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07.06.2018

16:38 Uhr

Buchtipp

Künstliche Intelligenz – was sie ausmacht und wie sie entsteht

VonDana Heide

Künstliche Intelligenz wird immer alltäglicher. Doch wie gravierend sind die Folgen? Die KI-Expertin Manuela Lenzen klärt auf.

Wie gefährlich kann die Technologie dem Menschen werden? Imago

Künstliche Intelligenz

Wie gefährlich kann die Technologie dem Menschen werden?

BerlinKünstliche Intelligenz (KI) steckt heute schon in vielen kleinen und großen digitalen Geräten. Doch wann sind Maschinen und Computerprogramme eigentlich intelligent? Was können sie bisher wirklich, und wo liegen die Grenzen – auch ethischer Natur? Die Journalistin und KI-Expertin Manuela Lenzen räumt mit Mythen auf und beschreibt auf 272 Seiten alles, was man derzeit über KI wissen muss.

Der erste Teil des Buchs bietet einen detailreichen Überblick darüber, was bereits heute möglich ist und woran geforscht wird. Lenzen geht der Frage nach, was künstliche Intelligenz ausmacht – und sie beschreibt, wie sie entsteht. Die eine Forschergruppe lässt ihre Roboter und Programme eine Lernphase durchlaufen, eine Art digitale Kindheit. Andere füttern sie mit einer Vielzahl von Informationen, bis sie selbstständig auf dieser Basis Entscheidungen treffen können. Doch dieser Prozess ist fehleranfällig. Und er sorgt dafür, dass alte Denkmuster zementiert werden – denn die Grundlage besteht aus alten Daten.

Wann werden die Maschinen also mit uns Menschen mithalten können? Wer Lenzens „Künstliche Intelligenz“ liest, versteht, dass wir noch sehr weit davon entfernt sind.

Manuela Lenzen: Künstliche Intelligenz – Was sie kann und was uns erwartet
C.H. Beck, München 2018, 272 Seiten, 16,95 Euro
ISBN: 978-3406718694

Ein Roboter ist immer spezialisiert. Er kann nach tausendfachem Üben zwar einen Gegenstand greifen, ohne ihn kaputt zu machen, aber nicht gleichzeitig ein guter Schach- oder Fußballspieler sein.

Trotzdem können selbstlernende Systeme wertvolle Assistenten sein. Lenzen gibt Beispiele, wie selbstlernende Programme bei der Diagnose von Krankheiten helfen oder Stellenbewerbungen objektiver bewerten als menschliche Personaler.

Lenzen wägt die Vor- und Nachteile der neuen Technologien unaufgeregt und sachorientiert ab, ohne dabei abschließend zu bewerten.

Die viel beschworenen Katastrophen im Umgang mit den neuen Technologien, die viele fürchten, sind bisher ausgeblieben und auch in absehbarer Zeit nicht zu erwarten. „Doch während wir auf das Spektakuläre warten, sickert die künstliche Intelligenz langsam, aber sicher in unseren Alltag“, so Lenzen. Die KI sei Problem und Lösungsansatz zugleich. Sie ordne die Welt, mache sie aber auch noch komplexer, als sie ohnehin schon ist. Lenzens Fazit: „Wir brauchen eine Utopie oder mehrere für unser Leben mit der künstlichen Intelligenz.“

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Während sich der erste Teil des Buchs detailreich und sehr anspruchsvoll liest, fehlt im zweiten Teil an mancher Stelle die Tiefe. Vielmehr deckt die Autorin dort alle Themen im Bereich der Digitalisierung ab – von Cybersicherheit über Big Data bis zum derzeit diskutierten Algorithmen-Tüv.

Dennoch ist das Buch zu empfehlen. Nehmen Sie sich Zeit, und halten Sie ihr Smartphone griffbereit – sie werden sofort nachschauen wollen, wie beispielsweise der Greifroboter Baxter sich bewegt und der iCub krabbeln lernt.

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