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22.11.2022

12:06

Naturkatastrophe

Schweres Erdbeben in Indonesien: Mindestens 268 Tote und hunderte Verletzte

Ein Beben der Stärke 5,6 hat die Region um die Hauptstadt Jakarta erschüttert. Nach Angaben des Katastrophenschutzes werden weiterhin Menschen vermisst.

Das Epi-Zentrum lag nahe der Hauptstadt Jakarta. AP

Erdbebenschäden in Indonesien

Das Epi-Zentrum lag nahe der Hauptstadt Jakarta.

Jakarta Einen Tag nach dem schweren Erdbeben in Indonesien ist die Zahl der Toten auf 268 gestiegen. Unter den Trümmern eingestürzter Gebäude seien weitere Leichen gefunden worden, teilte der Katastrophenschutz am Dienstag mit. Weitere 151 Menschen würden noch vermisst, mehr als 1000 seien verletzt. Im Bezirk Cianjur südlich der Hauptstadt Jakarta konnten Bagger und schweres Räumgerät wegen blockierter Straßen und zerstörter Brücken nicht in ländliche Gebiete gebracht werden.

Das Beben der Stärke 5,6 hatte am Montagnachmittag (Ortszeit) den Westen der Insel Java erschüttert. Zu spüren war es auch im Großraum der Hauptstadt Jakarta.

Bei vielen der Toten handele es sich um Kinder, die nach Ende des regulären Schulbetriebs noch Islamunterricht gehabt hätten, sagte der Gouverneur der Provinz Java Barat, Ridwan Kamil. Bei dem Beben seien über ihnen die Gebäude eingestürzt. Mehr als 13 000 Menschen seien in Evakuierungszentren gebracht worden. Krankenhäuser waren von der hohen Zahl der Opfer überfordert.

Das tatsächliche Ausmaß der Katastrophe zu ermessen, gestaltete sich angesichts der weit verstreut lebenden Bevölkerung des betroffenen Gebiets schwierig. Stromversorgung und der Mobilfunk verbesserten sich am Dienstag wieder.

Präsident Joko Widodo besuchte die besonders schwer betroffene Stadt Cianjur und sprach den Opfern und Hinterbliebenen seine Anteilnahme aus. Er traf Überlebende in Notunterkünften auf einem Fußballfeld und versprach, Infrastruktur wiederaufzubauen, einschließlich der wichtigsten Brücke, die Cianjur mit anderen Städten verbindet. Jedem Bewohner der Stadt, dessen Haus beschädigt worden sei, werde die Regierung bis zu 50 Millionen indonesische Rupiah zukommen lassen (etwa 3100 Euro). In Cianjur leben etwa 175 000 Menschen.

Nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS lag der Erdbebenherd in der vergleichsweise geringen Tiefe von zehn Kilometern. Das bedeutet, dass die Energie der Erdstöße kaum gemindert an die Erdoberfläche gelangt und große Schäden anrichten kann. Indonesien mit seinen mehr als 270 Millionen Einwohnern liegt am sogenannten Pazifischen Feuerring, auf dem es wegen tektonischer Verschiebungen häufig zu Erdbeben und Vulkanausbrüchen kommt. Dass ein Erdbeben in Jakarta zu spüren ist, ist aber eher selten.

Von

dpa

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