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14.06.2019

06:06

Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser

die Lage im Nahen Osten spitzt sich weiter zu. Die US-Regierung macht den Iran für Anschläge auf zwei Tankschiffe im Golf von Oman verantwortlich. Außenminister Mike Pompeo sagte, dass Iran als Antwort auf die US-Sanktionen um sich schlage. Die Bundesregierung wertet die Ereignisse als „Bedrohung für den Frieden“. Zu Recht: Das Feuer auf den Tankschiffen ist gelöscht, doch die Lage im Nahen Osten bleibt brandgefährlich.

Gestern Abend haben sich die Fraktionschefs von CDU, CSU und SPD, Ralph Brinkhaus, Alexander Dobrindt und Rolf Mützenich, mit Kollegen zu einer Klausurtagung in einem Berliner Restaurant getroffen. Die drei Politiker, die in diesen Tagen gebetsmühlenartig die Handlungsfähigkeit der Großen Koalition preisen, wollen bei den Themen Aufbau eines neuen Mobilfunknetzes, Abbau des Solidaritätszuschlags und Zukunft der Pflege gemeinsame Beschlüsse fassen. Man muss gespannt sein, was von den guten Absichten am Ende wirklich umgesetzt wird. Die Erfahrung mit der Großen Koalition verheißt nichts Gutes. Der französische Schriftsteller Victor Hugo wusste schon: „Den Menschen fehlt nicht die Kraft. Es fehlt ihnen der Wille.“

Zur Erinnerung: Das letzte Treffen der GroKo-Fraktionschefs stand unter dem Motto „Teambuilding“ und wurde medienwirksam auf der Zugspitze zelebriert. Vom „Teambuilding“ ist nicht viel geblieben. Im Gegenteil, die damaligen Fraktionschefs von CDU und SPD, Volker Kauder und Andrea Nahles, sind bereits Geschichte – und die Auflösungstendenzen der Großen Koalition größer als der innere Zusammenhalt. Das Projekt Große Koalition wirkt wie ein Koma-Patient, der künstlich am Leben gehalten wird.

Reuters

Der Rückhalt in der eigenen Partei scheint für Kramp-Karrenbauer nur noch auf dem Papier zu existieren.

Was nach der Großen Koalition kommt, ist ziemlich unklar. Vor allem die Frage, wer Angela Merkel ins Kanzleramt folgen könnte. Die lustvoll inszenierte K-Frage ist eine von vielen Intrigen, mit denen die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer in diesen Tagen kämpfen muss. Der Rückhalt in der eigenen Partei scheint nur noch auf dem Papier zu existieren. Früher stand die CDU für Geschlossenheit, heute für die sarkastische Steigerung: Feind, Todfeind, Parteifreund.

Mit der Versteigerung der Lizenzen für den 5G-Mobilfunkstandard beginnt eine neue Zeitrechnung auf dem deutschen Telekommunikationsmarkt. Denn mit der Ersteigerung eigener Frequenzen wird der United-Internet-Konzern von Ralph Dommermuth als vierter Netzbetreiber den Markt ein wenig aufmischen. Für die Kunden kann die neue Situation nur Vorteile bringen. Die etablierten Anbieter Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica werden sich verschärft Gedanken über ihr künftiges Geschäftsmodell machen müssen. Es gilt der Satz: Wettbewerb belebt das Geschäft und das Gehirn.

Die Bundesregierung erhöht derweil den Druck auf die Mobilfunknetzbetreiber. Nach Informationen des Handelsblatts drohen Konzernen deutlich höhere Strafen, wenn sie die Vorgaben beim Netzausbau nicht erfüllen. Statt 100.000 Euro soll die Strafe künftig bis zu eine Million Euro oder zwei Prozent des durchschnittlichen Jahresumsatzes betragen. Zudem soll das Zwangsgeld von einer halben auf bis zu zehn Millionen Euro steigen. Die gute Nachricht: Die Bundesregierung scheint es mit der Digitalisierung des Landes tatsächlich ernst zu meinen.

Birgit Schössow

Nach einer ausführlichen Analyse hat das Handelsblatt zehn Aktien identifiziert, die sich jetzt lohnen.

Für Anleger stellt sich in diesen konjunkturell und politisch angespannten Zeiten eine Frage immer intensiver: Wo lohnt sich noch der Einstieg bei Aktien? Das Handelsblatt hat im aktuellen Freitagstitel „Versteckte Chancen“ Unternehmen analysiert, die drei Ziele gleichzeitig erreicht haben: hohe Investitionen, hohe Dividende, hohes Wachstum. Dieser Spagat gelingt nur wenigen Unternehmen, erst recht nicht über viele Jahre hinweg. Zu den Ausnahmen gehören SAP, Henkel oder Nestlé. Wer in solche Ausnahmekonzerne investiert, kann auch in unsicheren Börsenzeiten mit zuverlässiger Rendite rechnen. Nur Mut!

Und dann ist da noch Donald Trump: Meistens sagt der US-Präsident, was er denkt. So wie jetzt dem US-Fernsehsender ABC. Auf die Frage, wie weit er in einem Wahlkampf gehen würde, sagte er freimütig, dass er durchaus Informationen von ausländischen Stellen annehmen würde, die seinem innenpolitischen Rivalen schaden könnten. „Ich glaube, ich würde das annehmen. Das ist keine Einmischung“, sagte Trump. Es gehe einfach um Informationen. Wer auch immer von den Demokraten den US-Präsidenten herausfordert, es droht erneut ein schmutziger Wahlkampf. Und höchstwahrscheinlich heißt der Sieger erneut Trump.

Ich wünsche Ihnen ein erholsames Wochenende. Herzliche Grüße

Sven Afhüppe
Chefredakteur

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