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16.02.2022

11:30

nebenwirkungen booster impfung dpa

Nebenwirkungen nach der Booster-Impfung

Lesen Sie, welche Nebenwirkungen laut Zulassungsstudien nach einer Auffrischungsimpfung mit den mRNA-Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Moderna auftreten können.

Booster

Welche Nebenwirkungen können bei der Impfung mit Biontech und Moderna auftreten?

Seit Anfang Oktober frischen Menschen ihren Impfschutz auf. Die Booster-Impfung gilt als sicher. Zulassungsstudien zeigen, welche Nebenwirkungen auftreten können.

Etwa 46,3 Millionen Menschen in Deutschland haben bereits eine Booster-Impfung erhalten. Das meldete das Robert Koch-Institut am Mittwoch. Junge Personen unter 30 Jahren sowie Schwangere sollten grundsätzlich jedoch nur den Impfstoff von Biontech/Pfizer verabreicht bekommen. Hintergrund der Empfehlung seien neue Daten zu Nebenwirkungen. Doch welche Nebenwirkungen gibt es? Ein Überblick. 

Welche Impfstoffe sind für die Booster-Impfung zugelassen? 

Als Auffrischungsimpfungen sind die Wirkstoffe von Biontech und Moderna zugelassen. Während der Impfstoff von Biontech und Pfizer bereits am 4. Oktober 2021 zugelassen wurde, ist das Vakzin von Moderna rund drei Wochen später von der European Medicines Agency (Ema) zugelassen worden. Die Wirkstoffe sind gleich geblieben. Bei der Zulassung wurde lediglich getestet, welche Wirkung eine dritte Spritze hat.

Seither können sich Personen ab 18 Jahren eine dritte Dosis mit einem der beiden mRNA-Impfstoffen verabreichen lassen, sofern die zweite mindestens drei Monate zurückliegt. Bei schwer immunsupprimierten Personen kann bereits 28 Tage nach der zweiten Impfung die Booster-Impfung erfolgen. 

Wer sollte welchen Impfstoff für die Booster-Impfung erhalten? 

Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums sollte möglichst der mRNA-Impfstoff verabreicht werden, der bei der Grundimmunisierung zum Einsatz gekommen ist. Sollte dieser nicht verfügbar sein, kann auch der jeweils andere mRNA-Impfstoff geimpft werden. Wurde zur Grundimmunisierung ein Vektorimpfstoff verwendet, zum Beispiel von Astra-Zeneca oder Johnson & Johnson, kann ebenfalls sowohl mit den Wirkstoffen von Biontech als auch Moderna aufgefrischt werden.

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    Biontech: Welche Nebenwirkungen können bei der Auffrischungsimpfung auftreten?

    Bereits im September 2021 genehmigte die US-Gesundheitsbehörde FDA eine Auffrischungsimpfung mit Biontech/Pfizer für bestimmte Personengruppen in den USA. Dabei bezog die Behörde eine klinische Studie mit mehr als 300 Probandinnen und Probanden in ihre Entscheidung ein. Untersucht wurden mitunter die Nebenwirkungen einer dritten Dosis mit dem mRNA-Impfstoff. 

    Das Ergebnis: Die Häufigkeit und der Schweregrad der Impfreaktionen ähnelten den bereits bekannten Nebenwirkungen infolge der Grundimmunisierung. So gehörten zu den am häufigsten gezählten Impfreaktionen nach der Booster-Impfung: 

    • Schmerzen an der Injektionsstelle – 83 Prozent
    • Müdigkeit – 63,7 Prozent
    • Kopfschmerzen – 48,4 Prozent

    Quelle: FDA Briefing Document, 17. September 2021

    Seltener wurden Muskel- oder Gelenkschmerzen sowie Schüttelfrost beobachtet. Nach Angaben der FDA beklagten allerdings mehr Menschen – etwa 5,2 Prozent – das Anschwellen von Lymphknoten in den Achselhöhlen als nach der zweiten Impfdosis mit Comirnaty, also dem Biontech-Impfstoff. Bei allen Betroffenen äußerte sich die Impfreaktion innerhalb von drei Tagen nach der Impfung. Sie ist innerhalb von zwei bis acht Tagen wieder abgeklungen. Es wurden keine allergischen Reaktionen berichtet.

    Moderna: Welche Nebenwirkungen sind infolge der Booster-Impfung zu erwarten?

    Der Ema zufolge ähneln auch die Nebenwirkungen nach der Auffrischungsimpfung mit dem Impfstoff von Moderna, Spikevax, den Impfreaktionen nach der zweiten Dosis. Im Vergleich zur ersten Impfung wird bei der Booster-Impfung lediglich die halbe Dose verabreicht. 

    In einer klinischen Studie mit 171 Teilnehmenden, deren Erst- und Zweitimpfung bereits mit dem Moderna-Impfstoff erfolgte, wurden unter den 18- bis 65-Jährigen folgende Nebenwirkungen festgestellt:

    • Schmerzen an der Injektionsstelle – 86 Prozent
    • Müdigkeit – 62 Prozent 
    • Kopfschmerzen – 58,9 Prozent 
    • Muskelschmerzen – 49,6 Prozent
    • Gelenkschmerzen – 41,9 Prozent
    • Schüttelfrost – 40,3 Prozent 

    Quelle: FDA Briefing Document, 14. Oktober 2021

    Von einer Schwellung der Lymphknoten waren 24,8 Prozent der 18- bis 65-Jährigen betroffen. Bei den über 65 Jahre alten Probandinnen und Probanden lag der Anteil bei 5,3 Prozent. Gefährliche allergische Reaktionen sind nicht aufgetreten. 



    In der Vergangenheit wurden nach der Impfung mit den mRNA-Impfstoffen sehr seltene Fälle von Herzmuskel- und Herzbeutelentzündungen bei jüngeren Personen unter 30 Jahren beobachtet – bei Spikevax häufiger als bei Comirnaty. 

    Der Verlauf der Herzmuskel- und Herzbeutelentzündungen sei nach bisherigem Kenntnisstand „überwiegend mild“, heißt es vonseiten der Stiko. Nach Angaben der Ema ist das genaue Risiko von entzündlichen Herzerkrankungen oder anderen seltenen Nebenwirkungen nach einer Booster-Impfung noch nicht bekannt. 

    Von

    nb

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