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18.09.2017

11:05 Uhr

Wirtschaftsforscher

Politik muss Ungleichheit stärker bekämpfen

Für Wirtschaftsforscher steht fest: Die Politik tue zu wenig gegen Ungleichheit im Lande. Die Wissenschaftler schlagen ein Modell aus drei Säulen vor, damit die sozialen Unterschiede nicht noch größer werden.

„Nach knapp drei Jahrzehnten, in denen die sozialen Unterschiede gewachsen sind oder selbst bei guter Wirtschaftslage stagnierten, sollten wir jetzt die Weichen neu stellen“, sagt der Chef des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung. dpa

Gustav Horn

„Nach knapp drei Jahrzehnten, in denen die sozialen Unterschiede gewachsen sind oder selbst bei guter Wirtschaftslage stagnierten, sollten wir jetzt die Weichen neu stellen“, sagt der Chef des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung.

BerlinWirtschaftsforscher haben vor der Bundestagswahl am Sonntag an die Politik appelliert, stärker gegen die ungleiche Verteilung von Einkommen und Vermögen in Deutschland vorzugehen. „Nach knapp drei Jahrzehnten, in denen die sozialen Unterschiede gewachsen sind oder selbst bei guter Wirtschaftslage stagnierten, sollten wir jetzt die Weichen neu stellen“, sagte Gustav Horn, Chef des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung, am Montag in Berlin.

Konkret schlagen die Wissenschaftler ein Modell aus drei Säulen vor, um die Gerechtigkeit zu erhöhen: Maßnahmen zur Armutsbekämpfung, Förderung der Mittelschicht und stärkeren Beteiligung Wohlhabender. Für die untere Einkommensgruppe sei etwa eine raschere Steigung des Mindestlohns nötig. Zudem müsse der Hartz-IV-Regelsatz „angemessen“ hoch sein und sich an der Mindestlohn-Anpassung orientieren.

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Für die mittlere Gruppe fordern sie unter anderem mehr Kindergeld und allgemeinverbindliche Tarifverträge. Auch einen Staatsfonds, dessen Wertpapier-Renditen an alle Bürger verteilt werden, stellen die Forscher zur Diskussion – ebenso wie bessere Bildungsinfrastruktur.

Überdies sollten sich Top-Verdiener mehr an der „Finanzierung des Gemeinwesens“ beteiligen. Dazu zählten höhere Spitzensteuersätze, eine überarbeitete Erbschaftsteuer und die Wiedereinführung einer Vermögensteuer. Die Grundsteuer solle sich künftig an der Stärke der Nutzungsstärke von Grundstücken ausrichten – Hausbesitzer zahlten so anteilig mehr als Mieter, die in Gebäuden mit vielen Wohnungen leben.

Seine Empfehlungen stützt das IMK auf Daten zur Entwicklung der im Schnitt verfügbaren Einkommen zwischen 1991 und 2014. Demnach stiegen die realen Einkommen Wohlhabender um 17 Prozent, während mittlere Einkommen um zehn und niedrigere Einkommen um nur drei Prozent zulegten.

Von

dpa

Kommentare (9)

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Herr Holger Narrog

18.09.2017, 11:58 Uhr

Ein solches Vorhaben würde an der Umvolkung scheitern.

Menschen haben abhängig von ihren Fähigkeiten unterschiedliche Einkommensperspektiven. Im freiesten Arbeitsmarkt, in den Emiraten bekommt ein Analphabet ca. 80 - 120$, ein technischer Facharbeiter 200 - 500$, ein Ingenieur aus Indien 800 - 3000$ und ein Manager verdient ähnlich wie in Deutschland (Eigene Beobachtung ca. 2010).

Die Umvolkung, die wahrscheinlich nach der Wahl forciert wird, bringt weitere Millionen Mitmenschen mit geringen beruflichen Qualifikationen nach Deutschland. Wenn man beabsichtigt die sozialen Unterschiede zu reduzieren und beispielsweise den Mindestlohn signifikant anhebt fallen diese Menschen aus dem Arbeitsmarkt und müssen alimentiert werden. Dies bedeuted wiederum höhere Lasten für die Leistungsträger des Systems die dann verstärkt abwandern. Dies führt zu einer enormen Unzufriedenheit bei den beschäftigungslos Alimentierten die keine Perspektive sehen, lediglich andere die arbeiten und mehr Einkommen haben. Die Leistungsträger werden irgendwann überfordert und sind gleichfalls unzufrieden. Einem Bürgerkrieg steht wenig im Wege.

Ich denke dass die Politik die Umvolkung nur mit einem signifikanten Abbau des Sozialstaats einigermassen friedlich bewältigen kann. Die Einwanderer können dann Löhne gem. ihrer Qualifikation erzielen, Stolz auf ihre Leistungen entwickeln und Teil der Gesellschaft werden. Leistungsträger können von einer Vielzahl neuer Dienstleistungen profitieren.

Herr Heinz Keizer

18.09.2017, 12:17 Uhr

Mehr als die Hälfte des Bundeshaushalts wird für Sozialausgaben verwendet. 2013 waren es 52,7 %, im Jahre 2017 werden es 55,8 % sein. In Beträgen ausgedrückt 2013 = 145,7 Mrd. €, 2017 171,1 Mrd. €. eine Steigerung von über 25 Mrd. €. Es wäre viel wichtiger noch mehr Menschen in Arbeit zu bringen, als sie zu alimentieren. Dazu wäre eine gute Ausbildung erforderlich. Unseren Schulpolitikern liegt aber mehr an Ideologie. Wir haben bereits einen Mindestlohn. Nur weil die Wirtschaft derzeit gut läuft, wird der auch gezahlt. Sobald es wieder schlechter wird, wird der "Mindestlohn" beim Hartz IV Satz sein. Nicht ausgebildete werden nämlich zu dem Mindestlohn dann keine Arbeit finden. Die Millionen "Schutzbedürftige" werden die Situtation in den nächsten Jahren noch verschlechtern. Unsere Wissenschaftler sollten Vorschläge zur Lösung von Problemen machen und nicht die Neiddebatte anfeuern.

Herr Günther Schemutat

18.09.2017, 12:47 Uhr

Die Politik in Ländern und im Bund halten sich mit Sozialleistungen an der Macht
in der Hoffnung dass sich dann alle lieb haben. Das ist nicht so , Sozialleistung ist meist für Menschen zwar zum überleben wichtig, aber es drückt das eigen Ego bis hin zur Selbstaufgabe.

Ein guter sozialer Staat, hat einen kleinen Aufwand an Sozialleistung .

Daher ist der Ruf nach Gerechtigkeit zwar immer richtig , aber nicht im Keller. Unser Land ist Gesellschaftlich kaputt, unsere Kinder werden an Schulen betrogen,Steuern werden massiv missbraucht und wer die Wahrheit sagt , wird wie in Diktaturen niedergeschrien aus der Politik .

Noch 6 Tage bis zur Abwahl von Merkel und Gabriel.

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