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14.09.2017

14:28 Uhr

184. Münchener Oktoberfest

„Keine Angst, dass die Wiesn-Wirte verhungern“

VonAxel Höpner

Angst vor Terroranschlägen und schlechtes Wetter: Die Besucherzahlen auf dem Oktoberfest sind drei Jahre in Folge gesunken. In diesem Jahr sollen neue Fahrgeschäfte wieder mehr Menschen auf die Theresienwiese locken.

MünchenDie Lederhose hat der Münchener Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) beim traditionellen Vorabrundgang zwei Tage vor dem Anzapfen noch zuhause gelassen. Während sein CSU-Kollege, Bürgermeister und Wiesn-Chef Josef Schmid, in kurzer Lederhose und mit voller Tracht erscheint, betritt Reiter in Jeans und Janker die Bühne im neuen Volkssängerzelt.

Die Blaskapelle „Kaiserschmarrn“ spielt auf, dann geht es zu den neuen Fahrgeschäften. In den vergangenen Jahren hatte es da nur wenig spektakuläre Neuerungen gegeben. Der Trend ging eher in Richtung Tradition – die „Oide Wiesn mit historischen Karussells war sehr beliebt -, denn in Richtung „schneller, höher, weiter“.

Nach den eher schwachen Besucherzahlen in den vergangenen Jahren sollen in diesem Jahr nun unter anderem der XXL-Racer und der Jules Verne Tower die Besucher locken. Im vergangenen Jahr waren an den 17 Festtagen 5,6 Millionen Gäste zum Oktoberfest gekommen.

Entwicklung der Bierpreise auf der „Wiesn“

1970

Vor gut 40 Jahren war die Maß noch, nach heutigen Maß-stäben, spottbillig: 2,65 DM kostete der Humpen damals. Das wären gerade einmal 1,35 Euro.

1980

Vor 30 Jahren sah das Ganze schon etwas anders aus: Zwischen 4,80 und 4,90 DM kostete das Oktoberfest-Bier damals. 2,45 bis 2,50 Euro würde das heute machen.

1990

Die Preissteigerungen verliefen lange Zeit regelmäßig: grob zwei DM alle zehn Jahre - Tendenz steigend. 1990 waren 6,95 DM bis 7,55 DM pro Maß, also zwischen 3,55 Euro bis 3,86 Euro.

1995

Fast außer der Reihe ging es Mitte der 90er recht sprunghaft nach oben. 1995 kostete das Oktoberfest-Bier zwischen 9,50 DM und 10,40 DM - schon 5,32 Euro in der Spitze.

2000

Zum Jahrtausendwechsel ging es noch einmal knapp zwei DM aufwärts, wenn auch in nur noch fünf Jahren. 11,20 DM bis 12,60 DM waren damals fällig, zwei Jahre vor Einführung der europäischen Gemeinschaftswährung also bis zu 6,44 Euro.

2005

Fünf Jahre später waren es zwischen 6,80 Euro und 7,25 Euro. In der Spitze wurde in diesem Zeitraum die Preise um nicht einmal einen Euro erhöht, kosteten ab diesem Zeitpunkt mehr, als 1990 noch in DM.

2008

Jahr für Jahr wird das Hopfenkaltgetränk teurer, 2008 waren es bereits zwischen 7,80 Euro und 8,30 Euro.

2009

30 bis 50 Cent mehr gab es auch im Folgejahr, von 8,10 Euro bis 8,60 Euro waren 2009 als Preis ausgerufen.

2010

Im vergangenen Jahr bewegte sich die Preisspanne zwischen 8,30 Euro und 8,90 Euro.

2011

2011 steigen die Preise für die Maß auf 8,70 Euro bis 9,20 Euro. Das entspricht einer Steigerung von 3,6 Prozent gegenüber Vorjahr. Und ungefähr dem Siebenfachen, was vor 40 Jahren fällig gewesen wäre. Tendenz weiter steigend...

2012

2012 haben die Bierpreise natürlich wieder angezogen. Zwischen 9,10 Euro und 9,50 Euro kostet das Kaltgetränk in diesem Jahr.

2013

Jahr für Jahr näherten sich die Preise immer mehr der 10 Euro Grenze. 2013 liegt der Preis schon zwischen 9,40 Euro und 9,85 Euro.

2014

2014 war es dann das erste Mal so weit: Der Preis stieg auf über 10 Euro. So zahlt man je nach Standort zwischen 9,70 Euro und 10,10 Euro.

2015

Während man 2005 bei 6 Euro pro Maß die Nase gerümpft hätte, würde man sich mittlerweile drüber freuen. Schließlich kostet sie mittlerweile zwischen 10 Euro und 10,30 Euro.

2016

Die Bierpreise bleiben ihrer Linie treu und haben auch dieses Jahr ein Rekordhoch. So zahlt man zwischen 10,40 Euro und 10,70 Euro. Wie wohl die Prognose für die Zukunft aussieht?

2017

Unter 10,60 Euro ist die Maß in diesem Jahr in keinem Zelt zu haben. Im Schnitt stiegen die Preise um 2,55 Prozent, am teuersten ist der Liter Bier mit 10,95 Euro bei der Fischer-Vroni und im Schottenhamel-Zelt.

In den Zelten war teilweise noch soviel Platz, dass viele diese Zahl sogar eher noch für großzügig geschätzt hielten. Auch so bedeutete es aber einen weiteren Rückgang um 300.000 Besucher. 2014 waren es noch 6,3 Millionen Gäste gewesen, in guten Jahren sogar knapp sieben Millionen.

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Für OB Reiter ist der Rückgang kein Drama. „Das ist überhaupt kein Problem“, sagt er im Gespräch mit dem Handelsblatt. Die Kosten der Stadt selber seien in jedem Fall gedeckt. „Und ich habe keine Angst, dass die Wiesn-Wirte verhungern.“

Die müssten es auch einmal ertragen, wenn etwas weniger Gäste kommen. Für die Wiesn-Besucher sei es im vergangenen Jahr besonders gemütlich gewesen, das „Wohlfühlgefühl“ habe gestimmt. Vor allem die Münchener sind froh, wenn sie auch einmal spontan einen Platz im Zelt finden.

Kommentare (3)

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Herr Clemens Keil

14.09.2017, 17:53 Uhr


Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Herr Günther Heck

14.09.2017, 18:11 Uhr

Ja, wer schon mal in einer der Zelten war und mit dem Alkohol nicht zu sehr zu tun hat, wird traurigerweise feststellen müssen, dass auf der Wies'n jährlich legal in den Zelten die grösste Massenzellenvernichtungsorgie mit der Mass stattfindet.

Prost!

Herr Sir Alex

15.09.2017, 08:27 Uhr

Ach uns wird es schon nicht erwischen...

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