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08.03.2019

15:20

Außenhandel

Deutsche Banken warnen vor Hürden bei der Exportfinanzierung

Von: Jan Hildebrand

Die Bankenbranche schlägt Alarm: Die Finanzierung des Außenhandels werde immer schwieriger. Schuld sind vor allem Sanktionen und Regulierung.

Weil fast 90 Prozent der deutschen Exporte von privaten Banken begleitet werden, warnen diese jetzt vor höheren Hürden. Agentur Focus

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Weil fast 90 Prozent der deutschen Exporte von privaten Banken begleitet werden, warnen diese jetzt vor höheren Hürden.

BerlinDie deutschen Banken warnen vor zunehmenden Schwierigkeiten bei der Finanzierung des Außenhandels. „Die Exportfinanzierung steht unter starkem Druck“, sagte Christian Ossig, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes, dem Handelsblatt. Die regulatorischen Vorgaben hätten in den vergangenen Jahren immer stärker zugenommen. „Nun kommen noch protektionistische Tendenzen hinzu und die Diskussion über Sanktionen."

Die Exportfinanzierung war in den vergangenen Monaten für die Bundesregierung und die EU ein brisantes Thema. Hintergrund ist der Streit mit den USA über die Iran-Sanktionen. Washington versucht diese vor allem über Druck auf die Finanzbranche durchzusetzen. Deutschland, Frankreich und Großbritannien haben eine Zweckgesellschaft gegründet, um es Unternehmen zu ermöglichen, weiter Geschäfte abzuwickeln.

Aus Sicht der Finanzinstitute sind Sanktionen nur eine zusätzliche Belastung in einem generell immer schwierigeren Geschäftszweig. Deshalb wendet sich der Bankenverband mit einem Positionspapier an die Politik. „Wir wollen die Politik für die Probleme sensibilisieren“, sagte Ossig. „Schließlich geht es um eine wichtige Stütze der Exportwirtschaft.“

Man müsse gemeinsam erreichen, dass sich die Bedingungen für die Außenhandelsfinanzierung nicht weiter verschlechtern. Fast 90 Prozent des Exports deutscher Unternehmen werde von den privaten Banken begleitet, heißt es.

„Die Außenhandelsfinanzierung ist gerade für die exportorientierte deutsche Wirtschaft extrem wichtig. Nicht nur große Konzerne sind darauf angewiesen, sondern auch die mittelständischen Hidden Champions“, sagte Ossig. Die Bundesregierung fürchtet, dass nach dem Streit um den Iran die US-Regierung mit neuen Sanktionen gegen Russland die Geschäfte deutscher Unternehmen erschweren könnte.

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„Zu den gravierendsten Risikofaktoren für die Außenwirtschaft und damit auch für die Außenhandelsfinanzierung gehören nach wie vor eine mögliche Zuspitzung der Handelskonflikte mit den USA sowie die weltweite Tendenz zu Protektionismus, Abschottung und nationalen Alleingängen, wie sie unter anderem in der Sanktionspolitik der Vereinigten Staaten ihren Ausdruck findet“, heißt es auch im Positionspapier.

Daneben sieht der Bankenverband Belastungen durch zunehmende Regulierung, etwa zur Bekämpfung von Geldwäsche. Diese Anforderungen seien zwar in weiten Teilen richtig, hätten aber einen „signifikant erhöhten Bearbeitungsaufwand und somit Kostenanstieg“ zur Folge.

„Der Kostendruck und die Komplexität sind enorm“, sagte Ossig. Der Verband will erreichen, dass die Bundesregierung internationale Vereinbarungen nicht übererfüllt und die Regeln zusätzlich verschärft. Dass deutsche Unternehmen ihre Geschäfte über ausländische Banken finanzieren, hält Ossig für keine Alternative. „Ohne deutsche Banken geht es nicht“, sagte der Verbandschef. „Die Exportfinanzierung ist meist Teil einer gewachsenen und vertrauensvollen Geschäftsbeziehung.“

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