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07.06.2018

03:24 Uhr

Gnadengesuch gewährt

US-Inhaftierte Johnson nach Trumps Haftverkürzung in Freiheit

Über 20 Jahre saß eine Amerikanerin wegen Drogenvergehen hinter Gittern. Promi Kim Kardashian warb für sie bei Präsident Trump um Gnade - mit Erfolg.

Die US-Promi hatte sich bei einem Besuch im Weißen Haus für den Fall der seit 20 Jahren inhaftierten Johnson eingesetzt. AP

Präsident Donald Trump und Kim Kardashian West

Die US-Promi hatte sich bei einem Besuch im Weißen Haus für den Fall der seit 20 Jahren inhaftierten Johnson eingesetzt.

Nach einer von US-Präsident Donald Trump erlassenen Haftverkürzung hat die zu einer lebenslangen Strafe verurteilte Alice Marie Johnson das Gefängnis verlassen. Aufnahmen des Senders WVTM-13 in Alabama zeigten am Mittwoch (Ortszeit), wie die 63-Jährige auf ihre Familie zulief und sie vor Publikum in die Arme schloss. Die Bürgerrechtsorganisation ACLU bestätigte ihre Haftentlassung.

Reality-TV-Star Kim Kardashian West hatte sich bei Trump in der vergangenen Woche im Weißen Haus für die Begnadigung Johnsons eingesetzt. Dieser gewährte am Mittwoch eine Haftverkürzung, jedoch keine Begnadigung - der Schuldspruch gegen sie bleibt damit weiter bestehen, lediglich ihre Haftstrafe wurde verkürzt. Johnson war wegen Verstößen gegen Drogengesetze zu einer lebenslangen Haftstrafe ohne Aussicht auf Bewährung verurteilt worden. Sie saß mehr als 20 Jahre hinter Gittern.

Ein Mitglied aus Johnsons Rechtsberatungsteam, Michael Scholl, sagte, seine Mandantin sei um kurz vor 18.00 Uhr aus der Haftanstalt in Aliceville, Alabama, freigelassen worden. Verwandte hätten sie bei ihren ersten Schritten in Freiheit seit den 1990er Jahren begrüßt. „Alle haben geweint und sich umarmt“, so Scholl. Johnson werde nach Memphis zurückkehren und dort Zeit mit ihrer Familie verbringen.

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Wenig zuvor hatte Scholl Trump für seine „mutige Entscheidung“ gelobt. Der Präsident hat gegenüber Inhaftierten bereits mehrfach Gnade gezeigt. Für Fälle, die Freunde, Prominente oder die konservative Presse an ihn herantragen, scheint er ein besonders offenes Ohr zu haben. Zuletzt begnadigte er posthum den aus rassistischen Motiven verurteilten ersten schwarzen Box-Champion im Schwergewicht, Jack Johnson. Schauspieler Sylvester Stallone hatte bei ihm dafür geworben.

Nach der Johnsons Haftverkürzung zeigte sich Kardashian erfreut. Dies sei die beste Nachricht aller Zeiten, schrieb sie auf Twitter. Kardashians Anwältin Shawn Holley erklärte, der TV-Star habe Johnson die Botschaft am Mittwoch selbst überbracht. Der entsprechende Telefonanruf sei emotional und wunderbar gewesen. „Als Alices Familie hinzugeschaltet wurde, hörten die Tränen nicht mehr auf.“ Kardashian erklärte, sie werde den Moment niemals vergessen.

Das Weiße Haus gab indes bekannt, die Inhaftierte habe die Verantwortung für ihr vergangenes Verhalten akzeptiert. Sie habe hart an ihrer Rehabilitierung gearbeitet und als Vorbild für andere Häftlinge gedient. Sprecherin Sarah Huckabee Sanders schrieb, die US-Regierung werde zwar immer hart gegenüber Verbrechen sein. Wer aber seine Schuld gegenüber der Gesellschaft beglichen und in Haft an sich gearbeitet habe, verdiene eine zweite Chance.

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ap

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