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22.09.2017

08:25 Uhr

Alle gegen Gauland bei TV-„Schlussrunde“

„Sorgen und Ängste zu schüren, das ist Ihr Geschäftsmodell“

Von der Leyen und Schwesig statt Merkel und Schulz: In der letzten großen TV-Debatte nehmen die Spitzenleute AfD-Frontmann Gauland in die Zange. Neue Erkenntnisse gibt es kaum, dafür aber einige Wahltipps.

ARD und ZDF hatten Spitzenkandidaten aller Parteien eingeladen, die CDU-Vorsitzende Angela Merkel und SPD-Chef Martin Schulz hatten aber abgesagt. dpa

„Schlussrunde“

ARD und ZDF hatten Spitzenkandidaten aller Parteien eingeladen, die CDU-Vorsitzende Angela Merkel und SPD-Chef Martin Schulz hatten aber abgesagt.

BerlinBeim letzten TV-Schlagabtausch vor der Bundestagswahl haben Spitzenpolitiker von Union, SPD, Linkspartei, Grünen und FDP am Donnerstagabend gemeinsam Front gegen die AfD gemacht.

Die AfD überschreite mit organisierten Störaktionen beim Wahlkampf anderer Parteien vor allem im Osten Grenzen und verbreite dabei Hass und Hetze, kritisierte Grünen-Spitzenkandidaten Katrin Göring-Eckardt in der Sendung „Wahl 2017 – Die Schlussrunde“ von ARD und ZDF. „Man brüllt sich nur noch gegenseitig nieder.“ Die AfD wolle die Gesellschaft spalten und stelle die Demokratie infrage.

SPD-Vize Manuela Schwesig, die Kanzlerkandidat Martin Schulz vertrat, stieß in das gleiche Horn. Sie warf AfD-Spitzenkandidat Alexander Gauland vor: „Ihr Geschäftsmodell ist, diese Sorgen und Ängste zu nutzen und zu schüren.“ Vor kurzem habe eine 70-jährige Frau bei einem Bürgerfest zu ihr gesagt: „Wenn ich die Worte und den Ton von Herrn Gauland höre, dann erinnert es mich an den Ton von Nazis.“

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Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, die für Kanzlerin Angela Merkel (beide CDU) in der Runde saß, sprach Gauland die Fähigkeit ab, in „großen Konzepten“ zu denken: „Sie sind nicht fähig, mit anderen Nationen überhaupt Konzepte der Zukunft zu denken.“ FDP-Chef Christian Lindner mahnte an, den „abwegigen Äußerungen“ der AfD nicht zu viel Aufmerksamkeit zu schenken. Stattdessen solle man sie bei Alltagsproblemen wie Schulausfall und Digitalisierung „stellen“.

Gauland bestritt, dass seine Partei im großen Stil Störer zu Wahlkampfveranstaltungen etwa von Merkel schicke. „Wir haben es nicht organisiert“, sagte Gauland. Es habe nur eine Merkel-Veranstaltung in Brandenburg an der Havel gegeben, zu der AfD-Anhänger geschickt worden seien. Bei mehreren Merkel-Kundgebungen im Osten Deutschlands waren Gegendemonstranten mit AfD-Plakaten und AfD-Fahnen zu sehen. Gauland betonte: „Bei öffentlichen Kundgebungen werde ich auch niedergeschrien, werden wir alle niedergeschrien.“

ARD und ZDF hatten Spitzenkandidaten aller Parteien eingeladen, die CDU-Vorsitzende Merkel und SPD-Chef Schulz hatten aber abgesagt.

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Mehr Geld für Schulen, mehr Tempo bei der Digitalisierung, mehr Geld und Anerkennung für Pfleger, faire Renten - in vielen Themen war die Runde sich im Grundsatz einig. Für kurze Aufregung sorgte CSU-Spitzenkandidat Joachim Herrmann, der den Anstieg der Altersarmut auch auf „diese komischen Durchschnittsberechnungen“ zurückführte – wenn der Wohlstand allgemein steige, dann gelte als arm, wer lediglich das gleiche wie vor fünf Jahren habe. Linken-Spitzenkandidatin Sahra Wagenknecht fand das „unverschämt“ und verwies auf Rentenkürzungen.

Anders als in anderen Wahlsendungen machten die Moderatorinnen Tina Hassel (ARD) und Bettina Schausten (ZDF) auch die Klimapolitik zum Thema, die im Wahlkampf bisher kaum eine Rolle spielte. Gauland stieß auf Unverständnis mit seiner Haltung zum Klimawandel. Inwieweit der menschengemacht sei, sei „höchst problematisch“, sagte er – was der allergrößte Teil der Wissenschaftler anders sieht. Von der Leyen verteidigte die Klimapolitik von Kanzlerin Angela Merkel (CDU): Deutschland halte die europäischen Ziele ein. Es stimme aber, dass die nationalen Ziele derzeit nicht eingehalten würden. „Klar müssen wir da ehrgeiziger sein.“

Zum Abschluss sollten die Spitzenpolitiker angeben, wie ihre Partei am Sonntag abschneiden wird.

Kommentare (57)

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Herr Günther Schemutat

22.09.2017, 08:52 Uhr

Diese Sendung diente nur dazu unter Aufsicht des Staatsfernsehen, die AFD noch einmal zu schwächen. Ansonsten war es das übliche Blah blah und Merkel hatte abgesagt weil sie wusste , dass ist nur rumsitzen um die Zuschauer zu langweilen. So kam es auch! Auch nach der Wahl werden wieder zwei bis dreitausend Lobbyisten
in den Bundestag schwärmen und das leisten , was Politiker verständlich nicht können . Ihre Aufgabe ist es nur ,Deutschland als Land zusammen zu halten, Das können sie und wollen und dürfen sie auch nicht und Lobbyisten ist das egal , ihr Land ist das Land, wo die Kohle reichlich fließt . Wenn nicht , wandern sie weiter!

Herr Karl Gross

22.09.2017, 09:16 Uhr

Das Einzige was ich erkennen kann, ist die Angst der Etablierten um Ideen und die eigenen Pfründe. Inklusive der Diäten und Überhangmandate. ...Lasst uns das Parlament wieder zu einer Stätte der Auseinandersetzung machen! Egal ob Links oder Rechts. Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

Herr Günther Heck

22.09.2017, 09:19 Uhr

Die Menschen können sich selbst einen Eindruck über das Multikultiprgramm der letzten Jahrzehnte machen und über die gegenwärtige Flüchtlingspolitik ohne Obergrenzen.

Dazu braucht man keine belehrenden und besserwisserichen Politiker -innen, die in ihrem Elfenbeinturm sitzen, von Personenschützern im Land und deren Panzerfahrzeugengeschützt werden. Ferner -sowie bei der Politikerin Schwesig es der Fall ist- dann seine Kids auf Privatschulen schickt.

Wer mit beiden Beinen im Leben ist, herumkommt und keine Scheuklappen hat, sieht doch was los ist. Es fängt in der Kita und Schule an und endet dann oft in einer Hartz Karriere und ist schon lange kein Einzelfall sondern meist die Regel.
So sieht es denn auch uns und es geht so zu. Ganze Stadtgebiete sprechen mit ihren Kulturen eine ganz andere Sprache im wörtlichen Sinne.

Das kann man alles tolerieren muss man aber nicht.

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