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15.08.2022

12:43

Beschlussentwurf

Stiko will vierte Impfung für Menschen ab 60 Jahren empfehlen – Jüngere profitieren „nicht nennenswert“

Von: Jürgen Klöckner

Die Ständige Impfkommission plant offenbar, ihre Empfehlung für die vierte Impfung zu erweitern. Das geht aus einem Beschlussentwurf hervor, der dem Handelsblatt vorliegt.

Für eine vierte Impfung müsse die letzte Corona-Infektion oder die erste Auffrischimpfung mindestens sechs Monate zurückliegen, so die Bedingung der Ständigen Impfkommission. dpa

Corona-Impfung

Für eine vierte Impfung müsse die letzte Corona-Infektion oder die erste Auffrischimpfung mindestens sechs Monate zurückliegen, so die Bedingung der Ständigen Impfkommission.

Berlin Die Ständige Impfkommission (Stiko) plant, die vierte Impfung allen Menschen im Alter von 60 bis 69 Jahren zu empfehlen. Das geht aus einem Beschlussentwurf der Stiko zur Impfempfehlung hervor, der dem Handelsblatt vorliegt. Auch die „Bild“ hatte darüber berichtet. Das zuständige Robert Koch-Institut (RKI) wollte sich auf Anfrage nicht zu dem Beschlussentwurf äußern.

Die letzte Corona-Infektion oder die erste Auffrischimpfung müsse für eine vierte Impfung mindestens sechs Monate zurückliegen, so die Bedingung. Die Stiko wurde in den vergangenen Wochen mehrmals dazu aufgefordert, ihre Empfehlung zu erweitern.

Bislang empfiehlt die Stiko die vierte Impfung für Menschen ab 70 Jahren und Risikogruppen. Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC und die europäische Arzneimittelagentur EMA empfehlen die vierte Impfung bereits für alle ab 60 Jahren.

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) sagte am Sonntag, sie erwarte eine klare Empfehlung für das weitere Vorgehen. „Es wird eine vierte Impfung für die Bevölkerung praktisch nur geben, wenn es die Stiko-Empfehlung dafür gibt. Weil nur dann auch die Ärzte es umsetzen.“

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    Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) wiederum hatte die Stiko bereits mehrmals aufgefordert, eine Empfehlung für alle Altersgruppen auszusprechen, für die eine vierte Impfung sinnvoll sei. Er nannte den Vorstoß nun auf Twitter einen „wichtigen Schritt in die richtige Richtung“.

    PDF zum Download

    Vierte Impfung: Hier können Sie die Stiko-Empfehlung im Original nachlesen

    Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat ihre Empfehlung für die vierte Corona-Schutzimpfung vorgelegt. Hier gibt es den Beschlussentwurf im Original.

    Im Beschlussentwurf schreibt die Stiko lediglich, dass Menschen unter 60 Jahren „nach derzeitigem Kenntnisstand“ nicht nennenswert von einer vierten Impfung profitieren würden. Eine Ausnahme seien Personen im Alter ab fünf Jahren mit einem „erhöhten Risiko“ für einen schweren Krankheitsverlauf.

    Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, begrüßte den Schritt. Nun gebe es eine „klare Ansage“, dass immungesunde Menschen unter 60 Jahren „von einem zweiten Booster nicht profitieren und dieser deshalb auch nicht pauschal empfohlen wird“, sagte er dem Handelsblatt.

    Um den optimalen Schutz in der Bevölkerung zu erreichen, soll laut Stiko zudem Mitte September mit einer Kampagne für die vierte Impfung begonnen werden. Empfohlen werde auch, nicht auf die angepassten Impfstoffe zu warten.

    Die europäische Zulassung der neuen Impfstoffe gegen die Omikron-Varianten BA.1 und BA.5 ist im September zu erwarten, wie Lauterbach am Freitag ankündigte. Am 1. September stehe dies für BA.1 an und am 27. September für BA.5.

    Am jeweiligen darauffolgenden Tag könnten die Vakzine ausgeliefert werden. „Die Bundesregierung hat beide Impfstoffe in auskömmlicher Menge besorgt“, sagte Lauterbach.

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