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29.09.2021

07:50

Deutschland

Neue Abgeordnete starten in ihre erste Woche im Bundestag

Mit der neuen Legislaturperiode kommen auch viele neue Abgeordnete in den Bundestag. Doch bevor es richtig losgeht, gibt es für die Neugewählten noch so einiges zu tun.

Sie ist mit erst 23 Jahren die jüngste Abgeordnete und mischt jetzt für die Grünen in der Bundespolitik mit. dpa

Emilia Fester

Sie ist mit erst 23 Jahren die jüngste Abgeordnete und mischt jetzt für die Grünen in der Bundespolitik mit.

Berlin Der Bundestag, das Zentrum der deutschen Demokratie – und plötzlich sind sie mittendrin: Dutzende neue Parlamentarier, die in ihre ersten Tage als Bundestagsabgeordnete starten.

Neben ersten Fraktionssitzungen gibt es viele praktische Fragen zu klären: Wie leite ich ein Abgeordnetenbüro? Wer sind die anderen Neuen? Und wo bekomme ich eigentlich meinen Bundestagsausweis her?

Emilia Fester vergleicht diese Woche mit der Anfangszeit in der Uni. Sie ist mit erst 23 Jahren die jüngste Abgeordnete und mischt jetzt für die Grünen in der Bundespolitik mit. „Es fühlt sich tatsächlich ein bisschen an wie eine Ersti-Woche, nur mit weniger Alkohol“, sagt Fester. „Man bekommt ein Semesterticket, man bekommt einen Ausweis, nur das Ganze dann eben auf Bundestag gepolt.“

Dieses Ankommen sei sehr spannend – und die Motivation groß, erzählt die junge Frau, die eine von 67 neu gewählten Grünen-Bundestagsabgeordneten ist.

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    Die Fraktionen laden ihre neuen Abgeordneten zu Einführungsveranstaltungen ein. Dort werden Infohefte und Namensschilder verteilt, aber auch grundsätzliche Fragen geklärt, wie etwa die nach dem Wlan-Passwort – oder der nächstgelegenen Toilette, wie am Rande einer Einführungsveranstaltung zu hören ist.

    Ein Sprecher des Bundestages verweist generell auf ein breites Informationsangebot zu vielen Themen wie zu Dienstreisen oder zur Beschäftigung von Mitarbeitern. Neben dem Abgeordnetenausweis bekommen die Parlamentarier etwa auch eine Freifahrtberechtigung für die Deutsche Bahn. Auch ein Laptop, mehrere Telefonnummern für das neue Büro und die Mailadresse würden zeitnah eingerichtet.

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    Für die bessere Organisation bekommen die Abgeordneten zudem einen Stundenplan mit Infoveranstaltungen, erzählt Nyke Slawik (Grüne). Das Programm reiche von der Ausgabe der neuen technischen Geräte über Social-Media-Einführungen bis hin zu Informationen zur Frage, wie man denn nun eigentlich ein Büro führe.

    „Es ist eine große Ehre, jetzt in der Herzkammer der Demokratie anwesend sein zu dürfen“, sagt Slawik. Sie ist neben Tessa Ganserer (Grüne) eine von zwei Transfrauen, die ins Parlament einziehen. „Gerade bin ich ein bisschen überfordert mit den ganzen Infos, muss ich aber auch ganz ehrlich zugeben.“

    Nyke Slawik im Gespräch mit Karl Lauterbach. Beide kandidierten im Wahlkreis Köln IV, den der SPD-Politiker letztlich gewann. dpa

    Wahlstand

    Nyke Slawik im Gespräch mit Karl Lauterbach. Beide kandidierten im Wahlkreis Köln IV, den der SPD-Politiker letztlich gewann.

    Die vielen Fragen, die Neuankömmling Adis Ahmetovic (SPD) hat, stellt er seinen Mentoren, die in der vorigen Legislaturperiode bereits Bundestagsabgeordnete waren. „Ich kann beispielsweise nicht einschätzen, wie ich meine Zeit am besten einteile. Wie viel Zeit stecke ich in die parlamentarische Arbeit und wie viel Präsenz sollte ich im Wahlkreis zeigen?“ Fragen, die auch entscheidend für den Wiedereinzug ins Parlament in vier Jahren sind.

    Natürlich muss man auch herausfinden, mit wem man in der Fraktion zusammenarbeitet. In der ersten Fraktionssitzung „haben wir uns alle vorstellen können, 104 neue Bundestagsabgeordnete der SPD. Das hat lange gedauert, aber das war auch schön“, sagt der neu gewählte SPD-Abgeordnete Hakan Demir. Und sonst so? „Es gibt auf jeden Fall schon mal den Willen, einmal Fußball zu spielen miteinander, das haben viele gesagt.“

    Auch im Internet zeigen viele der neuen Abgeordneten, wie spannend der Einzug in den Bundestag für sie ist. „Holy shit. #erstertweetausdembundestag“, twitterte die SPD-Abgeordnete Sanae Abdi. Ihr Fraktionskollege Sebastian Roloff schrieb: „Ich sag's wie's ist: Hab mega Bock.“

    Von

    dpa

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