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27.06.2022

15:28

Arbeitsmarkt

Ifo-Beschäftigungsbarometer gibt im Juni etwas nach

Von: Frank Specht

Die stark auf russische Gaslieferungen angewiesene Chemiebranche stellt kaum noch ein. Auch der Handel und das Baugewerbe halten sich bei ihren Beschäftigungsplänen zurück.

Die chemische Industrie hält sich bei Neueinstellungen momentan eher zurück. imago images/Future Image

Evonik-Standort in Köln

Die chemische Industrie hält sich bei Neueinstellungen momentan eher zurück.

Berlin Die Unsicherheit über die weitere Entwicklung des Ukrainekriegs, die stark gestiegenen Preise vor allem für Energie und anhaltende Lieferengpässe lassen die Unternehmen bei ihren Personalplanungen vorsichtiger werden. So ist das Ifo-Beschäftigungsbarometer nach zwei Anstiegen in Folge im Juni wieder etwas gesunken – von 104,0 Punkten im Vormonat auf 103,3 Zähler.

Klaus Wohlrabe, stellvertretender Leiter des Ifo-Zentrums für Makroökonomik und Befragungen, sagt: „Dennoch bleibt die Nachfrage nach Arbeitskräften hoch.“ Der Fachkräftemangel sei immer noch ein zentrales Problem für die Unternehmen, sagt Wohlrabe. Das Ifo-Beschäftigungsbarometer basiert auf den Personalplanungen von rund 9000 Unternehmen und wird monatlich exklusiv für das Handelsblatt berechnet.

Zurückhaltend zeigt sich vor allem eine Branche, die wie kaum eine andere auf russische Gaslieferungen angewiesen ist: die chemische Industrie. Sie hat den Einstellungsprozess vorerst gestoppt, während die Elektroindustrie weiter Personal sucht.

Im verarbeitenden Gewerbe insgesamt ist die Einstellungsbereitschaft gegenüber dem Vormonat leicht gesunken. Auch die Dienstleister suchen nicht mehr ganz so intensiv nach neuem Personal wie noch im Mai.

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    Die an Schwung verlierende Baukonjunktur spiegelt sich auch in den Beschäftigungsabsichten der Bauunternehmen wider. Hier gibt es keine Pläne für Neueinstellungen im großen Stil. Das Statistische Bundesamt hatte am Freitag mitgeteilt, dass der Auftragseingang im Bauhauptgewerbe von März auf April um 16,4 Prozent zurückgegangen ist. Das war das stärkste Minus im Monatsvergleich seit November 2012.

    Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe, kommentierte die Auftragsdaten: „Steigende Finanzierungskosten und Baukosten infolge der Preisanstiege bei Baumaterial drücken zusehends auf die Order.“ Es mehrten sich Rückmeldungen aus den Unternehmen zu Auftragsstornierungen. Entsprechend halten sie sich bei ihren Personalplanungen zurück.

    Gleiches gilt für den Handel. Auch hier liegt die Zahl der Unternehmen, die ihre Belegschaft aufstocken wollen, nur noch knapp über der Zahl der Firmen, die einen Personalabbau planen. Der entsprechende Teilindikator des Beschäftigungsbarometers ist auf den tiefsten Stand seit April vergangenen Jahres gefallen.

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