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08.01.2019

12:07

Bundesbank-Studie

Deutschland hat dank Niedrigzinsen 368 Milliarden Euro gespart

Von: Martin Greive

Deutschland ist europaweit der größte Profiteur der Niedrigzinsphase – 368 Milliarden Euro wurden eingespart. Doch Experten warnen vor neuen Schulden.

Niedrige Zinsen haben Deutschland 368 Milliarden Euro erspart dpa

Profiteur der Niedrigzinsphase

Deutschland hat seit der Finanzkrise eine riesige Summe bei den Zinskosten gespart.

BerlinDer deutsche Staat hat seit Ausbruch der Finanzkrise 2008 dank der Niedrigzinsen 368 Milliarden Euro an Zinskosten eingespart. Das entspricht mehr als zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Allein im vergangenen Jahr beliefen sich die Zinsersparnisse von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherungen im Vergleich vor der Finanzkrise auf 55 Milliarden Euro. Dies zeigen Berechnungen der Deutschen Bundesbank, die dem Handelsblatt vorliegen.

Die Euro-Zone insgesamt hat laut Bundesbank seit der Finanzkrise 1,42 Billionen Euro an Zinsen eingespart. Der größte Profiteur nach Deutschland war demnach Frankreich mit einer Ersparnis von 350 Milliarden Euro, gefolgt von Italien mit 262 Milliarden Euro.

Die Bundesbank hat das jeweilige Zinsniveau der Euro-Länder aus 2007, dem Jahr vor der Finanzkrise, mit dem jeweiligen Niveau in den Jahren bis 2018 verglichen. Musste der deutsche Staat im Jahr 2007 Investoren noch eine durchschnittliche Rendite von 4,2 Prozent für frisches Geld bieten, fiel das Zinsniveau seitdem kontinuierlich auf zuletzt 1,5 Prozent im Jahr 2018.

Wegen dieses Zinsverfalls musste der Staat immer weniger Geld für den Schuldendienst ausgeben. Der Effekt würde sogar noch stärker ausfallen, wenn Bund und Länder keine Überschüsse einfahren, sondern sich verschulden würden. Ökonomen warnen immer wieder, dass die Verschuldung der Euro-Länder im Falle eines Zinsanstieg schnell wieder steigen wird.

Grafik
Brexit 2019

Kommentare (7)

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Herr Tom Schmidt

08.01.2019, 12:34 Uhr

Bitte... warum immer wieder dieser Unsinn? Und wenn man schon Kommentar schreibt, dann sollte man diese entweder mal berücksichtigen oder widersprechen.

Die hier getätigte Aussage ist 0! Das kann ja als Einzelposten auch so sein, die relevante Formulierung der Frage wäre aber was Deutschland unter dem Strich gespart hat und da muss eine volkswirtschaftliche Gesamtrechnung gemacht werden. Zu berücksichtigen (gegenrechnen) ist:

Einbruch bzw. Ausfall der Kapitalertragsteuer!
Der Zinseinbruch hat dem Konsum der Sparer geschadet, diese konnten dieses Geld nicht ausgeben!

Und weitere Effekte, über deren sinnvolle Aufführung man mit einem Volkswirtschaftler sprechen sollte...

Und was da unterm Strich rauskommt... das ist die wahre Zahl hinter dieser politischen Propaganda-Meldung! Handelsblatt, so ein Ansatz würde der führenden Finanzpresse gut tun!!!

Herr Tom Schmidt

08.01.2019, 12:36 Uhr

Nochmal: "Zinsersparnis des deutschen Staates" ist absolut nicht gleichbedeutend mit "Profitieren von der Zinsentwicklung!!!"

Herr Ralph Sturm

08.01.2019, 12:41 Uhr

Wurde gespart oder wurde nur umverteilt?

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