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10.06.2018

18:48 Uhr

Bryan Colangelo

Philadelphia 76ers werden von eigenen Managern verraten

VonSönke Iwersen

Zum ersten Mal seit Jahren scheint ein Titel für die Philadelphia 76ers zum Greifen nah. Dann wird das Team von ihren eigenen Managern sabotiert.

Der Basketball Manager soll zusammen mit seiner Frau vertrauliche Informationen über sein Team weitergegeben haben. AP

Bryan Colangelo

Der Basketball Manager soll zusammen mit seiner Frau vertrauliche Informationen über sein Team weitergegeben haben.

Jahrelang haben die Philadelphia 76ers auf den Sommer 2018 hingearbeitet. Der Traditionsklub in der National Basketball Association (NBA) schickte teure Spieler weg, dümpelte im Tabellenkeller und vertröstete seine Fans, es gebe einen Plan. In der nächsten Saison würde man einen Superstar verpflichten, dessen Vertrag dann ausläuft.

Und nun, da die Zeit gekommen ist, kommt der Kopf des Klubs abhanden. Chef-Manager Bryan Colangelo muss in Schande gehen. Colangelo und seine Ehefrau, Barbara Bottini, verbreiteten Interna aus dem Team. Per Twitter wurde verdeckt Klatsch aus der Kabine ausgebreitet, Informationen aus der Krankenakte von Spielern preisgegeben und einzelne Athleten verhöhnt. Die Vorgänge sind ebenso bizarr wie unerklärlich.

Nun geht die Angst um. Die Fans der 76ers darben seit mehr als drei Dekaden nach einem Titel. Endlich stehen Talente wie Ben Simmons, Joel Embiid und Markelle Fultz im Kader. Zuletzt gewann das Team 52 von 82 Spielen – die beste Bilanz seit 2001. Die 76ers wollen LeBron James verpflichten, den besten Spieler der Welt. Die Kombination aus dem talentierten Kader und der Aussicht, in Philadelphia mehr als 30 Millionen Dollar zu verdienen, könnte James reizen.

Doch ein Team, bei dem der eigene Manager über seine Spieler lästert, ist schwer vermittelbar. Die 76ers geben sich gern als Familienunternehmen. Mehrheitseigner ist Finanzinvestor Joshua Harris, zu den Aktionären zählen der Schauspieler Will Smith und seine Frau Jada. In ihrer Entscheidung, Colangelo gehen zu lassen, waren sich alle einig. Hätte er nicht gekündigt, wäre er gefeuert worden. Das Schicksal der 76ers ist noch offen, das von Colangelo scheint in Stein gemeißelt: Kein Team wird ihn je wieder anfassen.

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