist vor allem Führungsstärke gefragt. Die hat AKK als CDU-Vorsitzende bisher nicht wirklich gezeigt. Annegret Kramp-Karrenbauer muss aufpassen, dass ihr weder die Soldaten noch die CDU-Mitglieder den Befehl verweigern. Andernfalls schwinden ihre Chancen als Kanzlerkandidatin anzutreten. Denn eins ist sicher: Die oberste Priorität der CDU heißt Machterhalt.

Die Kritik des Internationalen Währungsfonds (IWF), familiengeführte Unternehmen seien für die steigende Ungleichheit in Deutschland verantwortlich, hat bei Deutschlands Familienunternehmen eine Welle der Empörung ausgelöst. In einem öffentlichen Brief, der dem Handelsblatt vorliegt, kontert der Verband der Familienunternehmer: Man habe „irritiert zur Kenntnis“ genommen, dass der IWF „die familiengeführten Unternehmen unseres Landes für eine vermeintlich wachsende Vermögensungleichheit (mit)verantwortlich macht.“

Die Unterzeichner des Briefs, Verbandspräsident Reinhold von Eben-Worlée und Hauptgeschäftsführer Albrecht von der Hagen, halten den Vorwurf „für eine in der Sache nicht gut begründete und geradezu fahrlässig interpretierte Zuschreibung“. Vielmehr seien die Familienunternehmer „ein wichtiger Stabilitätsanker“. Der IWF ist Kritik gewohnt. Nüchtern betrachtet muss der Währungsfonds festhalten, dass es keine gute Idee war, sich mit den deutschen Familienunternehmern anzulegen. Das Rückgrat der deutschen Wirtschaft weiß, den eigenen Ruf zu verteidigen.

Auf den Aufsichtsrat von BMW wartet heute eine ganz besondere Sitzung. Erstens findet das Treffen im amerikanischen Werk in Spartanburg statt. Zweitens soll der Nachfolger von Konzern-Chef Harald Krüger bestimmt werden. Produktionsvorstand Oliver Zipse gilt als Favorit. Hoffnung macht sich auch Entwicklungschef Klaus Fröhlich. Egal wer es wird: Der neue BMW-Boss muss den Traditionskonzern zurück in die Erfolgsspur bringen. Für die Großaktionäre Susanne Klatten und Stefan Quandt gilt: Die Zeit der Ausreden ist vorbei.

Bloomberg

Melinda Gates wirbt in Europa für ihre Finanzinnovation in Afrika.

Und dann ist da noch Melinda Gates. Mein Kollege Thomas Jahn hat mit der Chefin der Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung ein spannendes Gespräch über ein digitales Finanzsystem und die Stärkung der Frauenrechte in Afrika gesprochen. Ihr Ziel: Die Bekämpfung der Fluchtursachen auf dem Kontinent. Die Erkenntnis ist motivierend: Um die Welt ein wenig besser zu machen, braucht es nicht zwingend viel Geld, sondern vor allem kluge Ideen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen kreativen Tag. Herzliche Grüße

Sven Afhüppe
Chefredakteur

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Kommentare (1)

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Herr Peter Kellermeister

18.07.2019, 09:08 Uhr

Alles nur Blablaba !

Ich dache, es wäre ausgemacht, daß die Partei mit den meisten Sitzen den EU-Kommisionschef bestimmt ?
Das wäre Herr Weber gewesen. Mal wieder ein Verstoß der EU gegen ihre eigenen Regeln, kennen wir schon, macht die ständig und immer, besonders bei Finanzangelegenheiten !

Alles Lüge, die EU ist eine komplette Lüge ! In den 90ern wäre es undenkbar gewesen, daß die EZB einst Staatsanleihen kauft (wenn auch am Sekundärmarkt). Und sie hat sogar FIRMEN-Anleihen gekauft !

Das ist PLAN-WIrtschaft Pur ! Gegen alle Verträge und Vereinbarungen aus den 90ern !

Leute habt ihr es nicht kapiert. Es hat sich gegenüber früher NICHTS geändert. Da gibt es die "Adeligen" und die "Fürsten" und ihre Familien. DIE machen was sie wollen, für die einfachen Bürger gelten Gesetze, aber "oben" dreht man die Dinge hin, wie man sie braucht.

Heutzutage verkauft man das als DEMOKRATIE und sagt, "ihr habt das ja selber gewählt !" Verschwiegen wird, daß es zwar ca. 5 Parteien gibt, daß die doch in Wirklichkeit alle dasselbe machen und nur auf einer THEATERBÜHNE agieren wird verschwiegen !

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