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12.09.2019

14:56

Automobilmesse

Warum eine nicht gehaltene Rede auf der IAA für Wirbel sorgt

Von: Christian Rothenberg

Frankfurts Oberbürgermeister Feldmann durfte sein geplantes Grußwort auf der Frankfurter Automesse nicht halten. Dabei hätte der Politiker viel zu sagen gehabt.

Der SPD-Politiker ist seit 2012 im Amt. dpa

Peter Feldmann

Der SPD-Politiker ist seit 2012 im Amt.

Düsseldorf Die Rede war schon geschrieben, als Peter Feldmann Ende August einen Anruf erhielt. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) teilte dem Frankfurter Oberbürgermeister mit, dass er in diesem Jahr nicht auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) sprechen werde. Der Programmablauf habe sich geändert.

Anders als in den Vorjahren entfiel am Donnerstag das Grußwort des Gastgebers bei der Eröffnung der Messe. Feldmann – seit 2012 im Amt und früher Leiter eines Altenheims in Darmstadt – veröffentlichte seine Rede trotzdem: bei Facebook. Der SPD-Politiker belässt es darin nicht bei höflichen Floskeln. „Wir brauchen eine Automobilindustrie, die sich gesetzeskonform verhält“, schreibt der 60-Jährige. „Beweisen wir, dass deutsche Innovationskraft nicht darin besteht, gesetzliche Vorgaben zu umgehen.“

Feldmann fordert eine Mobilitätswende („Frankfurt braucht mehr Busse und Bahnen, aber nicht mehr SUVs“) und sympathisiert mit den Umweltaktivisten, die in Frankfurt demonstrieren wollen. So wünscht er allen IAA-Teilnehmern „Offenheit und Empathie“ für die Forderungen der jungen Menschen. Man kann sich vorstellen, wie das auf der Messe angekommen wäre. Veranstalter VDA erklärte auf Nachfrage, Feldmann sei nie eingeladen worden.

Dass er wegen einer kritischen Rede nicht hätte sprechen dürfen, sei „völliger Unsinn“. Im Internet lobten viele Nutzer die Worte des Politikers. Dieser wird der IAA wohl fernbleiben. Aus Zeitgründen, heißt es. Seine Rede fand dennoch ein Publikum – obwohl er sie gar nicht gehalten hat.

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