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26.09.2021

08:25

Armin Laschet ist Unions-Kanzlerkandidat sowie CDU-Bundesvorsitzender und Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen. dpa

CDU-Präsidium

Armin Laschet ist Unions-Kanzlerkandidat sowie CDU-Bundesvorsitzender und Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen.

Armin Laschet im Fokus

Lebenslauf, Biografie und politische Karriere des Kanzlerkandidaten der Union

Nach 16 Jahren Angela Merkel könnte die CDU auch den nächsten Bundeskanzler stellen: Armin Laschet. Lesen Sie hier die wichtigsten Fakten und Hintergründe zur Person.

Armin Laschet oder Olaf Scholz: Einer von beiden wird der nächste Bundeskanzler. Das legen aktuelle Hochrechnungen zur Bundestagswahl 2021 nahe. Vor der Wahl zeigten RTL, ARD und ZDF sowie ProSieben und Sat.1 die TV-Trielle. Dabei traten die Spitzenkandidaten von SPD, Grünen und Union gegeneinander an: Olaf Scholz, Annalena Baerbock und Armin Laschet. Letzterer wurde von CDU und CSU als Kanzlerkandidat nominiert. Doch wer ist der Kandidat der CDU, der in den vergangenen Tagen von Rücktrittsrufen begleitet wurde?  

Drei Fakten zu Armin Laschet

  • Derzeitiges Amt: elfter Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen (NRW)
  • Parteimitgliedschaft: Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU), seit 1979 
  • Familienstand: verheiratet

Armin Laschet: Lebenslauf und politische Erfolge

Seit 27. Juni 2017Ministerpräsident des Landes NRW
2013 bis 2017Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion in NRW
Seit 2012Vorsitzender des CDU-Landesverbands Nordrhein-Westfalen und stellvertretender Vorsitzender der CDU Deutschlands
2010 bis 2012Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU-Landtagsfraktion
2005 bis 2010Minister für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes NRW, ab 2010 zugleich Minister für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien
1999 bis 2005Mitglied des Europäischen Parlaments
1995 bis 1999Verlagsleiter und Geschäftsführer der Einhard-Verlags GmbH
1994 bis 1998Mitglied des Deutschen Bundestags

1987 bis 1994


Ausbildung und Tätigkeit als Journalist für bayerische Rundfunksender und das bayerische Privatfernsehen. Wissenschaftlicher Berater der Präsidentin des Deutschen Bundestags
1987Erstes juristisches Staatsexamen
1981 bis 1987Studium der Rechts- und Staatswissenschaften an den Universitäten München und Bonn
1981Abitur

Quelle: CDU

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    Politisches Leben und Gehalt von Armin Laschet

    Armin Laschet und die Union verbindet eine lange Geschichte: 1979, noch vor dem Erreichen seines Abiturs, trat der heute 60-Jährige der CDU bei. Seinen damaligen Berufswunsch verwirklichte er zunächst jedoch im Journalismus. Erst als Auszubildender beim bayerischen Fernsehen, dann als Chefredakteur der Kirchenzeitung für das Bistum Aachen. 

    An Fahrt gewann seine politische Karriere als wissenschaftlicher Berater der damaligen Präsidentin des Deutschen Bundestags, Rita Süssmuth. Im Anschluss folgten Mitgliedschaften im Deutschen Bundestag, im Europäischen Parlament sowie ein Vorsitz der CDU-Landesfraktion in Nordrhein-Westfalen. 

    Seit 2017 ist Armin Laschet Ministerpräsident des Landes NRW und führt dort eine schwarz-gelbe Koalition. Als Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen bezieht Laschet ein Grundgehalt von 17.658 Euro pro Monat. Die Bezüge von Regierungsmitgliedern in Bund und Ländern und ihre Anrechnung auf Abgeordnetenbezüge sind unter dem Aktenzeichen „WD 3 - 3000 - 377/18“ beim Bundestag einsehbar. Laut Recherchen der Rheinischen Post erhält er zudem 6000 Euro pro Jahr für seine Mitgliedschaft im Kuratorium der Krupp-Stiftung.

    Dem Ökonomen Jens Südekum zufolge zählt dabei der ausgehandelte Kohlekompromiss für NRW von 2019 zu den größten wirtschaftspolitischen Erfolgen von Laschets Regierung. Bis zum Ausbruch der Corona-Pandemie Anfang 2020 konnte die schwarz-gelbe Koalition zudem weitestgehend erfolgreich auf die Schuldenbremse drücken.

    Auf dem digitalen CDU-Parteitag vom 16. Januar 2021 wurde Laschet schließlich zum neuen Parteichef gewählt. Nach Angaben der Partei erhielt er damals 796 von 980 abgegebenen gültigen Stimmen – und konnte sich damit gegen Parteikollege Friedrich Merz behaupten. 

    Auch im direkten Wettstreit um die Kanzlerkandidatur innerhalb der Union setzte sich Laschet gegen den bayerischen Ministerpräsidenten und CSU-Chef Markus Söder durch.

    Armin Laschet: Politische Fehltritte im Wahlkampf

    Nachdem sich Anfang Juni 2021 die Berichte mehrten, die Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock habe aufgrund fehlerhafter Angaben ihren Lebenslauf angepasst, lenkten kurz darauf die Recherchen des Nachrichtenportals „T-online“ den Scheinwerfer Richtung Laschet. 

    Der Vorwurf: eine vermeintliche Lücke im Lebenslauf. Demnach habe Laschet seine Lehrtätigkeit an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen von 1999 bis 2015 in seinem offiziellen Lebenslauf auf den Websites der CDU und des Landes NRW nicht angegeben. Bis heute wurde die Lehrtätigkeit nicht ergänzt. 

    „T-online“ zufolge handele es sich zudem bei dem Passus „Mitglied des Direktoriums zur Verleihung des Internationalen Karlspreises zu Aachen“ um eine Falschangabe in Laschets Lebenslauf. Auf Nachfrage soll die Gesellschaft angegeben haben, dass Laschet bereits am 31. Oktober 2020 aus dem Gremium ausgeschieden sei.

    Laut dem österreichischen Plagiatssucher Stefan Weber gibt außerdem eine halbe Seite in Laschets Buch „Die Aufsteigerrepublik. Zuwanderung als Chance“ aus dem Jahr 2009 Anlass für eine Plagiatsprüfung. So soll Laschet Inhalte des früheren bayerischen Kultusministers Hans Maier unzitiert übernommen haben.

    Ungeschickt zeigte sich der CDU-Kanzlerkandidat im Zuge der Flutkatastrophe im Ahrtal. Während einer Rede des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier (SPD), der im Krisengebiet vor laufenden Kameras seine Betroffenheit ausdrückte, sah der Zuschauer im Hintergrund Armin Laschet zusammen mit weiteren Teilnehmern – lachend und sichtlich amüsiert. 

    Laschet teilte im Nachgang mit, er bedauere den Eindruck, der durch eine Gesprächssituation ausgelöst worden sei, und erklärte: „Dies war unpassend, und es tut mir leid.“ Auch Youtuber „Rezo“, der mit seinem 2019 erschienenen Video „Zerstörung der CDU“ viel Aufmerksamkeit erregt hatte, kritisierte in seinem jüngsten Video das Verhalten des Kanzlerkandidaten.  

    Leben und Familie von Armin Laschet

    Am 18. Februar 1961 in Aachen-Burtscheid geboren, wuchs der heutige CDU-Chef zusammen mit seinen drei jüngeren Brüdern bei seinen Eltern Heinrich und Marcella Laschet auf. Als Jugendlicher engagierte er sich als Messdiener und Gruppenleiter in einer lokalen Pfarrgemeinde. Dort lernte er auch seine heutige Frau kennen, Susanne Laschet. 

    Seit 1985 sind die beiden verheiratet, und sie haben drei Kinder: Eva, Julius und Johannes. Letzterer ist als Mode-Influencer bei Instagram unter dem Namen „Joe Laschet“ bekannt und machte zuletzt im Dezember 2020 Schlagzeilen. Dabei stand die Frage im Raum, wieso Johannes Laschets Auftraggeber, das Textilunternehmen van Laack, Produktionsaufträge vom Land NRW bekam. 

    Konkret ging es um 38,5 Millionen Euro plus Mehrwertsteuer für Schutzkittel. Außerdem gab es später einen Auftrag für Alltagsmasken für die Polizei durch das Innenministerium. Allerdings musste dieses Geschäft wegen Verstößen bei der Vergabe inzwischen rückgängig gemacht werden. Das Problem: Es sei versäumt worden, andere Unternehmen in die Ausschreibung einzubeziehen. Die Landesregierung hat eine Bevorzugung van Laacks dementiert.

    Von

    nb

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