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26.07.2021

08:50

+++ Unwetter in Deutschland +++

700 Millionen Euro Schaden an Autobahnen, Straßen und Brücken – Neue Überflutungen in Belgien

Von: Dennis Pesch, Sarah Sendner

Befürchteter Starkregen in Katastrophengebieten bleibt zunächst aus +++ EU bietet Hilfe beim Wiederaufbau an +++ Kanzleramtsminister für Reform des Katastrophenwarnsystems +++ Der Newsblog.

Ganze Landstriche sind verwüstet, Orte von der Außenwelt abgeschnitten, Häuser weggespült: Unwetter im Westen Deutschlands haben für dramatische Verwüstungen und viele Tote gesorgt. Lesen Sie nachfolgend die aktuellsten Nachrichten, Entwicklungen und Reaktionen zur Naturkatastrophe, die vor allem Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen ereilt hat. 

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Jan Keuchel
Die Vorsitzende des Innenausschusses, Andrea Lindholz, hat angesichts der Flutkatastrophe mit über 170 Toten eine bessere Zusammenarbeit von Bund und Ländern gefordert. „Wir müssen an den Führungsstrukturen etwas ändern, und wir brauchen eine Bund-Länder-Führungsgruppe für solche großen Einsatzlagen", sagt die CSU-Politikerin im ZDF Morgenmagazin. Der Katastrophenschutz vor Ort sei gut. „Aber was nicht gut funktioniert, ist die Abstimmung von oben bis zu den Führungsstrukturen." 
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Sarah Sendner
Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) signalisiert eine Beteiligung seines Landes am geplanten Bund-Länder-Aufbaufonds für die Hochwasser-Opfer. „Niedersachsen hat beim Elbehochwasser 2013 selbst Solidarität von den anderen Bundesländern erfahren. Wir werden unseren Beitrag für einen Aufbaufonds leisten" sagt Althusmann der Zeitung „Rheinische Post" (Montagausgabe). Allerdings sei die Finanzlage der Länder durch die Corona-Pandemie angespannt. Das müsse der Bund bei der Ausgestaltung des Aufbaufonds berücksichtigen.

Der CDU-Politiker fordert zudem einen Maßnahmen-Mix bei der Reform des Katastrophenschutzes. „Wir müssen unseren Zivilschutz und die Wege der Warnung der Bevölkerung vor drohenden Gefahren deutlich verstärken", sagt Althusmann. Eine effektive Kombination von Sirenen, Lautsprecherdurchsagen, Warn-Apps und einer bundesweiten Cell-Broadcast-Warnung ähnlich einer SMS könne Leben schützen oder gar retten. „Eine Sirene hat den Vorteil, dass sie auch nachts und ohne Funknetz zu hören ist. Von daher – ja, wir sollten die Warnsirenen reaktivieren. Wir alle sollten aber die Signale auch kennen und wieder wissen, was im Falle eines Alarms zu tun ist."
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Sarah Sendner
Die innenpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Irene Mihalic, hält eine Grundgesetzänderung zur Reform des Katastrophenschutzes für unerlässlich. „Der Bund muss mehr Verantwortung übernehmen", sagt sie dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Montag). „Wir würden uns da aber mehr Verbindlichkeit wünschen. Ich prognostiziere, dass wir dafür am Ende gesetzliche Änderungen brauchen. Und das wird ohne Grundgesetzänderung nicht gehen." Mihalic und Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock wollen am Montag ein Konzept zur Reform des Katastrophenschutzes vorstellen.
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Sarah Sendner
Grünen-Bundesgeschäftsführer Michael Kellner kritisiert die von Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) und dessen tschechischem Amtskollegen Karel Havlicek vereinbarte Vertiefung der Elbe. „Es grenzt fast an Realitätsverweigerung, dass die Bundesregierung wenige Tage nach der Hochwasserkatastrophe ein Abkommen schließt, um die Elbe als einen der letzten naturnahen Flüsse Europas auszubaggern, und sie ähnliches für die Oder plant", sagt Kellner dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Montag). Das am Dienstag geschlossene Abkommen sei das Gegenteil von Hochwasserschutz und dürfe nicht ratifiziert werden.
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Julian Schmidt-Farrent
Im Hochwasser-Katastrophengebiet an der Ahr wird seit Sonntag tonnenweise Unrat abtransportiert. Unterstützt von Landwirten sollen Entsorgungsfirmen ihn auf Deponien bringen, wie die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) mitteilte. Sie untersagt Individualverkehr bis einschließlich Montag weitgehend, damit die Müllfahrzeuge freie Fahrt haben. „Nur wenn der Unrat schnellstmöglicht aus den betroffnen Gebieten entfernt wird, können wir die Infrastruktur Stück für Stück wieder herstellen und mögliche Gesundheitsgefahren durch Müllablagerung eliminieren“, sagte Florian Stadtfeld vom Polizeipräsidium Koblenz in Bad Neuenahr-Ahrweiler.

Der Abtransport soll auch über die A61 laufen. Dort müssen Autofahrer mit Verkehrsbeeinträchtigungen rechnen. Freiwillige Helfer durften am Sonntag wieder in das Krisengebiet. Sie sollten die Shuttlebusse einer privaten Initiative für die Anfahrt nutzen. „Jeder Helfer ist nicht nur erwünscht, sondern wird auch dringend gebraucht“, erklärte die Leiterin des Katastrophenschutzstabs, Begoña Hermann.

„Jeder Helfer ist nicht nur erwünscht, sondern wird auch dringend gebraucht

Begoña Hermann, Leiterin des Katastrophenschutzstabs

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Julian Schmidt-Farrent
Im Fall der zwölf ums Leben gekommenen Flutopfer aus einer Einrichtung für Menschen mit geistiger Behinderung in Sinzig (Rheinland-Pfalz) untersucht die Staatsanwaltschaft Koblenz die Todesumstände. „Es wird derzeit geprüft, ob ein strafrechtlich relevantes Verhalten vorliegt und bejahendenfalls, wem ein solches zur Last gelegt werden kann“, sagte ein Justizsprecher am Sonntag. Obduktionen kämen danach nur dann in Betracht, wenn es Hinweise auf ein Fremdverschulden gebe oder andere Auffälligkeiten festgestellt würden.

Laut der Lebenshilfe war das Wasser innerhalb einer Minute bis an die Decke des Erdgeschosses der Einrichtung gestiegen. Die Nachtwache habe es noch geschafft, mehrere Bewohner in den ersten Stock des Wohnheims zu bringen. Als er die nächsten holen wollte, sei es zu spät gewesen.
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Julian Schmidt-Farrent
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) rechnet in der neuen Woche erneut mit Gewittern und starkem Regen. „Überregional besteht aber keine Unwetter- oder Hochwasserlage“, sagte Meteorologin Jaqueline Kernn. Örtlich könne der Regen jedoch ausreichen, um Keller zu überfluten. Für die vom Hochwasser verwüsteten Gebiete sei ohnehin „jeder Eimer Wasser auf den Quadratmeter zu viel.“ Das wechselhafte Wetter wird von Tief Dirk bestimmt. Es bringt feucht-warme Luft aus Südwesten nach Deutschland.
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Julian Schmidt-Farrent
Helfer in den westdeutschen Flutgebieten sind laut dem Technischen Hilfswerks (THW) bei ihrem Einsatz angegangen worden. „Leider kam es in den letzten Tagen vereinzelt zu Übergriffen gegen unsere ehrenamtlichen Helfer“, hatte das THW am Wochenende auf Twitter erklärt. Helfer seien beschimpft und mit Müll beworfen worden. Anzeigen liegen der Polizei in Rheinland-Pfalz bisher nicht vor. Man prüfe die Schilderungen aber auf strafrechtlich relevantes Verhalten, sagte ein Sprecher in Koblenz am Sonntag.
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Marc Renner
Nach der verheerenden Flutkatastrophe im Westen Deutschlands hat sich CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt für einen ständigen nationalen Krisenstab ausgesprochen. „Ein ständiger Krisenstab Naturkatastrophen in Kombination von Bund und Ländern sollte eingesetzt werden“, sagte der CSU-Politiker der „Passauer Neuen Presse“. Er halte die föderalen Strukturen für richtig, aber „auch die Bündelung aller Informationen ist sehr wichtig“, argumentierte Dobrindt.

Erkennbar ist aus Sicht des Ex-Verkehrsministers, dass das Wiederherstellen von Kommunikation vor Ort viel zu lange gedauert habe. „Mobilfunknetze müssen gerade im Krisenfall funktionieren. Eine mobile Aufbautruppe „Kommunikation“ sollte eingerichtet werden und sofort zum Einsatz kommen, zum Beispiel mit Drohnen und mobilen Funkzellen, wenn in Krisenlagen die Handynetze zusammenbrechen“, so Dobrindt.
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Marc Renner
Hilfslieferung aus Potsdam erreicht Erftstadt
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Marc Renner
Nach der verheerenden Flutkatastrophe im Westen Deutschlands hat sich CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt für einen ständigen nationalen Krisenstab ausgesprochen. „Ein ständiger Krisenstab Naturkatastrophen in Kombination von Bund und Ländern sollte eingesetzt werden“, sagte der CSU-Politiker der „Passauer Neuen Presse“. Er halte die föderalen Strukturen für richtig, aber „auch die Bündelung aller Informationen ist sehr wichtig“, argumentierte Dobrindt.

Erkennbar ist aus Sicht des Ex-Verkehrsministers, dass das Wiederherstellen von Kommunikation vor Ort viel zu lange gedauert habe. „Mobilfunknetze müssen gerade im Krisenfall funktionieren. Eine mobile Aufbautruppe „Kommunikation“ sollte eingerichtet werden und sofort zum Einsatz kommen, zum Beispiel mit Drohnen und mobilen Funkzellen, wenn in Krisenlagen die Handynetze zusammenbrechen“, so Dobrindt.
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Julian Schmidt-Farrent
Nach der Hochwasserkatastrophe im Westen Deutschlands sollen mehr Sirenen in Deutschland aufgebaut werden - aber mehrere Landesinnenminister halten die dafür bereitgestellten Fördermittel für unzureichend. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sagte der „Welt am Sonntag“: „Ich begrüße das Förderprogramm zur Aufstellung von Sirenen des Bundes, das aber noch deutlich aufgestockt werden sollte.“ Gerade nachts und bei drohenden Lebensgefahren brauche man den durchdringenden Sirenenwarnton, um möglichst alle Bürger zu erreichen, sagte Herrmann.

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) sieht den Bund „eindeutig in der Pflicht, dafür zu sorgen, dass ein bundesweit funktionierendes, flächendeckendes Warnsystem wieder installiert wird“. Eine Einmalzahlung von 90 Millionen Euro sei nur ein Bruchteil dessen, was gebraucht werde. Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) sagte, wenn mehr Geld zur Verfügung stünde, könnten die Kommunen mehr in die Warn-Infrastruktur investieren.
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Julian Schmidt-Farrent
Die vergangene Nacht ist in den Hochwassergebieten in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen – entgegen vorheriger Befürchtungen – nahezu trocken geblieben. Nach einigen Niederschlägen am Samstagnachmittag habe es in der Nacht in den Regionen kaum noch geregnet, sagte eine Sprecherin vom Deutschen Wetterdienst (DWD) am Sonntagmorgen. Beispielsweise in der Nordeifel seien am Samstag im Schnitt fünf bis zehn Liter Regen pro Quadratmeter gefallen. Die Sprecherin betonte aber auch, dass in der jetzigen Situation schon kleine Mengen Niederschlag zum Problem werden könnten, da Abflüsse verstopft und die Kanalisationen beschädigt sind.

Schwere Gewitter gab es in der Nacht im Süden Deutschlands, dort regnete es, vor allem südlich der Donau, teils auch heftig. Und auch am Sonntag könnte es wieder kräftig gewittern, sagte die DWD-Sprecherin. „Die Luft ist sehr feucht und warm, da kann es brodeln.“ Die Aussichten seien aber für einen Sommertag bislang normal, Unwetterwarnungen gab es zunächst nicht.

In Stuttgart führten die Regenfälle am Samstagabend zu Überschwemmungen in der Innenstadt. Wegen eines verstopften Gullys habe das Wasser nicht abfließen können, sagte ein Sprecher der Polizei. Dadurch stand die Schillerstraße in der Nähe des Hauptbahnhofs unter Wasser. Die Straße wurde vorübergehend gesperrt.

In mehreren Gemeinden im Kreis Heilbronn knickten nach Angaben der Polizei in der Nacht zum Sonntag Bäume um, Keller liefen voll und Straßen wurden überflutet. Im Kreis Ludwigsburg wurden mehrere Straßen überschwemmt und Gullydeckel hochgehoben. Zudem blieb ein Auto in einer überschwemmten Straße stecken, das Wasser stand einen halben Meter hoch. Die Insassen kletterten auf das Autodach und wurden von der Feuerwehr befreit.
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Julian Schmidt-Farrent
Gewitter und Starkregen haben am Samstag in Belgien erneut zu Überflutungen geführt. Besonders stark betroffen waren die Regionen Namur und Wallonisch-Brabant, in denen bereits vergangene Woche bei Unwettern und Hochwasser 36 Menschen ums Leben gekommen waren.

Schwere Schäden entstanden am Samstag in Dinant, wo Autos von den Wassermassen weggeschwemmt wurden. Das belgische Krisenzentrum gab eine Warnung an die Bevölkerung aus, da das schlechte Wetter mehrere Tage anhalten soll.
Heftige Unwetter verursachen erneut Überflutungen in Belgien
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Julian Schmidt-Farrent
Helfer des THW in Bad Münstereifel
Helfer des THW in Bad Münstereifel   Bild: dpa
Nach knapp einer Woche erfolgt die erste Ablösung der Hilfskräfte des THW (Technischen Hilfswerks) in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Die Mitarbeiter des nördlichen Verbandes waren zuvor in den Norden zurückgekehrt, wie der Landesverband des Hamburger THW mitteilte. 

Ihre Ablösung machte sich in der Nacht zum Sonntag auf den Weg in die vom Unwetter verwüsteten Gebiete. Dabei bleibt ihr Auftrag das Bergen von Menschen sowie das Aufräumen und Wiederaufbauen der Orte. Nach etwa einer Woche werden die in der Nacht aufgebrochenen Hilfskräfte wiederum von weiteren Kameradinnen und Kameraden abgelöst.
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Julian Schmidt-Farrent
Bei den von der Flut betroffenen Menschen im Katastrophengebiet Bad Neuenahr-Ahrweiler gibt es immer mehr Gesprächsbedarf. „Wir merken, dass er jetzt größer wird, weil die Arbeit sich verändert“, sagte die Pastoralassistentin aus Bad Neuenahr-Ahrweiler, Johanna Becker, der Deutschen Presse-Agentur.

Die ersten groben Aufräumarbeiten gingen dem Ende zu, gleichzeitig nehme die Erschöpfung und Verzweiflung der Menschen zu. „Die Beerdigungsfragen kommen auch schon“, sagte Becker. Bad Neuenahr-Ahrweiler gehört zum katholischen Bistum Trier.
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Sarah Sendner
Die Instandsetzung der im Hochwasser beschädigten oder zerstörten Autobahnen, Straßen und Brücken wird auf rund 700 Millionen Euro geschätzt. Dies geht aus einer Lage-Einschätzung des Bundesverkehrsministerium hervor, die der „Bild"-Zeitung einem Vorabbericht zufolge, vorliegt. Die Sanierungen könnten Monate oder sogar Jahre dauern und man müsse mit langen Sperrungen der Strecken rechnen.
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Sarah Sendner
Bei der Bewältigung der Folgen der Flutkatastrophe bietet die EU-Kommission Deutschland Hilfe an. „Mit Blick auf die Wiederaufbauphase nach dem Desaster hat die EU eine Reihe von Instrumenten zur Verfügung, um die Mitgliedstaaten zu unterstützen", sagt der zuständige EU-Kommissar für humanitäre Hilfe und Krisenschutz, Janez Lenarcic, der „Welt am Sonntag" einem Vorabbericht zufolge. Mit Hilfe des „EU-Solidaritätsfonds" könne „ein Teil der Kosten, die den Behörden bei Notfalleinsätzen und beim Wiederaufbau entstehen, übernehmen." Zusätzlich biete die EU-Kommission zahlreiche Informationen und Programme an, um die Mitgliedsländer bei einem besseren Katastrophenschutz zu unterstützen. Deutschland habe, anders als Belgien, bisher bei der Flutkatastrophe keine EU-Hilfe angefordert, erklärt der EU-Kommissar. „Vielmehr bot Deutschland, entsprechend seinen Kapazitäten, Hilfe für Belgien an."
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Dennis Pesch
Freiwillige Helfer im Krisengebiet Ahr sollen dieses wegen der schwierigen Umstände dort möglichst schnell verlassen. Das teilte die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) am Samstag mit. Als Grund nannte sie die starken Niederschläge an diesem Wochenende, die zerstörte Infrastruktur und die unübersichtliche Verkehrssituation. Den Angaben zufolge werden Shuttle-Busse eingesetzt, die die Helfer zurückbringen. Wer geplant hatte, als freiwilliger Helfer dorthin zu fahren, soll dies nicht tun.

Zuvor hatten auch das Polizeipräsidium Koblenz an Helferinnen und Helfer appelliert, sich nicht mehr auf den Weg in das Katastrophengebiet in Rheinland-Pfalz zu machen. „Die Hilfsbereitschaft aus der Bevölkerung ist weiterhin überwältigend und ungebrochen“, hieß es. Durch die Vielzahl an Menschen, „die sich heute in das Katastrophengebiet aufgemacht haben um zu helfen, kommt es aktuell leider zu einer völligen Überlastung sämtlicher Zufahrtsstraßen zum Ahrtal, sowie der Straßen im Katastrophengebiet selbst“, hieß es in einer Mitteilung vom Samstag.

Nach der Unwetterkatastrophe im Kreis Ahrweiler liegt die Zahl der Toten unverändert bei 132, die der Verletzten bei 766. Das sagte ein Polizeisprecher am Samstag in Koblenz. Weiterhin würden noch 149 Menschen vermisst.
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Dennis Pesch
Das Tief Dirk bringt nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) wieder Schauer und Gewitter nach Deutschland. Mit einer südwestlichen Grundströmung kommt den Meteorologen zufolge feuchtwarme Subtropikluft. Am Samstagnachmittag sei mit teils kräftigen Schauern und Gewittern von Westfalen und Nordhessen bis nach Südniedersachsen hinein und an den Alpen zu rechnen, am frühen Abend auch im Südwesten. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit könne es regional auch zu Platzregen mit lokaler Überschwemmungsgefahr kommen. In einigen Regionen könnten größerer Hagel und Sturmböen oder schwere Sturmböen hinzukommen.

In der Nacht zum Sonntag erwartet der Wetterdienst im Süden, Norden und Osten ausgreifende schauerartige, teils gewittrige Niederschläge. Lokal gebe es weiter Unwettergefahr durch heftigen Starkregen. Im Westen, später auch im Südwesten lasse die Schauer- und Gewittertätigkeit allmählich nach.

Auch in den nächsten Tagen bleibt das Tief Dirk laut DWD erhalten. Im Verlauf zieht es den Meteorologen zufolge von Westfrankreich auf die Nordsee. Mindestens bis einschließlich Mittwoch sei mit einem unbeständigen, zu Schauern und Gewittern neigenden Wetter zu rechnen. Vor allem die Nordhälfte bleibt demnach sogar wohl bis zum kommenden Wochenende unter dem Einfluss des Tiefs, während sich im Süden in der zweiten Wochenhälfte allmählich höherer Luftdruck ausbreiten kann.

Während der Osten den Angaben zufolge weiter überwiegend in der sehr warmen Subtropikluft liegt und so Temperaturen in der Spitze bis beziehungsweise um 30 Grad möglich sind, werden der Westen und Südwesten von etwas kühlerer Atlantikluft geflutet. Das aktuelle Tief ist laut DWD nicht mit dem Tief Bernd zu vergleichen, das in Teilen Deutschlands zu einer Hochwasser-Katastrophe geführt hatte.
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