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15.10.2018

12:22

Streit in der Union

CSU-Landesgruppenchef Dobrindt will keine „schlauen Ratschläge“ von „Genosse Günther“

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Günther legt der CSU nach der Bayernwahl personelle Konsequenzen nahe. Bei der Schwesterpartei kommt das nicht gut an.

Der Vorsitzender der CSU-Landesgruppe kann mit Ratschlägen aus dem hohen Norden nicht viel anfangen. dpa

Alexander Dobrindt

Der Vorsitzender der CSU-Landesgruppe kann mit Ratschlägen aus dem hohen Norden nicht viel anfangen.

München CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt hat Ratschläge von Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) an die Adresse seiner Partei zurückgewiesen. „Ich erkenne natürlich den Versuch der Provokation“, sagte Dobrindt am Montag vor einer CSU-Vorstandssitzung in München. Deshalb wolle man darauf nicht einsteigen.

Dobrindt fügte aber hinzu: „Was der Genosse Günther auch gerade im Sommer an Positionen verbreitet hat mit möglichen Zusammenarbeiten mit der Linkspartei, das hat weder Vertrauen noch Orientierung gebracht.“ Wer meine, jetzt „schlaue Ratschläge an die Schwesterpartei geben“ zu müssen, solle erstmal über seine eigene Position nachdenken, betonte Dobrindt.

Günther hatte der CSU nach deren Landtagswahl-Niederlage am Sonntag personelle Konsequenzen nahegelegt. „Klar ist: Die CSU muss insgesamt über ihre Führung nachdenken“, sagte der CDU-Politiker im Interview mit dem Handelsblatt. „Horst Seehofer und Alexander Dobrindt sind beide mit dafür verantwortlich, was in Berlin passiert ist.“ Zudem passe der Politikstil, den die CSU pflege „nicht mehr in die Zeit“.

Es sei „bitter“, in so wenigen Jahren so viel Vertrauen zu verspielen, was zeige, „dass da schon einiges schiefgelaufen sein muss bei führenden Personen“. Günther fordert daher „eine Kehrtwende“.

Dazu gehöre, endlich wieder positiv über Politik zu reden und die Probleme zu lösen, anstatt sie düster an die Wand zu malen. „Die Verantwortung trägt die gesamte CSU-Führung“, sagte Günther. „Mit welchen Personen die CSU künftig weitermacht, muss sie selbst entscheiden.“

CDU-Ministerpräsident Daniel Günther: „Der Politikstil, den die CSU pflegt, passt nicht mehr in die Zeit“

CDU-Ministerpräsident Daniel Günther

„Der Politikstil, den die CSU pflegt, passt nicht mehr in die Zeit“

In Schleswig-Holstein führt Daniel Günther (CDU) eine Koalition mit Grünen und FDP. Zum Ergebnis der Bayernwahl meint er: Die CSU müsse über ihre Führung nachdenken.

Seehofer sagte dazu, Äußerungen aus der CDU wolle man nicht öffentlich kommentieren. „Wir sehen jetzt neben der Regierungsbildung in Bayern die große Aufgabe, dass Hessen ein gutes Wahlergebnis mit der CDU bekommt und dass die große Koalition in Berlin stabil arbeitet.“

Handelsblatt Premium

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dpa

Kommentare (5)

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Herr Marcel Europaeer

15.10.2018, 12:44 Uhr

Die CSU sollte den guten Ratschlag aus dem hohen Norden ruhig beherzigen. Wird sie aber nicht.

Den Galionsfiguren der CSU, Seehofer, Söder, Dobrindt, Scheuer fehlt offensichtlich die Fähigkeit zur Selbstkritik und Selbstreflektion. Sie haben sich mit Sprüchen, die kaum noch von denen der AfD zu unterscheiden war, den abgewanderten Wählern angebiedert. Damit haben sie einerseits diese Wähler nicht zurück bekommen und andererseits gemäßigtes Klientel verloren.

Warum hat die CSU, die stolz auf ihre demokratischen und christlichen Werte sein will, den abgewanderungswilligen Wählern nicht die Wahrheit gesagt? Wie wäre es mit einem "Wenn ihr kein Vertrauen mehr in die Politiker und Politikerinnen habt und anstelle von demokratischen Parteien jetzt eine Alternative wählt, die durch Lügen, Hetzerei und Schulterschluss mit Rechtsnationalisten auf Stimmenfang geht, dann schlecht euch gefälligst" gewesen? Dazu fehlte wohl der CSU Mut. (Genauso wie der SPD und der CDU)

Herr Frank Süßmuth

15.10.2018, 13:00 Uhr

Das es in der CDU auch mal kreative Querdenker gibt hat Daniel Günther jetzt mehrfach bewiesen. Das nötigt mir Respekt ab. Wer nach schneller Analyse der Wählerwanderung von der CSU zu den GRÜNEN immer noch immer nicht begreifen möchte das es darum geht auf die Wähler einzugehen der ist mehr als von Vorgestern. Klare perspektiven und alternativen sind gefragt und keine Polemik á la AFD oder anderen Hardlinern die nur alles nachplappern oder zerstörerisch agieren möchten. Weiter so Herr Günther möchte man rufen obwohl ich nicht der CDU Wähler bin.

Herr Wolfgang Trantow

15.10.2018, 14:50 Uhr

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