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09.09.2017

14:50 Uhr

Kurioses im Wahlkampf

Kartoffelsuppe, FKK und Hipster

Der Bundestagswahlkampf bietet einige Kuriositäten: Neben den Kochkünsten der Kanzlerin kamen unter anderem Themen wie FKK und Hipster auf. Einige Politiker sorgten dabei besonders für Diskussionsstoff.

Die Bundeskanzlerin erklärt im Wahlkampf, wie sie ihre Kartoffelsuppe zubereitet. dpa

Angela Merkel

Die Bundeskanzlerin erklärt im Wahlkampf, wie sie ihre Kartoffelsuppe zubereitet.

BerlinAngela Merkel geht im Wahlkampf bis zum Äußersten: Sie wird privat. „Ich zerstampfe die Kartoffeln immer selbst mit einem Kartoffelstampfer und nicht mit der Püriermaschine“, verrät sie der „Bunten“. Solche Sätze sind eine Steilvorlage für die „Heute-Show“, die Satiresendung im ZDF. „Endlich: Merkels verbindlichste Aussage in zwölf Jahren Kanzlerschaft“, schreibt die Redaktion zur Causa Kartoffelsuppe.

Wenn die „Heute-Show“ am Freitag (8.9.) aus der Sommerpause kommt, hat sie reichlich Stoff. Der Wahlkampf liefert einiges an Material. Würde man die Bundestagswahl wie Comic-Held Asterix sehen, könnte man sagen: „Die spinnen, die Deutschen“.

Schon bei den Formalien geht was schief: In Heidelberg plakatiert die CDU aus Versehen SPD-Plakate. Im Wahlkreis Kreuznach müssen Stimmzettel nachgedruckt werden, das Papier war zu dünn fürs Wahlgeheimnis. Vor dem TV-Duell reklamiert die SPD im Internet den Sieg schon Stunden vorher für sich - und entschuldigt sich nach dem „peinlichen Fehler“ für die angerichtete „Verwirrung“.

Nacktes geht immer, gerade im Sommer: Das weiß Medienprofi Gregor Gysi, der im „Playboy“ das Verschwinden von FKK im Osten beklagt. Er verspricht, sich bei seinen Linkspartei-Kollegen für FKK im Osten einzusetzen. Sich selbst ausgenommen: „Alles hat Grenzen“, sagt Gysi der „Bild“-Zeitung, die ihn zu den Nackten am Berliner Müggelsee begleitet und ihn damit auf den Titel hebt. „Wenn überhaupt, findet FKK bei mir nur noch zu Hause statt.“

CDU-Politiker Jens Spahn findet ein neues Feindbild: den Kellner, der in den Berliner Cafés nur Englisch spricht. Das gehe ihm „auf den Zwirn“, so Spahn. Mit dieser Meinung ist er in Berlin gar nicht so allein. Nachdem das Interview der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ Spahn ins Gespräch gebracht hat, legt er nach. In der „Zeit“ kritisiert Spahn, die Hipster, also die vermeintlich coolen Leute, schotteten sich mit ihrem Englisch ab. „Hipster-Hass als Wahlkampf-Thema. Groß!“, schreibt das Modeblog „Dandy Diary“ dazu.

FDP-Chef Christian Lindner wirkt auf den Wahlplakaten wie ein Rasierwasser-Model. Er ist so präsent, dass das Satiremagazin „Extra 3“ ein Bild mit dem Spruch versieht: „Alle elf Sekunden verliebt sich ein Liberaler in sich selbst.“ Manche fühlen sich bei Lindner an einen Vertreter erinnert, der eine Thermomix-Maschine verkauft. Die Twitteraktion bekommt das Schlagwort „ThermiLindner“. Dass der smarte Parteichef zwischen den Wahlkampfterminen noch für die Jägerprüfung büffelt, macht er selbst gern zum Thema.

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