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WEF 2019

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Vierter Tag: 25. Januar

Zeitgeist am Zauberberg

Der letzte Tag des Weltwirtschaftsgipfels gehörte bislang eigentlich immer den Propheten und Prognostikern: Beim „Global Economic Outlook“ sagten bekannte Wirtschaftsauguren wie die Chefin des Internationalen Währungsfonds, Christine Lagarde, die wirtschaftliche Zukunft der Welt voraus.

Lagarde ist auch in diesem Jahr wieder dabei – doch im Angesicht von Handelsstreitigkeiten und zunehmendem Protektionismus ist der frühere Blick in die Glaskugel zu einer grundlegenden Debatte über die Zukunft der wirtschaftlichen Zusammenarbeit weltweit mutiert.

Neben der IWF-Chefin werden unter anderem der britische Schatzkanzler Philip Hammond, der japanische Zentralbankchef Haruhiko Kuroda und die designierte Interimschefin der Weltbank, Kristalina Georgieva, darüber diskutieren, wie die Risse im Welthandel wieder gekittet werden können.

Diejenigen Teilnehmer, die tatsächlich bis zum Abschlusstag des Weltwirtschaftsforums ausharren, werden sich auch einer wichtigen gesellschaftlichen Frage widmen können: Wie kann in Zeiten der Digitalisierung die wachsende Einkommens- und Vermögensungleichheit gelindert werden?

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    Darüber wird die Chefin der Hilfsorganisation Oxfam, Winnie Byanyima, mit dem Global Chairman der Beratungsgesellschaft PWC, Robert Moritz, und anderen Panelteilnehmern debattieren. Ansonsten fehlen am Freitag die großen Highlights – im Kontrast zum Vorjahr, in dem der US-Präsident und bekennende Anti-Globalist Donald Trump seinen großen Auftritt auf dem Klassentreffen der Globalisierungsfans für den letzten Tag des Forums aufgespart hatte.

    Sein Schlussakkord war gleichzeitig der wichtigste Moment des damaligen Gipfels. Der Präsident und ehemalige Immobilienunternehmer hatte sich auf dem Treffen im Jahr 2018 als oberster Handelsvertreter der USA geriert und versucht, der versammelten globalen Wirtschaftselite Investitionen in seinem Heimatland anzupreisen.

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    Seither jedoch hat er Handelskriege mit Europa und China angezettelt und damit vielen ausländischen Unternehmen das Leben deutlich schwerer gemacht. Nicht nur fehlt in diesem Jahr ein Kracher zum Abschluss – das Programm ist auch kürzer als in den Jahren zuvor.

    Dem Zeitgeist der wieder stärker auf das Familienleben achtenden globalen Managerelite entsprechend, war das Forum schon vor ein paar Jahren einen Tag vorgezogen worden, sodass es statt am Samstag am Freitag endete. Und in diesem Jahr ist sogar schon am Freitagmittag Schluss – damit die Heimreise noch am selben Tag garantiert ist.

    Wer sich davor allerdings noch stärken will, der kann beim Abschiedslunch im Hotel Schatzalp hoch über Davos etwas Abstand gewinnen von den hektischen Debatten der vergangenen vier Tage – und sich an die Lektüre von Thomas Manns Zauberberg erinnern, in dem das frühere Schweizer Sanatorium Schatzalp mehrfach erwähnt wird.

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