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27.09.2021

11:16

Bundestagswahl

So haben Wähler in den Wahlkreisen prominenter Politiker entschieden

Wirtschaftspolitiker Merz kehrt in den Bundestag zurück. Maas nimmt Altmaier das Direktmandant im Wahlkreis Saarlouis ab. Christian Lindner verpasst erneut Direktmandat in NRW.

Für den CDU-Politiker ist es der dritte Versuch, den Parteivorsitz zu übernehmen. dpa

Friedrich Merz

Für den CDU-Politiker ist es der dritte Versuch, den Parteivorsitz zu übernehmen.

Düsseldorf Bei der Bundestagswahl gibt es insgesamt 299 Wahlkreise. In jedem Wahlkreis wird jeweils ein Direktmandat an die Kandidatin oder den Kandidaten mit den meisten Erststimmen vergeben. Ein Überblick, welche prominenten Politiker auf diesem Weg in den Bundestag kamen – und welche nicht.

Die CDU hat den Wahlkreis von Bundeskanzlerin Angela Merkel in Mecklenburg-Vorpommern an die SPD verloren. Der CDU-Kandidat Georg Günther liegt mit 20,4 Prozent deutlich hinter seiner SPD-Konkurrentin Anna Kassautzki (24,3 Prozent). Merkel hatte im Wahlkreis Vorpommern-Rügen - Vorpommern-Greifswald I 2017 noch 44 Prozent der Erststimmen geholt. Sie hat das Direktmandat im äußersten Nordosten seit 1990 achtmal gewonnen.

Kein Laschet-Bonus für die CDU in Aachen: In der Heimatstadt von Kanzlerkandidat Armin Laschet gewinnt ein Grüner das Direktmandat. Der stellvertretende Bundestags-Fraktionschef Oliver Krischer landete mit 29 Prozent vor dem langjährigen CDU-Abgeordneten Rudolf Henke (22,8). Laschet selbst hatte sich nicht als Wahlkreiskandidat zur Wahl gestellt. Er kandidiert nur auf der CDU-Landesliste in Nordrhein-Westfalen.

dpa

Annegret Kramp-Karrenbauer

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hat im Saarland kein Direktmandat geholt. Im Wahlkreis Saarbrücken verlor sie mit 25,1 Prozent der Stimmen gegen Josephine Ortleb (SPD), die auf 36,9 Prozent kam, wie die Landeswahlleitung am Sonntagabend mitteilte. Kramp-Karrenbauer hatte das Direktmandat im Wahlkreis Saarbrücken für die CDU zurückerobern wollen, nachdem dieses 2017 an die SPD gegangen war. Kramp-Karrenbauer kann noch über die Landesliste in den Bundestag einziehen. Sie steht auf Platz eins. „AKK“, wie sie nicht nur im Saarland genannt wird, hat derzeit noch kein Mandat im Bundestag.

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    Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner hat bei der Bundestagswahl erneut ein Direktmandat deutlich verfehlt. Der 42-Jährige kam am Sonntag im Rheinisch-Bergischen Kreis (Nordrhein-Westfalen) auf 16,8 Prozent – und landete damit auf dem vierten Platz. Als Spitzenkandidat seiner Partei zieht er über die Landesliste dennoch in den Bundestag ein. Das Direktmandat in dem Wahlkreis nahe Köln gewann erneut der CDU-Politiker Hermann-Josef Tebroke mit 30,0 Prozent. SPD-Kandidat Kastriot Krasniqi kam auf 22,7 Prozent, Grünen-Kandidat Maik Außendorf erlangte 18,0 Prozent.

    Karl Lauterbach

    Der SPD-Politiker Karl Lauterbach holt sich das Direktmandat für den Wahlkreis Leverkusen - Köln IV und bleibt damit im Bundestag. Der Gesundheitsexperte, der durch die Corona-Pandemie deutschlandweit präsent ist, holte 45,6 Prozent – und damit deutlich mehr als NRW-Staatssekretärin und Laschet-Vertraute Serap Güler (CDU), die auf 20,4 Prozent kam.

    dpa

    Wolfgang Schäuble

    Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble hat als Spitzenkandidat für die CDU in Baden-Württemberg erneut das Direktmandat für seinen Wahlkreis Offenburg geholt. Bei der Bundestagswahl konnte er nach Angaben der Stadt 33,14 Prozent der Stimmen auf sich vereinen. Der 79-jährige promovierte Jurist ist seit fast 50 Jahren im Bundestag. Als Bundesinnenminister verhandelte er die deutsche Einheit.

    SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz zieht als Abgeordneter für den Wahlkreis Potsdam - Potsdam-Mittelmark II - Teltow-Fläming II in den Bundestag ein. Scholz liegt mit 34,0 Prozent vor der Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock (18,8 Prozent). Während Scholz dort deutlich mehr Erststimmen holt als seine Partei (27,0 Prozent), schneidet Baerbock schlechter ab als die Grünen (19,0). Scholz gehörte dem Bundestag seit 2011 nicht mehr an.

    Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich erneut das Direktmandat im Wahlkreis Steinfurt I/Borken I gesichert. Der Minister kommt nach Auszählung aller Bezirke bei der Bundestagswahl auf 40 Prozent der Stimmen. Damit liegt er deutlich vor seiner Mitbewerberin von der SPD, Sarah Lahrkamp, die auf 28,3 Prozent der Stimmen kommt.

    Der ehemalige Unionsfraktionschef Friedrich Merz hat im Hochsauerlandkreis (Nordrhein-Westfalen) das Direktmandat gewonnen. Er lag mit 40,4 Prozent weit vor dem SPD-Kandidaten Dirk Wiese (32,2 Prozent).

    Merz, gebürtig aus Brilon im Sauerland, hatte sich nach vier Wahlperioden (1994 bis 2009) zunächst nicht mehr für ein Direktmandat beworben. Nun kehrt der Wirtschafts- und Finanzexperte nach längerer Pause in den Bundestag zurück. Er hatte 2018 und 2021 auch den CDU-Bundesparteivorsitz angestrebt, war aber gescheitert.

    Philipp Amthor

    Der CDU-Bundestagsabgeordnete Philipp Amthor hat das Direktmandat in seinem Wahlkreis in Mecklenburg-Vorpommern an den SPD-Politiker Erik von Malottki verloren. 20,7 Prozent der Wählerinnen und Wähler gaben Amthor im Wahlkreis 16 ihre Erststimme, wie auf der Homepage der Landeswahlleiterin am frühen Montagmorgen mitgeteilt wurde. Amthor landete damit nur auf dem dritten Platz, hinter von Malottki (24,8 Prozent) und dem AfD-Politiker Enrico Komning (24,3 Prozent),

    Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer zieht trotz massiver Stimmenverluste wieder in den Bundestag ein. Im Wahlkreis Passau erhält er 30,7 Prozent der Erststimmen, das sind aber 16,8 Prozentpunkte weniger als vor vier Jahren. Der CSU-Politiker schneidet damit schlechter ab als seine Partei, die von 40,5 auf 32,5 Prozent der Zweitstimmen zurückfällt.

    dpa

    Heiko Maas

    Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) hat Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) das Direktmandat im Wahlkreis Saarlouis abgenommen. Maas kommt im einzigen Duell zweier Bundesminister nach Auszählung von 17 der 18 Gemeinden auf 36,8 Prozent der Erststimmen und legt um 4,7 Prozentpunkte zu. Altmaier, der Sieger von 2017, rutscht von 38,1 auf 28,0 Prozent ab. Altmaier kandidiert auch auf Platz zwei der saarländischen CDU-Landesliste.

    Die rheinland-pfälzische CDU-Landesvorsitzende und Spitzenkandidatin Julia Klöckner hat das Direktmandat im Wahlkreis Kreuznach nicht erreicht. Joe Weingarten von der SPD kam am Sonntag bei der Bundestagswahl nach der Auszählung der Stimmen auf 33,0 Prozent der Erststimmen. Klöckner erreichte laut Landeswahlleiter nur 29,1 Prozent. Weingarten war 2019 als Nachfolger von Andrea Nahles in den Bundestag eingezogen.

    Der hessische CDU-Spitzenkandidat für die Bundestagswahl, Helge Braun, hat den Kampf um das Direktmandat im Wahlkreis Gießen verloren. Nach dem vorläufigen Endergebnis erhielt der Kanzleramtschef am Sonntag 29,6 Prozent der Erststimmen und unterlag damit knapp seinem SPD-Kontrahenten Felix Döring, der auf 30,4 Prozent kam. Bei der vorherigen Wahl 2017 hatte Braun in dem Wahlkreis noch das Direktmandat gewonnen.

    Trotz ihres bislang schwächsten Ergebnisses bei den Erststimmen hat die stellvertretende CSU-Vorsitzende Dorothee Bär ihr Direktmandat im Wahlkreis Bad Kissingen verteidigt. Die Digital-Staatsministerin vereinte 39,1 Prozent der Erststimmen auf sich. Das sind zwölf Prozentpunkte weniger als bei der Bundestagswahl 2017.

    dpa

    Cem Özdemir

    Der Ex-Grünen-Chef Cem Özdemir hat nach Auszählung aller Stimmen das Direktmandat für die Grünen in Stuttgart geholt. Er setzte sich nach Angaben der Stadt im Wahlkreis Stuttgart I gegen den CDU-Abgeordneten Stefan Kaufmann durch. Bis zu dieser Bundestagswahl hatten ausschließlich CDU und SPD Direktmandate in Baden-Württemberg erobert.

    Die SPD-Vorsitzende Saskia Esken zieht ohne Direktmandat in den Bundestag. Die meisten Erststimmen in ihrem Wahlkreis Calw erhielt der CDU-Politiker Klaus Mack (48). Der Bürgermeister der Stadt Bad Wildbad errang den Angaben des Landkreises Calw zufolge nach Auszählung aller Stimmen 33,8 Prozent in der traditionellen CDU-Hochburg. Saskia Esken kam mit 17,23 Prozent auf den zweiten Platz; sie konnte damit ihr Ergebnis im Vergleich zur vergangenen Bundestagswahl leicht verbessern (2017: 16,9 Prozent).

    Der Grünen-Bundesvorsitzende Robert Habeck hat erstmals in Schleswig-Holstein für seine Partei ein Direktmandat gewonnen. Nach Angaben der Kreisverwaltung lag der der 52-Jährige im Wahlkreis Flensburg-Schleswig mit 28,1 Prozent der Erststimmen deutlich vor der CDU-Bundestagsabgeordneten Petra Nicolaisen (55) mit 23,4 Prozent.

    Habeck selbst sagte. „Ich bin überwältigt von dem mir entgegengebrachten Vertrauen. Es ist ein Privileg den Wahlkreis 1, meine Heimat, als direkt gewählter Abgeordneter zu vertreten. Mit all meiner Kraft werde ich mich in Berlin für die Region einsetzen.“ Der ehemalige schleswig-holsteinische Umweltminister führt die Grünen seit 2018 zusammen mit Annalena Baerbock.

    Hans Georg Maaßen

    Ex-Bundesverfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen (CDU) ist mit seiner Kandidatur für ein Direktmandat im Bundestag deutlich gescheitert. Der umstrittene CDU-Politiker kam nach Auszählung aller Stimmen im südthüringer Wahlkreis 196 auf 22,3 Prozent der Erststimmen, sein SPD-Kontrahent, der Olympiasieger und Ex-Biathlon-Bundestrainer, Frank Ullrich, holte das Direktmandat mit 33,6 Prozent der Erststimmen.

    obs

    Anja Karliczek

    Anja Karliczek (CDU) hat sich erneut das Direktmandat im Wahlkreis Steinfurt III in Nordrhein-Westfalen gesichert. Nach Auszählung aller Bezirke kommt die amtierende Bundesforschungsministerin bei der Bundestagswahl auf 34 Prozent der Erststimmen. Damit liegt sie knapp vor SPD-Kandidat Jürgen Coße, der 31,1 Prozent der Stimmen erhielt. Das geht aus vorläufigen Angaben des Kreises Steinfurt vom Sonntagabend hervor.

    Marco Wanderwitz

    Der Ostbeauftragte der Bundesregierung, Marco Wanderwitz (CDU), hat sein Direktmandat in Sachsen verloren. In seinem Wahlkreis Chemnitzer Umland - Erzgebirgskreis II wurde er laut Übersicht der Landeswahlleitung vom Sonntagabend von AfD-Kandidat Mike Moncsek überholt, der auf 28,9 Prozent bei den Erststimmen kam. Wanderwitz holte 23,7 Prozent. Er hatte seinen Wahlkreis seit 2002 im Bundestag vertreten.

    Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) hat ihren Wahlkreis in Berlin-Reinickendorf bei der Bundestagswahl gewonnen. Die frühere Berliner CDU-Landesvorsitzende kam auf 27,2 Prozent der Erststimmen, wie die Landeswahlleitung in Berlin mitteilte. Bei der Bundestagswahl 2017 ging der Wahlkreis mit 36,8 Prozent an den CDU-Kandidaten Frank Steffel, der nicht erneut kandidiert hatte.

    Dietmar Bartsch

    Der Spitzenkandidat der Linken für die Bundestagswahl, Dietmar Bartsch, hat im Wahlkreis 14 Rostock - Landkreis Rostock II das Direktmandat verpasst. Der bisherige Fraktionschef seiner Partei im Bundestag erhielt 18,2 Prozent der Erststimmen, wie am frühen Montagmorgen auf der Homepage der Landeswahlleiterin veröffentlicht wurde. Seine SPD-Konkurrentin Katrin Zschau kam auf 27,0 Prozent und löste damit das Ticket für Berlin. Sie ist Geschäftsführerin der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft in Mecklenburg-Vorpommern.

    Rolf Mützenich

    SPD-Bundestagsfraktionschef Rolf Mützenich hat bei der Bundestagswahl sein Direktmandat im Wahlkreis Köln III verteidigt. Der 62 Jahre alte Politiker kam am Sonntag laut vorläufigem Ergebnis auf 29,9 Prozent der Erststimmen. Der gebürtige Kölner führt seit 2019 die SPD-Bundestagsfraktion in Berlin. Er steht als Spitzenkandidat zudem auf Platz eins der Landesliste der NRW-SPD. Mützenich vertritt seinen Wahlkreis im Kölner Nordwesten bereits seit 2002 im Bundestag - also seit fast 20 Jahren. Auf dem zweiten Platz landete die Grünen-Kandidatin und Bundestagsabgeordnete Katharina Dröge mit 28,3 Prozent.

    Johannes Kretschmann

    Johannes Kretschmann, der Sohn des grünen Ministerpräsidenten, hat im Kampf um das Direktmandat im Wahlkreis Zollernalb-Sigmaringen klar verloren. Der 43 Jahre alte Grünen-Politiker landete hinter dem CDU-Kandidaten Thomas Bareiß, wie das Landratsamt Sigmaringen am Sonntagabend mitteilte.

    Tino Chrupalla

    AfD-Bundeschef Tino Chrupalla hat sein Direktmandat bei der Bundestagswahl im Wahlkreis Görlitz verteidigt. Nach Angaben der Landeswahlleitung bekam der 46-Jährige am Sonntag 35,8 Prozent der Erststimmen. Absolut waren es 53.971 Stimmen für den Malermeister. 2017 hatte er für eine Überraschung gesorgt, als er dem heutigen sächsischen Regierungschef Michael Kretschmer (CDU) sein Direktmandat entriss. Chrupalla bekam damals 49.834 Stimmen (32,4 Prozent), Kretschmer 48.256 (31,4).

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