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07.08.2019

18:22

Bundeswehr

Fehlerhafter Bolzen: Alle Tiger-Kampfhubschrauber bleiben vorerst am Boden

Von: Thomas Hanke

Wegen eines schadhaften Bolzens zieht die Bundeswehr den Kampfhubschrauber Tiger vorerst aus dem Verkehr. Auch andere Armeen könnten betroffen sein.

Das weitere Vorgehen solle an diesem Donnerstag von einer Expertenrunde geklärt werden. dpa

Kampfhubschrauber Tiger

Das weitere Vorgehen solle an diesem Donnerstag von einer Expertenrunde geklärt werden.

Paris Der General für Flugbetrieb des Heeres hat am Mittwoch ein Flugverbot für alle Tiger-Hubschrauber der Bundeswehr erteilt. Das Heer, dem die Kampfhubschrauber zugeordnet sind, hatte von der Industrie von einem Bolzen erfahren, der möglicherweise schadhaft sein kann.

In der Pressemitteilung des Heeres heißt es: „Die Bundeswehr hat durch eine Mitteilung der Industrie Kenntnis davon erlangt, dass bestimmte Bolzen, die im Kampfhubschrauber Tiger verbaut sind, einen Mangel aufweisen könnten. Sicherheit hat für die Bundeswehr oberste Priorität.“

Von der Sperrung betroffen seien die Helikopter im Kampfhubschrauberregiment 36 in Fritzlar und im Deutsch-Französischen Heeresfliegerausbildungszentrum in Le Luc in Frankreich.

„Zur Klärung des weiteren Vorgehens hat der General Flugsicherheit Bundeswehr für den 8. August 2019 zu einer Expertenrunde, dem sogenannten Flugsicherheitsausschuss, eingeladen“, heißt es weiter. Auf jeden Fall würden alle Kampfhubschrauber Tiger vor dem nächsten Flug gründlich überprüft und falls notwendig Bolzen ausgetauscht.

Die sicherheitspolitische Webseite „Augen geradeaus“ schreibt, es handele sich um Bolzen einer Lieferung aus dem Jahr 2013. Sie sind ein billiges Bauteil, das von Airbus zugekauft wird.

Laut der Bundeswehr wurde festgestellt, dass Bolzen dieser Bauart auch im Transporthubschrauber NH90 sowie im Schulungshubschrauber EC135 verbaut sind – allerdings nicht an sicherheitsrelevanten Stellen. Daher laufe der Flugbetrieb mit NH90 und EC135 weiter.

Aus Industriekreisen ist zu hören, dass diese Art von Bolzen nicht nur die deutsche Tiger-Variante betrifft, sondern alle. Auch in Flugzeugen würden sie verbaut.

Ob dies allerdings auch auf diese spezielle Charge zutrifft, wird noch geprüft. Eine offizielle Warnung von Airbus an die Lizenznehmer des Tigers wird erst noch veröffentlicht. Ob auch die Armeen anderer Länder ein Flugverbot aussprechen werden, ist noch offen.

Der Tiger gilt als wichtiges und effizientes Waffensystem der deutschen und der französischen Armee und wird von der Bundeswehr aktuell unter anderem in Mali eingesetzt.

Kommentare (2)

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Herr Hans Schönenberg

07.08.2019, 18:37 Uhr

Was ist das denn? Es passt in das Bild der Bundeswehr! Viel Geld wurde ausgegeben, ohne das dieses Waffensystem zur Verfügung steht! Bessere Bolzen sollten doch wohl aufzutreiben sein!

Herr Hans Bajohr

07.08.2019, 20:03 Uhr

Ist doch einfach! Deutschland schafft sich ab. Was sind das für windige Lieferanten wenn essentielle Bauteile auf einmal ihre Funktion nicht erfüllen. Was für Typen sitzen da:
A. in der Beschaffung für Reserveteile
B. auf der Lieferantenseite
Dieses Pack gehört hinter Gitter. Leider gibt es dafür heutzutage nur eine Konventionalstrafe , wenn überhaupt. Wo sind wir gelandet?

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