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26.09.2021

19:48

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Wahl-O-Mat 2021

Bundestagswahl 2021 – Welche Partei bekommt Ihre Stimme?

Deutschland hat die Wahl: Armin Laschet, Olaf Scholz, Annalena Baerbock – wer folgt auf Bundeskanzlerin Angela Merkel? Welche Partei stellt die stärkste Fraktion im neuen Bundestag? Am 26. September fällt die Entscheidung. Welche Partei steht für welche Inhalte? Machen Sie den Test.

Vor der Bundestagswahl waren noch viele Wähler unentschlossen. Bei der Entscheidung konnte der Wahl-O-Mat helfen. Erstellt von der Bundeszentrale für politische Bildung können Wählerinnen und Wähler ihre politischen Haltungen anhand von 38 Thesen mit den Positionen der einzelnen Parteien vergleichen. Laut Umfragen und Erfahrungen aus den Vorjahren nutzen bis zum Stichtag am 26. September bis zu 35 Prozent der Deutschen das Tool.

Wahl-O-Mat – so funktioniert es:

Der Wahl-O-Mat ist im Grunde ein Frage-und-Antwort-Spiel mit 38 Thesen der zugelassenen Parteien für die Bundestagswahl 2021. Die Nutzer lesen die Aussage und können anschließend mit „stimme zu“, „stimme nicht zu“, „neutral“ oder „These überspringen“ die Fragen beantworten. Am Ende errechnet das Tool, welche Parteienprogramme den angegebenen Überzeugungen am nächsten stehen.

Kritik am Wahl-O-Mat

Für Schlagzeilen sorgte der Wahl-O-Mat vor der Europawahl 2019. Da beklagte die Europapartei Volt, dass der Mechanismus kleinere Parteien benachteiligen würde. Das Tool wurde zwei Tage offline gesetzt und verändert. Seitdem ist die Auswertungsseite des Wahl-O-Mat nicht mehr auf die Auswahl von maximal acht Parteien beschränkt. Die Nutzer können selbst entscheiden, mit welchen und mit wie vielen Parteien sie ihre Voten vergleichen wollen. Der vollständige Artikel zum Wahl-O-Mat Streit.

Doch auch heute gibt es noch Kritik. So bemängelt etwa der Politikwissenschaftler Norbert Kersting von der Universität Münster, dass der Wahl-O-Mat nur drei Antwortmöglichkeiten bietet und deshalb von den Parteien leicht auszutricksen sei. Der an seiner Hochschule entwickelte „Wahl-Kompass“ setzt stattdessen auf fünf Antwortmöglichkeiten. „Bei uns müssen die Parteien eher Farbe bekennen“, versichert Kersting.

Andere Kritiker monieren, dass die Thesen im Wahl-O-Mat auf den Wahlprogrammen der Parteien basieren – also auf Ankündigungen statt auf tatsächlichem Handeln. Deshalb setzt das privat finanzierte Projekt „DeinWal“ auf die Auswertung von Bundestagsabstimmungen der vergangenen vier Jahre. Aber auch diese Methode hat einen Nachteil: Kleine Parteien, die bislang nicht im Bundestag vertreten waren, fallen durchs Raster.

Auch der „Wahltest“ der Berliner Digitalagentur Wegewerk greift grundsätzliche Kritikpunkte am Wahl-O-Mat auf – etwa, dass dieser mit seinen reinen Ja/Nein-Fragen zu undifferenziert sei. Beim „Wahltest“ müssen die Nutzer deshalb präzise festlegen, in welchem Jahr das letzte Kohlekraftwerk abgeschaltet werden soll oder mit welchen Maßnahmen die Wohnungsmieten ihrer Meinung nach am ehesten zu regulieren sind.

Konkurrenz zum Wahl-O-Mat besetzt Nischenthemen

Viele andere Konkurrenzprodukte setzen jedoch auf ein ähnliches Prinzip wie der Wahl-O-Mat. Der „Wahl-Swiper“, den das Kreativstudio Movact mit der Universität Freiburg entwickelt hat, erinnert dabei stark an die Flirt-App „Tinder“, denn Zustimmung oder Ablehnung zu einzelnen politischen Thesen signalisiert der User durch ein Wischen nach links oder rechts. „Wählen gehen ist so einfach wie Online-Dating“, heißt es dort auch dementsprechend.

Andere Angebote konzentrieren sich auf Spezialinteressen: Beim Sozial-O-Mat der Diakonie müssen Fragen zu Themen wie Grundeinkommen, Pflegekosten und Kinderbetreuung bearbeitet werden. Das Landwirteportal Agrarheute hat den „Agrar-o-Mat“ entworfen, wo es um Betriebsprämien, Tierschutz und Ökolandbau geht.

Beim „Klimawahlcheck“ werden 28 Thesen zu Energie oder Mobilität mit den Positionen der Parteien verglichen. Die Klima-Allianz verzichtete allerdings darauf, die AfD in das Projekt einzubeziehen. Zur Begründung heißt es, die Partei leugne den menschengemachten Klimawandel und wolle aus dem Pariser Klima-Abkommen aussteigen.

Bei „Wahltraut“ stehen feministische und gleichstellungspolitische Themen im Fokus. Dabei geht es beispielsweise um Schwangerschaftsabbrüche, LGBT-Rechte sowie die paritätischen Besetzung von Chefetagen. Auch hier kommt die AfD nicht vor - was nach Angaben der Initiatoren allerdings daran liegt, dass der an die Partei verschickte Fragenkatalog unbeantwortet geblieben sei.

Noch monothematischer ist der „Steuer-O-Mat“ des Portals Smartsteuer und des Kölner Wirtschaftsforschungsinstituts IW. Anhand von Einkommen und Familienstand wird hier individuell errechnet, welche Partei den größten Steuerzuwachs verspricht.

Von

HB

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