MenüZurück
Wird geladen.

25.09.2017

07:25 Uhr

709 Abgeordnete

Stühlerücken im größten Bundestag der Geschichte

Nach der Wahl ist im Bundestag großes Stühlerücken angesagt. Unter der Kuppel des Reichstagsgebäudes wird umgebaut. Die neuesten Mitglieder warten zunächst noch auf ihre Mitgliedsausweise – dürfen aber trotzdem rein.

Die künftige Sitzordnung im Bundestag muss noch geklärt werden. dpa

Plenarsaal in Berlin

Die künftige Sitzordnung im Bundestag muss noch geklärt werden.

Exakt 709 Abgeordnete werden dem neuen Bundestag angehören. Das ist der größte Bundestag in der Geschichte der Bundesrepublik. Der bisherige Rekord lag bei 672 Mandaten im Jahr 1994. Zuletzt waren es 631 Abgeordnete. Für Kritiker ist fraglich, ob das Volk nun besser repräsentiert wird. Teurer werde es allemal, aber nicht unbedingt effizienter.

Warum erhöht sich die Zahl der Abgeordneten?

Dies ist Folge des Wahlrechts von 2013 - durch Überhang- und Ausgleichsmandate. Überhangmandate entstehen, wenn eine Partei in einem Bundesland mehr Direktmandate erringt als ihr nach ihrem Zweitstimmen-Anteil eigentlich zustehen. Diese ungleiche Chancenverteilung wird durch Ausgleichsmandate kompensiert. Das Problem war bekannt, eine Wahlrechtsreform aber scheiterte.

Reicht überhaupt der Platz im Plenarsaal?

Ja. Da ist durchaus noch Luft. Schließlich fanden dort auch schon 1260 Wahlleute Platz - zuletzt, als die Bundesversammlung im Februar 2017 den nächsten Bundespräsidenten wählte.

Geht es gleich an diesem Montag mit den Umbauarbeiten los?

Nein. Auf das Startsignal für den Umbau des Plenarsaals, der Büros und der Fraktionsebene müssen die Handwerker noch warten. Davor sind einige politische Entscheidungen zu fällen. „Die Diskussionen darüber, wer wo sitzt, werden in den Fraktionen geführt“, heißt es in der Bundestagsverwaltung. Kurz vor der konstituierenden Sitzung des Bundestags werde der Umbau beginnen. Die ist laut Grundgesetz spätestens am 30. Tag nach der Wahl, also spätestens 24. Oktober.

Was passiert bis dahin?

Eine wichtige Rolle in der Übergangszeit spielt der Ältestenrat, der aus dem bisherigen Bundestagspräsidenten Norbert Lammert (CDU), seinen Stellvertretern sowie 23 weiteren Abgeordneten besteht. Das Gremium ist dafür zuständig, zwischen den Fraktionen zu vermitteln und die Verteilung etwa der Räume zu regeln. Doch der eigentliche Ältestenrat muss auch erst noch gebildet werden - ebenfalls spätestens 30 Tage nach der Wahl. Solange vermittelt zwischen den Fraktionen ein sogenannter Vor-Ältestenrat.

+++ Newsblog nach der Bundestagswahl +++: Die wichtigsten Ereignisse des Tages im Überblick

+++ Newsblog nach der Bundestagswahl +++

Die wichtigsten Ereignisse des Tages im Überblick

Nach der Wahl beginnen die strategischen Züge: Die CSU meckert, die SPD schmollt, die AfD spaltet sich, Grüne und FDP laufen sich warm, die Linke ist zufrieden. Die Ereignisse des Tages im Newsblog.

Wo werden die AfD-Abgeordneten im Plenarsaal sitzen?

Das ist eine der Fragen, die die Fraktionen untereinander klären müssen. Würde die neue Fraktion der rechtspopulistischen AfD vom Rednerpult aus gesehen am rechten Rand des Plenarsaals platziert, würde sie direkt neben der Regierungsbank sitzen. Am linken Rand würde sie der Linksfraktion deren symbolträchtigen Platz streitig machen. Und der Platz in der Mitte wiederum dürfte unter anderem der SPD nicht passen. Denn die Mitte der Gesellschaft repräsentiert die AfD - aus Sicht der anderen Parteien - eher nicht.

Und wo werden die sechs Fraktionen untergebracht?

Auch dies müssen die Fraktionen unter sich klären. Bisher reichte dafür die Fraktionsebene im denkmalgeschützten Reichstagsgebäude. In jeder der vier Ecken unter den vier Türmen kam eine Fraktion unter. Jetzt muss auch Platz für AfD und FDP gefunden werden. Es kam schon einmal vorher, dass sich Linke und Grüne einen Fraktionssaal teilen mussten. Aber diesmal ist die Sache wohl komplizierter. Die vier bisher schon im Bundestag vertretenen Fraktionen wollen schon am Dienstag zu ihrer ersten Sitzung zusammenkommen - und die künftigen Fraktionsspitzen für die kommenden vier Jahre wählen.

Amtliches Endergebnis Bundestagswahl: So lautet das Wahlergebnis – 709 Abgeordnete im neuen Bundestag

Amtliches Endergebnis Bundestagswahl

So lautet das Wahlergebnis – 709 Abgeordnete im neuen Bundestag

Das vorläufige Endergebnis der Bundestagswahl ist vom Wahlleiter verkündet worden. Der neue Bundestag hat demnach 709 Abgeordnete. CDU/CSU erhalten 246 Mandate, die SPD 153. Drittstärkste Kraft ist die AfD.

Erhalten die neuen Abgeordneten von FDP und AfD sofort Zugang?

Sowohl FDP als auch AfD haben mit der Bundestagsverwaltung - bereits knapp zwei Wochen vor dem Wahlsonntag - Vorgespräche geführt, um „technische und rechtliche Fragen“ zu klären. Etwa die Tatsache, dass die „Neuen“ noch keine Bundestags-Ausweise haben. Für sie sollen vorerst Namenslisten an Eingängen der Bundestagsgebäude liegen. Die „Neuen“ erhalten auch ein „Starterpaket“. Das enthält Informationen unter anderem zur Beschäftigung von Mitarbeitern, zu Mandats- und Dienstreisen, Fahrdienstleistungen, Nutzungsbedingungen der Bahn Card oder auch den Sitzungskalender. Offiziell heißt es: „Gewählte Bewerber erwerben die Mitgliedschaft im Deutschen Bundestag nach der abschließenden Feststellung des Ergebnisses mit Eröffnung der konstituierenden Sitzung des Deutschen Bundestages.“

Reicht der Platz auch für die vielen Mitarbeiter aller Fraktionen?

Grundsätzlich stellt die Bundestagsverwaltung insgesamt ein Raumkontingent zur Verfügung - das die Fraktionen untereinander aufteilen. Für die zusätzlichen Abgeordneten und ihre Mitarbeiter werden weitere Gebäude in der Nähe genutzt. Sie dürfen nicht zu weit entfernt sein, damit Abgeordnete auch kurzfristig zu Abstimmungen eilen können. Dafür müssen Mitarbeiter der Verwaltung ausweichen - ins frühere Bundesinnenministerium in Alt-Moabit.

Von

dpa

Kommentare (4)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Sir Alex

25.09.2017, 08:22 Uhr

Ein großartiger Tag für die Demokratie!

Herr Günther Schemutat

25.09.2017, 08:25 Uhr

Danke an alle CDU Wähler , die ihre Partei Stimmen mässig verlassen haben um sie vor weiteren Schaden zu bewahren. Das hat noch nicht genützt , fast 70%
der Bürger wollen Merkel nicht ist noch nicht angekommen und so passiert es, dass wir auf den Boden knallen , nachdem Merkel uns Gesellschaftlich gegen die Wand gefahren hat. Noch schlimmer Merkel holt sich Hilfe statt zurück zu treten
und die Hilfe heißt Grün. Die Vergiftung unseres Landes muss wohl zum Ende geführt werden.

Als Nichtwähler der SPD sage ich hat Schulz richtig gehandelt , er hat keine Schuld an der Situation unseres Landes. Die haben Gabriel, Oppermann und Co .
Die müssen weg und andere auch.

Eine Regierung mit Grünen ist nicht möglich , sie schürrt den Hass auf die Politik weiter nach oben. Die FDP muss aufpassen, dass könnte das letzte mal sein , dass sie im Bundestag sitzen .

Die AFD wird alles dahin tragen was die Deutschen an Sorgen haben….in den Bundestag. Das ist Richtig und wird den Bundestag neues Leben einhauchen

Die CSU als Wackeldackel von Merkel auf der Hutablage wurde oft gewarnt. Ein gut regiertes Bayern ist nicht sicher für die CSU. Geht Deutschland unter , geht Bayern auch unter. Das haben die Bayern verstanden , nur nicht Seehofer und CO.

Mein Tipp: Merkel und engste Mitarbeiter weg. Bei der SPD alle weg die Mitschuld tragen an der Situation in unseren Land. Dann eine Regierung
bilden die sich die Kanzlerschaft nach zwei Jahren Teilen.

Alles andere führt zur Katastrophe in unseren Land. Niemand würde Göring-E und Özdemir in einer Regierung ertragen außer die Beiden selber.

Merkel ist alles andere , nur kein echtes CDU Mitglied. Bitte abtreten , sonst werden das bald andere machen .

Herr Sir Alex

25.09.2017, 08:26 Uhr

Das Problem sind die alten CDU Stammwähler. Die Schlafschafe die die Zusammenhänge nicht begreifen (wollen)

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×