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31.01.2022

16:56

Elektromobilität

Daimler Truck und Blackrock planen Ladesäulen-Netz in den USA

Von: Felix Holtermann

Nach VW baut auch Daimler Truck mit zwei Partnern eigene Ladesäulen in den USA. Die sollen nicht nur Strom liefern, sondern auch Wasserstoff. Experten begrüßen den Plan.

Mit dem futuristisch anmutenden Konzept-Lastwagen gibt Daimler erstmals einen Ausblick auf sein künftiges Lkw-Flaggschiff mit mehr als 1000 Kilometern Reichweite. http://media.daimler.com

Mercedes-Benz GenH2 Truck

Mit dem futuristisch anmutenden Konzept-Lastwagen gibt Daimler erstmals einen Ausblick auf sein künftiges Lkw-Flaggschiff mit mehr als 1000 Kilometern Reichweite.

New York Es ist ein Vorhaben mit Signalwirkung: Drei Unternehmen bauen in den USA ein neues Netz für batterieelektrische und wasserstoffbetriebene Fahrzeuge auf. Partner des Joint Ventures sind der deutsche Lkw-Hersteller Daimler Truck, das US-Investmenthaus Blackrock und die Kraftwerksparte des US-Energieunternehmens Nextera, wie die Firmen am Montag mitteilten.

Die Anschubfinanzierung des Projekts beträgt rund 650 Millionen Dollar, umgerechnet etwa 580 Millionen Euro, und soll zu gleichen Teilen von den drei Partnern bereitgestellt werden, wie aus der Absichtserklärung hervorgeht.

Der Auftakt ist schon für dieses Jahr geplant, 2023 könnten die ersten Ladestationen errichtet werden. Zu ihrer Anzahl macht das Konsortium noch keine Angaben. Man starte jedoch nicht bei null, sondern setze auf bestehenden Ladestationen von Nextera auf, die für die Zukunft fit gemacht würden.

„Das geplante Joint Venture ist ein weiterer Baustein in unserer globalen Partnerschaftsstrategie, um die Infrastruktur auszubauen, die für einen CO2-neutralen Transport erforderlich ist“, erklärt Martin Daum, Vorstandschef von Daimler Truck. „Solche Kooperationen sind unerlässlich, um erfolgreich dem dringenden Bedarf an emissionsfreien Fahrzeugen zu begegnen.“ Mit dem Plan ebne man den Weg „für eine landesweite Infrastruktur für batterieelektrische und wasserstoffbetriebene Nutzfahrzeuge in den USA“.

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    Daimler-Truck-Chef Martin Daum: „Die Brennstoffzelle wird zum Mainstream“  dpa

    Martin Daum

    Der Chef von Daimler Truck setzt perspektivisch auf den elektrischen Antrieb.

    Bisher fehlt eine entsprechende Infrastruktur häufig noch, vor allem im Nutzfahrzeugbereich. Bis 2026 will das Konsortium ein Netz von Ladestationen „an wichtigen Frachtrouten entlang der Ost- und Westküste sowie in Texas errichten“, wie es in einer Mitteilung heißt. „Der Schwerpunkt soll zunächst auf Ladestationen für batterieelektrische mittelschwere und schwere Nutzfahrzeuge liegen, gefolgt von Wasserstofftankstellen für Brennstoffzellen-Lkw.“

    Offenbar will man die Standorte nicht exklusiv für Daimler-Lkw vorhalten: Sie sollen auch leichten Nutzfahrzeugen anderer Anbieter zur Verfügung stehen.

    Ökoinvestments dringend gesucht

    Experten begrüßen den Plan. „Daimler Truck macht es richtig“, sagt Christian Koenig. Der Autoexperte hat für Porsche in Nordamerika gearbeitet und führt in Atlanta eine Beratung für Elektromobilität. „Der Aufbau eines amerikaweiten Ladenetzes für elektrische Nutzfahrzeuge wird die Akzeptanz der neuen Antriebstechnik bei Kunden steigern“, sagt er.

    Besonders zu begrüßen sei die Absicht, die neuen E-Tankstellen allen Nutzern zu öffnen. Und mit dem Joint Venture würden die hohen anfänglichen Investitionskosten gleich auf mehrere Schultern verteilt.

    Daimler Truck North America hat in der Vergangenheit erste Erfahrungen mit dem Aufbau eigener Ladenetze gesammelt. So hat man am Hauptsitz in Portland mit dem lokalen Energieversorger PGE erste öffentliche Ladestationen für Nutzfahrzeuge aufgebaut. Nextera aus Florida wiederum bezeichnet sich selbst als wichtigen Investor im Bereich von Elektroinfrastruktur und erneuerbaren Energien.

    Grafik

    Und Blackrock sucht als einer der größten Vermögensverwalter der Welt dringend nach grünen Anlagen. Erst 2021 hatten die US-Amerikaner für einen neu aufgelegten Erneuerbare-Energien-Fonds 4,8 Milliarden Dollar eingesammelt. Insgesamt will der Ableger Blackrock Renewable Power 9,5 Milliarden Dollar in 15 Ländern investieren.

    Die neue Kooperation ist nicht die erste Elektroinitiative von Daimler Truck in den USA. Die Stuttgarter planen den Produktionsstart ihrer E-Lkw E-Cascadia und E-M2 bis 2023 und arbeiten bereits mit Shell, BP, Siemens und anderen zusammen, um nichtfossile Antriebe voranzubringen. Mit Traton und Volvo plant das Unternehmen den Aufbau eines europäischen Hochleistungs-Ladenetzes.

    Seit 2017 baut VW bereits mit dem Unternehmen Electrify America ein Ladesäulennetzwerk für Elektroautos in den USA auf. Im Zuge des Dieselskandals wurde VW darauf verpflichtet, zwei Milliarden Dollar zu investieren. Geplant sind Ladesäulen an 500 Standorten.

    Daimler Truck mit gut 100.000 Beschäftigten wurde im Dezember von Daimler abgespalten und ist nun selbstständig. Beim Übergang vom Verbrenner zu neuen Antrieben setzt der Konzern auf Batterie und Brennstoffzelle. Im Jahr 2030 könnten Lkw mit diesen Antrieben zusammen bis zu 60 Prozent des Absatzes ausmachen, hatte Vorstandschef Daum gesagt.

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