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23.11.2022

16:43

Blackout

Was sollte man bei Stromausfall zuhause haben?

Blackout, Lockdown oder Hochwasser: Im Katastrophenfall hilft ein Notvorrat. Denn Lebensmittel können knapp werden oder Sie müssen tagelang zuhause bleiben. Eine Checkliste.

Notvorrat für den Blackout

Notvorrat

Für Katastrophen wie einen Blackout empfehlen Behörden, einen Notvorrat an Lebensmitteln für zehn Tage anzulegen (Foto: dpa).

Ein Blackout gilt in Deutschland zwar als unwahrscheinlich. Katastrophen treffen jedoch oft unerwartet ein. Hochwasser, Virus-Pandemien und Waldbrände legen ganze Landstriche lahm. Aber auch ein regionaler Starkregen, ein schwerer Sturm, in der Folge ein Stromausfall oder Hausbrand können bei jedem Menschen eine persönliche Katastrophe auslösen.

Bürger müssen dann flüchten oder sind gezwungen, zuhause auszuharren. Solche Notsituationen überfordern schnell. Ein gewisse Vorbereitung bietet dann zumindest grundlegenden Schutz und sichert das Überleben. Vor allem das Anlegen eines Notvorrats kann für den Katastrophenfall sinnvoll sein.

Blackout: Was sollte man bei Stromausfall zuhause haben?

Dazu ruft auch die Bundesregierung auf. „Wenn tatsächlich mal länger der Strom ausfällt oder das tägliche Leben auf andere Art und Weise eingeschränkt wird, dann ist es auf jeden Fall sinnvoll, einen Notvorrat zu Hause zu haben“, sagte Nancy Faeser (SPD) im Interview. Die Bundesinnenministerin empfiehlt eine Checkliste vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK).

„Ihr Ziel muss es sein, zehn Tage ohne Einkaufen überstehen zu können“, heißt es im Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen der Behörde. Die Checkliste selbst können Sie hier herunterladen. Das Wesentliche daraus für Sie im Überblick:

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    Stromausfall: Das brauchen Sie für Tage ohne Strom

    Um für einen Stromausfall und den Ausfall von Gas gewappnet zu sein, empfiehlt die Katastrophenschutzbehörde, folgende Gegenstände im Haus oder in der Wohnung bereitzuhalten:

    • Kerzen
    • Teelichter
    • Streichhölzer
    • Feuerzeug
    • Taschenlampe
    • Reservebatterien
    • Campingkocher oder Spirituskocher mit Brennmaterial
    • Heizgelegenheit
    • Brennstoffe

    Das BBK rät zudem zu einem batteriebetriebenen Rundfunkgerät inklusive Reservebatterien oder einem Kurbelradio. So können Sie sich auch bei Ausfall von Strom, Internet und Fernsehen zur Nachrichtenlage informieren.

    Vorrat anlegen: Essen und Trinken für zehn Tage

    Ein Beispiel für einen zehntägigen Grundvorrat an Lebensmittel für einen Menschen könnte laut BBK folgendermaßen aussehen:

    • Getränke: 2 Liter pro Tag, 20 Liter insgesamt
    • Getreide, Getreideprodukte, Brot, Kartoffeln, Nudeln, Reis: 3,5 Kilo
    • Gemüse, Hülsenfrüchte: 4 Kilo
    • Obst, Nüsse: 2,5 Kilo
    • Milch, Milchprodukte: 2,6 Kilo
    • Fisch, Fleisch, Eier beziehungsweise Volleipulver: 1,5 Kilo
    • Fette, Öle: 0,375 Kilo

    Das Beispiel eines Notvorrats entspricht circa 2200 Kilokalorien pro Tag. Es deckt dem BBK zufolge im Regelfall den Gesamtenergiebedarf eines Menschen ab. Bürger sollten bei der Planung auch persönliche Vorlieben, Diätvorschriften und Allergien berücksichtigen.

    Hygieneartikel: Was ist für Sauberkeit und Hygiene nötig?

    An Hygieneartikeln empfiehlt das BBK Bürgern und Bürgerinnen einen Grundstock an folgenden Produkten. Sie gewährleisten ein Mindestmaß an Sauberkeit in den eigenen vier Wänden.

    • Seife
    • Waschmittel
    • Zahnbürste, Zahnpasta
    • Einweggeschirr und Besteck
    • Küchenpapier
    • Toilettenpapier
    • Müllbeutel
    • Campingtoilette inklusive Ersatzbeutel
    • Haushaltshandschuhe
    • Desinfektionsmittel für Flächen
    • Schmierseife

    Hausapotheke: Was Sie für die Erste Hilfe benötigen

    Ihre Hausapotheke sollte dem BBK zufolge diese Produkte umfassen, um für den medizinischen Notfall zu Hause gerüstet zu sein.

    • DIN-Verbandskasten
    • vom Arzt verordnete Medikamente
    • Schmerzmittel
    • Hautdesinfektionsmittel
    • Wunddesinfektionsmittel
    • Mittel gegen Erkältungskrankheiten
    • Fieberthermometer
    • Mittel gegen Durchfall
    • Insektenstichsalbe und Sonnenbrandsalbe
    • Splitterpinzette

    Brandschutz: Was Sie gegen Feuer zu Hause haben sollten

    Zu dieser Ausrüstung rät das BBK, um bei einem Feuer, etwa einem Hausbrand, reagieren zu können.

    • Feuerlöscher
    • Löschspray
    • Rauchmelder
    • Gartenschlauch oder Autowaschschlauch
    • Behälter für Löschwasser
    • Wassereimer
    • Kübelspritze oder Einstellspritze

    Notgepäck: Griffbereite Ausrüstung für den Katastrophenfall

    Wenn es brennt müssen Sie schnell Ihr Haus oder Ihre Wohnung verlassen. Auch wenn Sie etwa Sicherheitskräfte wegen einem Gasleck oder Hochwasser evakuieren, ist wenig Zeit zum Packen. Das BBK empfiehlt deshalb, ein Notgepäck mit folgender Kleidung und Ausrüstung griffbereit zu halten.

    • persönliche Medikamente
    • behelfsmäßige Schutzkleidung
    • Wolldecke, Schlafsack
    • Unterwäsche, Strümpfe
    • Gummistiefel, derbes Schuhwerk
    • Essgeschirr, Essbesteck, Thermoskanne, Becher
    • Material zur Wundversorgung
    • Dosenöffner und Taschenmesser
    • strapazierfähige, warme Kleidung
    • Taschenlampe
    • Kopfbedeckung, Schutzhelm
    • Schutzmaske, behelfsmäßiger Atemschutz
    • Arbeitshandschuhe
    • Fotoapparat oder Fotohandy

    Das BBK rät zudem, Ihre wichtigsten Dokumente, also Pässe, Verträge und Zeugnisse, für den Ernstfall in einer Mappe zusammenzufassen. Falls Sie beispielsweise bei Hochwasser oder Feuer flüchten müssen, haben Sie oft wenig Zeit, die wesentlichen Unterlagen zusammenzusuchen und mitzunehmen. Machen Sie sich deshalb eine Liste, in der Sie festlegen, welche Dokumente unbedingt erforderlich sind. Ordnen Sie die Unterlagen zweckmäßig und lassen Sie, falls dafür nötig, auch beglaubigte Kopien anfertigen.

    Notvorräte spielen auch für den Zivilschutz durch den Bund eine Rolle. Innenministerin Nancy Faeser betonte im Handelsblatt-Interview die Bedeutung: „Wir müssen hier auf die Höhe der Zeit kommen, um die vielfältigen Krisen – Pandemien, Klimafolgen, Kriegsgefahren – zu bewältigen.“

    Es müsse geprüft werden, welche Schutzvorkehrungen notwendig seien. Das betreffe nicht nur technische Fragen, „sondern auch Vorräte für Lebensmittel, Medikamente oder Sanitätsmaterialien“.

    Dieser Artikel erschien bereits am 02.05.2022. Der Artikel wurde erneut geprüft und mit leichten Anpassungen aktualisiert.

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