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25.11.2018

16:30

CDU-Parteivorsitz

Kramp-Karrenbauers Kurs gegen die Konkurrenz wird härter

Von: Heike Anger

Im Kampf um die Merkel-Nachfolge setzt die CDU-Generalsekretärin verstärkt auf Attacke. Besonders ihr Rivale Friedrich Merz muss heftige Kritik einstecken.

Die Saarländerin trat in den vergangenen Tagen besonders mit harten Seitenhieben gegen ihre Mitbewerber in Erscheinung. AP

Annegret Kramp-Karrenbauer

Die Saarländerin trat in den vergangenen Tagen besonders mit harten Seitenhieben gegen ihre Mitbewerber in Erscheinung.

Berlin Wer zur Halbzeit des Kandidatenschaulaufs um den CDU-Parteivorsitz die Bilder der Regionalkonferenzen vergleicht, der sieht Annegret Kramp-Karrenbauer stets in der Mitte stehen – wahlweise im grauen, roten oder türkisen Blazer. Doch wer glaubt, das symbolisiere, wie sie von ihren beiden Kontrahenten Friedrich Merz und Jens Spahn in die Mangel genommen wird, der irrt. Es ist die 56-Jährige, die nun richtig Attacke fährt.

So konterte Kramp-Karrenbauer die Ansage von Merz, er wolle die AfD halbieren und für die CDU wieder Wahlergebnisse von 40 Prozent holen, mit beißendem Spott. „Ich habe Wahlen gewonnen mit 40 Prozent für die CDU und rund sechs Prozent für die AfD“, betonte die Ex-Ministerpräsidentin des Saarlandes im Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Sie ergänzte: „Der eine traut‘s sich zu. Die andere hat‘s bewiesen. Das ist der Unterschied.“

Noch harscher kommentierte sie den Vorwurf ihres Rivalen, die CDU habe die Wahlerfolge der AfD mit einem „Achselzucken“ zur Kenntnis genommen. Das sei „ein Schlag ins Gesicht“ für alle in der CDU, die vor Ort und in den Parlamenten seit Jahren „gegen ständige Falschinformationen, gegen gezielte Vergiftungen des politischen Klimas“ durch die AfD kämpften.

Damit spielt Kramp-Karrenbauer die Karte der Parteiversteherin aus: Sie, die mit 19 Jahren in die CDU eintrat, viele Jahre bei der CDU Saar arbeitete, bis sie Ende 2000 dort Ministerin, dann Ministerpräsidentin und schließlich im Februar CDU-Generalsekretärin wurde, will demonstrieren, dass sie „ihre Leute“ besser kennt.

Tatsächlich liegt sie in einer aktuellen Umfrage in der Bevölkerung und unter Unionswählern vorn – was aber keine Rückschlüsse auf die wahlberechtigten Delegierten des Parteitags erlaubt.

Über Gesundheitsminister Jens Spahn verlor Kramp-Karrenbauer erst gar kein Wort. Dafür verriet sie ihre Maxime: Sie sei „hart und stark in der Sache, aber gemäßigt im Ton“, gab die Mutter dreier Kinder zu Protokoll. „Eine Politik der eisernen Faust im Samthandschuh.“ Und die könnte ihre Mitbewerber bis zur Wahl Anfang Dezember noch öfter ereilen.

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