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21.02.2019

06:00

AFP

Donald Trump

Morning Briefing

Autoangst mit Donald Trump

Von: Hans-Jürgen Jakobs

Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,


immer noch so geheim wie Lagepläne von Fort Knox ist der am vorigen Sonntag abgeschlossene Report des US-Handelsministeriums zu Autozöllen gegen Europa. Dass es ernst werden könnte mit einer Forderung von bis zu 25 Prozent, zeigt eine aktuelle Meldung von Präsident Donald Trump: „Wir denken über Autozölle nach.“ Alles hänge davon ab, „ob wir mit der EU einen Deal abschließen können oder nicht“. Von der Meinung der eigenen US-Autoindustrie hängt dagegen offenbar wenig bis gar nichts ab. So warnt der Branchenverband Auto Alliance vor „erheblichen negativen Folgen für die US-Autoindustrie“. Das könne bis zu 700.000 Jobs kosten. In Spartanburg, wo ein großes BMW-Werk steht, bemüht Bezirksrat David Britt höhere Kräfte: „Ich bete, dass der Präsident es bei Drohungen belässt.“

dpa

Bram Schot: „Wir haben heute zu viele Führungskräfte an Bord.“

Aus „Vorsprung durch Technik“ wird bei Audi „Vorsprung durch Sparen“. Immerhin sollen bis 2022 Kosten von 15 Milliarden Euro entfallen. Auf dem Weg dahin „kenne ich keine Tabus“, verkündet CEO Bram Schot im Handelsblatt-Interview. Die Liste der Grausamkeiten ist lang. Darauf stehen: ein Drittel der Motoren entfällt, teure Nachtschichten im Stammwerk Ingolstadt werden fürs Erste gestrichen, jede zehnte Führungsposition ist zum Löschen vorgemerkt. Schot lässt also bei der Vier-Ringe-Rosskur nichts und niemanden aus, und findet Lichter der Hoffnung in China und der E-Mobilität sowie im Offenen, Weiblichen und Jüngeren. Schot erinnert an einen Fußballtrainer im Abstiegskampf: „Ich brauche die kollektive Intelligenz, sonst habe ich verloren.“

An schlechte Nachrichten haben sich die Deutsche Bank und ihre Partner gewöhnt. Diesmal ist es das „Wall Street Journal“, das mit Minus-Nachrichten aufmacht. Demnach hat das Frankfurter Geldinstitut mit Kommunalanleihen, die es in der Vorglühphase der Finanzkrise 2008 kaufte, turmhohe Verluste von 1,6 Milliarden Dollar gemacht. Bisher war dieser Einzelposten in der Fehlschlagbilanz der „Deutschen“ nicht bekannt. Selten hat jemand in der Bankindustrie mit der Wette auf ein Finanzprodukt mehr verloren. Irgendwie haben die Deutschbanker ihr Alt-Idol Hermann Josef Abs falsch verstanden: Es sei das Schöne an der Börse, dass ein Spekulant tausend Prozent Gewinn machen, aber nie mehr als hundert Prozent verlieren könne.

Es wirkt wie ein Aufschrei der Gerechtigkeit, nach all diesen Debatten über Gelbwesten und den angeblichen „Präsident der Reichen“: In Paris verurteilte die Richterin Christine Mée die Schweizer Großbank UBS zur Zahlung von 4,5 Milliarden Euro. 800 Millionen fließen an den französischen Staat, während 3,7 Milliarden das Strafmaß für Anstiftung der Bankkunden zur Steuerhinterziehung ausmachen. Unter anderem hatte ein UBS-Manager in „Milchheften“ registriert, welcher Schweizer Mitarbeiter welche Beträge in Frankreich eingeworben hatte – davon hing die Provision ab. Für die widerständige UBS, die sofort Berufung einlegte, könnte sich in dieser Lage auch einmal eine Politik der Transparenz lohnen.

Es gibt in der Finanzbranche ein weit verbreitetes Gefühl, dass es bald mit Europas Währungssystem schwierig werden könnte. Offiziell aber hält man sich dazu zurück. „On the record“ jedoch geht nun im Interview mit Handelsblatt-Redakteurin Astrid Dörner die Hedgefonds-Legende Ray Dalio. „Fast jeder Mitgliedstaat wird am Ende den Euro infrage stellen“, sagt der Gründer von Bridgewater. Die Spannungen würden bis 2022 „deutlich zunehmen“. Und: Es sei zwar schwer vorstellbar, dass der Euro auseinanderfällt – aber es sei auch schwer vorstellbar, wie der Zusammenhalt bestehen bleibt.

Reuters

Papst Franziskus will mit hochrangigen Kirchenvertretern bei einem Gipfeltreffen über den Umgang mit Missbrauch in der katholischen Kirche diskutieren.

Es soll die große Befreiung aus der Misere der Missbrauchsfälle in vielen Ländern werden, der erhoffte Wendepunkt. Papst Franziskus lädt 180 Bischöfe und Kardinäle unter dem Motto „Verantwortung“ von heute an für vier Tage nach Rom. Gipfeltreffen. Zuletzt hatte das Oberhaupt der Katholiken Sex-Täter wie den US-Kardinal Theodore McCarrick degradiert. Doch viele Opfer fordern mehr Transparenz und eine erklärte Null-Toleranz-Politik gegenüber Vergewaltigern. Überraschende Reaktion des Pontifex: Jene, die immer wieder die katholische Kirche „ohne Liebe“ kritisierten, seien „Freunde des Teufels“.

Und dann ist da noch Samsung-Manager Justin Denison, der gerne innovative Produkte seines Hauses so triumphal in die Höhe hält, als habe er soeben Goldnuggets geschürft. Nun hat Denison das neue Modell „Galaxy Fold“ in San Francisco tüchtig auf- und zugeklappt. Es ist also tatsächlich das erste faltbare Smartphone der Welt, Anfang Mai kommt es für 2000 Euro in die Läden. Das Fold wird dabei in den Farben „Space Silver“, „Cosmo Black“, „Martian Green“ und „Astro Blue“ ausgeliefert – und erlaubt es, unterwegs Filme anzuzeigen.

Ich wünsche triumphale Höhepunkte an diesem Donnerstag. Es grüßt Sie herzlich

Hans-Jürgen Jakobs
Senior Editor


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Kommentare (1)

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Herr Jürgen Clasen

21.02.2019, 09:51 Uhr

Pontifex: Jene, die immer wieder die katholische Kirche „ohne Liebe“ kritisierten, seien „Freunde des Teufels“. Es gibt eine Menge von Menschen die ohne Liebe das gebaren
der Katholischen Kirche kritisieren. Zu recht! Sie haben aber nichts mit dem Teufel am Hut.
Was er da sagt ist, Hetze! Alle Menschen haben gleichen Zugang zu Gott. Es gibt keine
Privilegierten. Damit ist das Geschäftsmodel der KK zu Ende und das ist gut so.

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