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04.09.2017

06:03 Uhr

Kommentar zum TV-Duell

Schulz punktet, aber es reicht nicht

VonThomas Sigmund

Kanzlerkandidat Martin Schulz hat sich in der TV-Debatte mit Angela Merkel wacker geschlagen. Gewaltige Wirkungstreffer fehlten allerdings. Die erfahrene Kanzlerin wirkte insgesamt kompetenter. Ein Kommentar.

Angela Merkel vs. Martin Schulz

TV-Duell verpasst? Das sind die wichtigsten Aussagen

Angela Merkel vs. Martin Schulz: TV-Duell verpasst? Das sind die wichtigsten Aussagen

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BerlinDas TV-Duell wird keinen richtungsweisenden Stimmungsumschwung in Deutschland bringen. SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hat sich am Sonntagabend wacker gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel geschlagen. Doch weder gab es gewaltige Wirkungstreffer und erst recht nicht den K.-o.-Schlag, den es gebraucht hätte, um einen ähnlichen Schulz-Hype wie zu Beginn seiner Kanzlerkandidatur auszulösen.

Schulz hat sich selbst einmal als Street Fighter bezeichnet. Während der 97-minütigen Debatte konnte man ab und zu erahnen, was er damit meinte. Er erfüllte die Erwartungshaltung an einen Herausforderer, wirkte angriffslustiger und konnte auch bei den Themen Türkei oder Rente mit 70 punkten. In beiden Fällen konnte er der Kanzlerin eine feste Position abringen. Auch sein Schlussplädoyer wirkte durchdachter. Gehörig ins Straucheln kam er bei der Steuerentlastung für eine Familie mit zwei Kindern. Die Entlastungshöhe von 250 Euro dürfte ins Blaue hinein geschossen gewesen zu sein.

Merkel wirkte insgesamt kompetenter, sie spielte ihre zwölfjährige Regierungserfahrung aus. Die Kanzlerin wollte sich in diesen unruhigen Zeiten weder auf einen endgültigen Bruch mit Erdogan noch auf die massiven Vorwürfe von Schulz gegen US-Präsident Trump einlassen. Politik ohne Zirkus, auch in Zeiten des Wahlkampfes.

Was völlig in der Debatte fehlte, waren die beiden zentralen Herausforderungen Deutschlands: Bildung und Digitalisierung. Auch zur Euro-Krise war nichts zu hören. Dafür kam es einem streckenweise so vor, dass nicht Schulz und Merkel sich duellierten, sondern die Moderatoren mit den Politikern.

Am Ende konnte Schulz punkten, aber es reicht gegen die Kanzlerin nicht. Dem SPD-Kanzlerkandidaten bleiben noch drei Wochen, um das Blatt zu wenden.

Kommentare (23)

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Herr Karl Gross

04.09.2017, 08:32 Uhr

Beide nicht wählbar. Weder die alte Frau die mit Ihren Entscheidungen Deutschland belastet, noch der andere Teil der bürokratischen Regierung der ins Nirwana führt. Zum Glück gibt es wirkliche Alternativen.

Herr Peter Kastner

04.09.2017, 08:43 Uhr

Schliesse mich an, Herr Karl Gross. Da muss man schon große Verrenkungen machen, um noch schlechter dazustehen als Merkel, aber Schulz macht sich die Mühe. Da hilft es nur, nach Alternativen zu suchen.

Herr Robbie McGuire

04.09.2017, 09:20 Uhr

Ich habe mir das "TV-Duell" nicht angetan. Das Format und die Fragen waren mehr oder weniger im Vorfeld analog den Forderungen aus dem Kanzleramt festgelegt. Es gibt Interessanteres am Abend. als eine politsche Kuschelsendung zu verfolgen. Beispielweise das Live-Konzert von Eric Clapton anlässlich seines 70. Geburtstages in der Royal Albert Hall.

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