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22.09.2017

13:28 Uhr

AfD-Streit vor der Bundestagswahl

Gauland weist Petry zurecht

VonDietmar Neuerer

AfD-Chefin Petry hat mit Aussagen über den Zustand ihrer Partei den Zorn von Spitzenkandidat Gauland auf sich gezogen. Im Fernsehen weist er sie zurecht. Andere Funktionäre bringen harte Konsequenzen ins Spiel.

„Man sollte in den letzten Tagen des Wahlkampfes die eigenen Leute nicht in Zweifel stellen.“ AP

Alexander Gauland.

„Man sollte in den letzten Tagen des Wahlkampfes die eigenen Leute nicht in Zweifel stellen.“

BerlinKurz vor der Bundestagswahl ist in der AfD ein heftiger Streit über die Ausrichtung der Partei entbrannt.  Auslöser sind Äußerungen von Bundesparteichefin Frauke Petry. In einem Interview mit der „Leipziger Volkszeitung“  warnte sie vor den Folgen mancher problematischer Aussagen von Parteifunktionären.

Auf die Frage, ob sie sich darüber ärgere, wenn AfD-Spitzenkandidat Alexander Gauland  mit seinen Aussagen zur Wehrmacht oder Co-Spitzenkandidatin Alice Weidel mit einer ihr zugeschriebenen  „Reichsbürger“-Mail Schlagzeilen auslöse, sagte sie, sie verstehe, „wenn die Wähler entsetzt sind“.

Gauland erklärte dazu in der Wahl-„Schlussrunde“ von ARD und ZDF: Was Petry gesagt habe, „halte ich für völlig falsch“. Er könne nicht sehen, dass Wähler der Partei den Rücken kehrten, wenn die Prozente in Umfragen nach oben gingen. „Irgendwo stimmt da die Logik nicht“, so Gauland. Er wisse nicht, was Petry zu ihren Aussagen bewegt habe. Und er fügte hinzu: „Man sollte in den letzten Tagen des Wahlkampfes die eigenen Leute nicht in Zweifel stellen.“

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Für die AfD kommt der Streit zur Unzeit. Co-Parteichef Jörg Meuthen soll deshalb auch versucht haben, eine öffentliche Debatte darüber zu unterbinden. Nach Informationen der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ soll er, nachdem sich mehrere Funktionäre an ihn gewandt hatten, in der Partei die Devise ausgegeben haben, in der Öffentlichkeit „kein Sterbenswort über Petrys Verhalten zu verlieren“.

Meuthen soll dies mit der Sorge begründet haben, der Vorgang könne der AfD kurz vor der Bundestagswahl einen „empfindlichen Schaden“ zufügen. Immerhin hätten Petrys Äußerungen so verstanden werden können, als warne sie vor der Wahl ihrer eigenen Partei. Laut FAZ soll mancher AfDler, der bei Meuthen angerufen hat, „außer sich vor Zorn“ gewesen sein. Es sei sogar von einem möglichen Parteiausschlussverfahren gegen Petry die Rede gewesen.

Dabei zweifelt Petry nicht an einem Wahlerfolg für ihre Partei. „Ich gehe davon aus, dass die AfD auf jeden Fall zweistellig wird“, sagte sie. In Sachsen liege man momentan bei knapp unter 20 Prozent. Man habe allerdings schon mal mehr Zuspruch gehabt. „Doch die parteiinternen Konflikte gehen natürlich nicht spurlos an der AfD und den Menschen vorüber“, betonte die AfD-Chefin. „Wenn nicht klar ist, wohin die Partei steuert, verunsichert das die Wähler.“

Kommentare (57)

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Herr Sir Alex

22.09.2017, 13:35 Uhr

Petry spielt jetzt die beleidigte Leberwurst!

Novi Prinz

22.09.2017, 13:43 Uhr

Schreiben Sie über mir , egal was , gut oder schlecht ,
Hauptsache Sie schreiben !
So werden mir geholfen !

Enrico Caruso

22.09.2017, 13:43 Uhr

Es gibt unterschiedliche Meinungen innerhalb der AfD. Shocking!!!

Kein Maulkorberlass, keine Meinungszensur, möglicherweise auch kein Fraktionszwang? Ich befürchte fast, die AfD ist demokratisch.
Für Leute wie etwa Altmaier oder Lammert (beide CDU) muss das wie aus einer fremden Welt klingen.

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