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03.05.2022

04:30

Elektromobilität

Deutsche Autobauer legen beim Verkauf von E-Fahrzeugen 92 Prozent zu

Von: Felix Holtermann

Nachdem die deutschen Autohersteller beim Verkauf von Elektromodellen 2021 schwächelten, gelingt nun die Trendwende. Vor allem in China nehmen die Verkäufe zu. Auch in den USA wächst der Markt.

Die chinesischen Elektroautohersteller wuchsen bislang dynamischer als die Deutschen. Reuters

Volkswagen ID.4 in China

Die chinesischen Elektroautohersteller wuchsen bislang dynamischer als die Deutschen.

New York Der weltweite Absatz vollelektrischer Fahrzeuge hat sich im ersten Quartal 2022 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mehr als verdoppelt auf 1,4 Millionen Fahrzeuge. Weniger stark angestiegen ist der Absatz sogenannter Plug-in- und Voll-Hybride, also Autos mit einem zusätzlichen Verbrennungsmotor. Das zeigt eine neue Studie der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC, die dem Handelsblatt vorab vorlag.

Ein Großteil des Absatzanstiegs ist auf China zurückzuführen, das für zwei Drittel aller weltweit verkauften vollelektrischen Fahrzeuge verantwortlich war. In der Volksrepublik wurden laut der Studie im ersten Quartal 1,3 Millionen Elektroautos – inklusive Hybridfahrzeuge – abgesetzt, nach 0,5 Millionen im Vorjahreszeitraum. Ihr Marktanteil bei den Neuverkäufen lag damit bei 20 Prozent. Auch die Kürzung von entsprechenden Subventionen bremste die Entwicklung laut den Analysten nicht.

In den USA wiederum wurden rund 400.000 Elektroautos verkauft, nach rund 280.000 im Vergleichszeitraum. Ihr Marktanteil lag bei zwölf Prozent. „Nachdem der Markt für Elektrofahrzeuge in den USA nur langsam in Gang gekommen war, beginnt er nun zu florieren“, so das Fazit der Autoren. „Ein noch stärkeres Wachstum wurde nur durch anhaltende Lieferschwierigkeiten verhindert.“ Die von der Regierung unter US-Präsident Joe Biden eingeführten strengeren Verbrauchsnormen sowie erhöhte Bußgelder bei Nichteinhaltung für die Autohersteller stärkten die Aussichten weiter.

Ermutigend sind die neuen Zahlen für die deutschen Autohersteller. Diese agierten beim Elektroauto-Absatz 2021 in China und den USA noch abgehängt. Der Verkauf vollelektrischer Fahrzeuge aus deutscher Herstellung legte im ersten Quartal um 92 Prozent zu – also etwas schwächer als der Gesamtmarkt, aber deutlich stärker als im letzten Jahr. In China konnten deutsche Hersteller dank neuer Modelle einen Anstieg von 277 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal verzeichnen. Der Marktanteil in der Volksrepublik lag damit bei immerhin vier Prozent.

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    Entscheidend bleiben die Lieferketten

    Die PwC-Experten analysierten zudem zehn westeuropäische Märkte, darunter Deutschland. In diesen Ländern wurden im ersten Quartal 1,0 Millionen Elektroautos verkauft, nach rund 890.000 im Vorjahreszeitraum. Ihr Marktanteil lag bei 46 Prozent. Spitzenreiter ist Norwegen: Elektroautos machten hier satte 93 Prozent der Verkäufe aus. In Deutschland lag ihr Anteil bei 43 Prozent.

    Wie sich am geringeren Marktanteil zeigt, haben China und die USA also noch Nachholbedarf bei den neuen Antrieben. Zugleich gehören beide Länder zu den größten Automärkten. Ihre Bedeutung dürfte für die Autoindustrie in den kommenden Jahren also noch steigen.

    Wie geht es 2022 weiter? Laut PwC-Experte Jörn Neuhausen ist entscheidend, ob es den Autobauern angesichts des Ukrainekriegs gelingt, die nötigen Lieferketten zu sichern. „Hatte zunächst die Chip-Knappheit das Wachstum ausgebremst, kommt es nun aufgrund der wirtschaftlichen Sanktionen gegen Russland zu extremen Preissteigerungen und Versorgungsengpässen bei wichtigen Metallen“, erklärt er. Darunter seien Lithium, Nickel und Kobalt. Noch 2021 war Russland der weltweit drittgrößte Nickellieferant. Neuhausen erwartet daher neue Partnerschaften der Autobauer mit Rohstofflieferanten.

    Kein Zukunftsthema mehr sind Fahrzeuge mit Hybridantrieb. „Die europäischen Hersteller fokussieren sich inzwischen auf die vollelektrische Zukunftstechnologie“, schreiben die PwC-Experten. Als Brückentechnologie würden sogenannte Plug-in-Hybride kaum noch gebraucht. So gingen die Verkäufe in den untersuchten europäischen Märkten um acht Prozent zurück.

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