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20.04.2017

17:05 Uhr

Prozess wegen Freiheitsberaubung

Gefesselter Iraker von Arnsdorf ist tot

In der kommenden Woche beginnt in Sachsen der Prozess gegen vier Männer, die im vergangenen Jahr einen irakischen Flüchtling an einen Baum fesselten. Der psychisch kranke Mann ist mittlerweile tot.

Der in Sachsen vor einem Jahr von mehreren Männern an einen Baum gefesselte irakische Flüchtling ist tot. dpa

Arnsdorf

Der in Sachsen vor einem Jahr von mehreren Männern an einen Baum gefesselte irakische Flüchtling ist tot.

Kamenz/DorfhainEin Iraker, der im vergangenen Jahr in Arnsdorf in Sachsen nach einem Streit in einem Supermarkt von Anwohnern an einen Baum gefesselt wurde, ist tot. Bei der Anfang der Woche im Tharandter Wald gefundenen Leiche handele es sich wie vermutet um den 21 Jahre alten psychisch kranken Flüchtling, teilte die Polizei am Donnerstag mit. Dies habe ein Abgleich der Fingerabdrücke ergeben. Der Vorfall von Arnsdorf hatte im Mai 2016 bundesweit Schlagzeilen gemacht.

Die vier Männer, die den Iraker auf dem Supermarktparkplatz mit Kabelbindern gefesselt und schließlich der Polizei übergeben hatten, müssen sich ab kommenden Montag in Kamenz wegen des Verdachts der Freiheitsberaubung vor Gericht verantworten. In rechten Kreisen sorgt die Anklage für Empörung.

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Plötzlich geht in einem Supermarkt in Sachsen eine angebliche Bürgerwehr auf einen Asylbewerber los. Die Gruppe zerrt ihn raus und fesselt ihn mit Kabelbindern an einen Baum. Die Männer halten das für „Zivilcourage“.

Der Tod des Mannes steht nach bisherigen Erkenntnissen in keinem Zusammenhang mit den Ereignissen in dem Supermarkt. Die Obduktion der bereits stark verwesten Leiche habe ergeben, dass der Iraker wohl bereits im Januar in dem Waldstück bei Dorfhain erfroren sei, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Dresden. Hinweise auf Gewalteinwirkung oder eine Straftat gebe es nicht. Untersucht werde weiter, warum der Mann in den Wald gegangen sei und dort zu Tode kam.

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dpa

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