Handelsblatt App
Jetzt 4 Wochen für 1 € Alle Inhalte in einer App
Anzeigen Öffnen
MenüZurück
Wird geladen.

24.05.2022

20:21

Altkanzler

Gerhard Schröder verzichtet auf Nominierung für Gazprom-Aufsichtsrat

Von: Martin Murphy

PremiumNach seinem Rückzug aus dem Rosneft-Aufsichtsrat tritt der Altkanzler nun auch sein Amt bei Gazprom nicht an. Schröder musste zuletzt auch scharfe Kritik aus Niedersachsen einstecken.

Der Altkanzler stand schon vor dem Ukrainekrieg in der Kritik für seine Lobbyposten. IMAGO/SNA

Gerhard Schröder

Der Altkanzler stand schon vor dem Ukrainekrieg in der Kritik für seine Lobbyposten.

Berlin Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder hat nach eigenen Angaben schon vor längerer Zeit auf die Nominierung für den Aufsichtsrat des russischen Energiekonzerns Gazprom verzichtet. Dies habe er dem Unternehmen auch mitgeteilt, teilte Schröder am Dienstagabend auf dem Online-Portal „Linkedin“ mit. Die Authentizität des Beitrags wurde der Deutschen Presse-Agentur aus seinem Umfeld bestätigt.

Gazprom hatte am Dienstagnachmittag bekräftigt, dass der frühere Bundeskanzler für den Aufsichtsrat des russischen Konzerns nominiert sei. Schröder ist mit dem russischen Präsident Wladimir Putin persönlich befreundet. Russland hat am 24. Februar die Ukraine mit einem militärischen Angriff überfallen. Präsident Putin ist die treibende Kraft hinter der Invasion.

Schröder hatte in der vergangenen Woche seinen Posten im Aufsichtsrat des russischen Energiekonzerns Rosneft aufgegeben. Zuvor hatte Bundeskanzler Olaf Scholz Schröder aufgefordert, er solle auch seine anderen Mandate niederlegen.

Vor Schröders Mandatsverzicht am Dienstagabend kritisierte Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) seinen Parteifreund Gerhard Schröder noch scharf: „Das Festhalten an den bisherigen Mandaten war Starrsinn, die Annahme eines neuen Mandats im Aufsichtsrat eines russischen Energieunternehmens wäre eine Provokation“, sagte Weil dem Handelsblatt.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Weil verwies auf den Krieg in der Ukraine, der vor drei Monaten mit einem Überfall Russlands auf das Nachbarland begonnen hat. Seit Kriegsbeginn haben Zehntausende Menschen ihr Leben verloren. „In einer solchen Situation verbietet sich ein Engagement für ein Unternehmen, das für den russischen Staat eine unbestreitbar große Bedeutung hat“, sagte Weil. Der staatliche kontrollierte Gazprom-Konzern ist einer der wichtigsten Devisenlieferanten für Moskau.

    Ukraine-Krieg

    Schröder verzichtet auf Nominierung für Gazprom-Aufsichtsrat

    Ukraine-Krieg: Schröder verzichtet auf Nominierung für Gazprom-Aufsichtsrat

    Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

    Parteiübergreifend wurde dem 78-Jährigen vorgeworfen, hoch dotierte Posten in russischen Staatsunternehmen zu besetzen, obwohl Russland gegen die Ukraine Krieg führt. Zudem würde sein Engagement das Vorhaben der Europäischen Union untergraben, die mit Sanktionen versucht, die russische Wirtschaft zu treffen. So soll eigentlich Putins Kriegsmaschinerie geschwächt werden.

    Wegen seines Russland-Engagements verlor Schröder auch die bislang den deutschen Altkanzlern zustehenden Privilegien. Der Haushaltausschuss des Bundestages beschloss vergangene Woche, dass das Büro des 78-Jährigen mit zuletzt vier Beschäftigten abgewickelt wird. Das Europaparlament will Schröder auf die Sanktionsliste gegen Oligarchen setzen.

    Mit Agenturmaterial.

    Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

    Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

    Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

    ×