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01.09.2017

14:43 Uhr

TV-Duell Merkel gegen Schulz

„Bombastik pur“

VonBarbara Gillmann

Zwei Tage vor dem großen Event, dem TV-Duell von Angela Merkel und Martin Schulz, luden vier Sender zur großen Pressekonferenz – mit vier Moderatoren und drei Chefredakteuren. Eine völlig überflüssige Veranstaltung.

Merkel vs. Schulz

Kurz vor dem TV-Duell: So viele Unentschlossene wie noch nie

Merkel vs. Schulz: Kurz vor dem TV-Duell: So viele Unentschlossene wie noch nie

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BerlinWird Peter Strunz am Sonntagabend die Kanzlerin und ihren Herausforderer ähnlich persönlich attackieren, wie er es am Mittwoch in der Runde der kleinen Parteien vor allem mit Christian Lindner tat? Naja. „Wenn Martin Schulz sich bis dahin den Bart abrasiert, werde ich ihn wahrscheinlich danach fragen“, sagt Strunz. Gibt es Geheimfragen der Moderatoren? Wieder Strunz: „Ja habe ich – ist aber geheim.“ Da lässt sich Sandra Maischberger von der ARD doch zu einer charmant-genervten Klarstellung herab: Es hätte „keinen Sinn, wenn jeder der Moderatoren eine eigene Agenda verfolgt“.

Armes Deutschland. Der mediale Hype um die Stilfragen des TV-Duells hat an diesem Freitag in Berlin-Adlershof einen neuen, peinlich anmutenden Höhepunkt erreicht: Zwei Tage vor dem TV-Duell Angela Merkel versus Martin Schulz traten am gleichen Ort drei Chefredakteure (nur der von RTL hatte offenbar Wichtigeres zu tun) und die vier Moderatoren vor die Presse, um die Nation fast eine Stunde lang auf den Fernseh-medialen Höhepunkt des Wahlkampfes einzustimmen.

Das TV-Duell in Zahlen

2

Die Zahl der Kandidaten – Merkel und Schulz

4

Zahl der Moderatoren – In zwei Paaren, je eine Frau und ein Mann: Maybrit Illner (ZDF) und Peter Kloeppel (RTL), Sandra Maischberger (ARD) und Claus Strunz (ProSieben/SAT.1)

5 – Zahl der Kanzlerduelle

Inklusive 2017, allesamt im Studio B in Adlershof.

8 – Zahl der Kameras

Kameras im Studio, die für die Aufzeichnung betrieben werden.

20.15 Uhr

Beginn der Live-Ausstrahlung

50

Ungefähre Zahl der beteiligten Fernseh-Mitarbeiter im Studio, in der Regie, der Maske, am Licht, in der Produktion und als Aufnahmeleiter

90

Voraussichtliche Dauer des TV-Duells in Minuten

635,56

Quadratmeter groß ist das Studio B in Adlershof

700

Ungefähre Zahl der Journalisten aus aller Welt, die im Pressezentrum neben dem Studio das TV-Duell verfolgen werden

17,64 Millionen

Zahl der Zuschauer beim TV-Duell 2013

20,98 Millionen

Zahl der Zuschauer beim TV-Duell 2005, bisheriger Rekord

Zum Auftakt erfuhren die Hauptstadtjournalisten, die eigens die vielen Kilometer hinaus nach Berlin-Adlershof ins Studio gefahren waren, und die, die die Liveschalten der Nachrichtensender verfolgten, wahrhaft unerwartete Dinge: Dass am Sonntag schon vor der Halle Livekameras aufgebaut werden, und sogar Absperrgitter! Dass es wieder Redezeitkonten gibt. Und dass ausgelost wurde, wer die erste (Schulz) und wer die letzte Frage (Merkel) bekommt. Dass die Kameraeinstellung für Kanzlerin und Herausforderer „so neutral wie möglich“ sein wird. Nein, auch wenn da „jemand schwitzt“ oder „die Hände zittern“ werde man „nicht näher rangehen“ versprach der Regisseur. Ist ja auch alles mit dem Kanzleramt abgesprochen.

TV-Duell gegen Angela Merkel: Schulz' letzte Chance

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Das TV-Duell zwischen Angela Merkel und Martin Schulz könnte den Wahlkampf noch einmal spannend machen. Der SPD-Kanzlerkandidat will die Stimmung drehen. Doch er trifft auf eine gewiefte und erfahrene Kontrahentin.

Seit Wochen ist klar, dass Angela Merkel wieder einmal nur ein Duell führen wird, und dass es die vier Sender ARD, ZDF, RTL und Sat1 gemeinsam veranstalten. Same procedure as every Wahlkampf seit 2005. Aber nein! Neu sei dieses Jahr, dass der Konflikt mit dem Kanzleramt erstmals „völlig transparent“ gemacht worden sei, versichert ZDF-Chefredakteur Peter Frey.

Und es gibt noch mehr Neuigkeiten: Die Pulte der beiden sind diesmal „etwas mehr zueinander hingedreht“, denn die Kandidaten sollen ja möglichst miteinander diskutieren. Maybrit Illner vom ZDF lehnt sich weit aus dem Fenster: Die vier Top-Journalisten „fühlen sich nicht überfordert“. Sie wollen nicht nur „die entscheidenden Unterschiede herausarbeiten“, sondern „mehr herausbekommen, als in den Programmen steht“. Na dann viel Glück, möchte man ausrufen.

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Wenigstens ist nun klar, dass es auch im Jahr 2017 in Deutschland keinesfalls so chaotisch oder merkwürdig wie anderswo laufen soll: Kein dauerhaftes Parallelgerede wie im französischen TV-Duell. Und auch kein Schulz, der „wie der weiße Hai“ hinter Merkel herumsteht, wie weiland Donald Trump hinter Hillary Clinton. Das hatten die Deutschen allerdings auch nicht im Traum erwartet.

Im Gegenteil: Angela Merkel ist zwar nicht so gut in der Livesituation, weshalb sich die SPD-Strategen Chancen ausrechnen, dass ihr Mann – der vierte, gegen den Merkel in diesem Format antritt – ein paar Punkte machen kann. Doch Sandra Maischberger warnt schon mal: „Die Frau steht wie ein Fels, sie lässt vieles wie ein Wasserfall an sich herunterperlen.“ Auch das war bekannt. Bleibt also nur die Hoffnung, dass Herr Strunz vielleicht doch daneben greift, auf dass es etwas unterhaltsamer wird am Sonntagabend.

Dann wurde es sogar den Nachrichtensendern zu viel, die Übertragungen der Pressekonferenzen zum Medienereignis des Sommers wurden abgeschaltet. Der treffendste Kommentar kam anschließend vom langjährigen Emnid-Wahlforscher Klaus-Peter Schöppner bei N24: „Bombastik pur“.

Kommentare (12)

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Novi Prinz

01.09.2017, 15:02 Uhr

Der Bombastik Höhepunkt wird die Nacharbeit des H B in Düsseldorf sein , auf den ich mich schon riesig freue ! Bis dann ! ! !

Herr Steffen Meyer

01.09.2017, 15:03 Uhr

Wer will die Lügen denn noch hören ?

Jo Black

01.09.2017, 15:10 Uhr

Alice Weidel gegen Angela Merkel würde ich mir ansehen, aber Schulz und Merkel....schnarch. Nur Masochisten tun sich so eine Veranstatlung mit Sprechblasen und Verbiegen und Verdrehen von Tatsachen an. Wie sagt der Volksmund "wer einmal lügt dem glaubt man nicht auch wenn er mal die Wahrheit spricht".

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