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31.10.2018

15:20

CDU-Vorsitz

Auftritt in Berlin – Merz will seine Kandidatur heute persönlich erklären

Von: Stefan Kaufmann, Christian Rothenberg

Für die Nachfolge von CDU-Chefin Merkel gibt es mehrere Kandidaten. Im Gespräch ist auch eine Mitgliederbefragung. Friedrich Merz tritt heute in Berlin auf.

Friedrich Merz will seine Kandidatur heute persönlich erklären

Bereit

Friedrich Merz strebt eine Rückkehr in die Politik an.

DüsseldorfDer CDU-Politiker Friedrich Merz will am heutigen Mittwoch in Berlin seine Kandidatur für den CDU-Vorsitz erläutern. In der Bundespressekonferenz in Berlin will er sich dazu um 14.30 Uhr für 20 Minuten den Fragen stellen. Gestern hatte Merz seine Kandidatur in einer Pressemitteilung offiziell gemacht. Das Handelsblatt hatte vorher schon berichtet, dass er sich beim CDU-Parteitag im Dezember um die Nachfolge von Angela Merkel bewerben will.

Beim Vermögensverwalter Blackrock, dessen Aufsichtsrat er seit 2016 leitet, gäbe es zwar die Möglichkeit der Weiterbeschäftigung. Doch das Unternehmen war von Merz' Comeback-Plänen ziemlich überrascht worden.

In der CDU mehren sich derweil die Rufe, die Kandidaten für den Parteivorsitz schon vor dem Parteitag auf Regionalkonferenzen der Basis vorzustellen. „Wichtig wird sein, dass sich die Kandidaten den Mitgliedern nun vorstellen, sie die Möglichkeit haben, die Personen und ihre Ideen und Vorstellungen besser kennenzulernen“, sagt CDU-Vizechefin Julia Klöckner der „Rheinischen Post“. „Regionalkonferenzen hielte ich hierfür für ein gutes und geeignetes Format.“

Auch der CDU-Mitgliederbeauftragte Henning Otte spricht sich für Regionalkonferenzen aus. Zudem zeigt er sich gegenüber dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ offen für eine Urwahl des Vorsitzenden: „Die Voraussetzungen für eine Mitgliederbefragung sollten geprüft werden.“ Andreas Ritzenhoff und Matthias Herdegen, die im Dezember ebenfalls für den CDU-Vorsitz kandidieren, wollen die Mitglieder abstimmen lassen. Alle Kandidaten sollten sich den Mitgliedern persönlich vorstellen und über ihre politischen Ziele diskutieren, sagt Ritzenhoff der „Bild“. „Im Anschluss fordere ich eine Urwahl für den Parteivorsitz.“

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Philipp Amthor zeigte sich auch offen für eine Urwahl der Merkel-Nachfolge. Ein solches Verfahren, wenn es denn möglich sei, könne eine „breite Akzeptanz für den neuen Parteichef in der CDU schaffen“, sagte Amthor der „HuffPost“.

Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) erteilte Forderungen nach einer Urwahl hingegen eine Absage. Die CDU sei mit dem Delegiertenprinzip gut gefahren. „Es muss aber aufhören, dass wir Parteitage abhalten, wo alle Delegierten mit geballter Faust in der Tasche sitzen. Wir müssen wieder kontroverser und lebhafter diskutieren statt einfach nur abzunicken.“

Die Deutschen sehen Friedrich Merz als Favoriten auf die Nachfolge von Angela Merkel im CDU-Vorsitz. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage, die das Meinungsforschungsinstitut Yougov am Dienstag für das Handelsblatt durchgeführt hat.

Danach sind 21 Prozent der Bundesbürger der Meinung, dass der 62-Jährige den CDU-Parteivorsitz übernehmen sollte. 18 Prozent der Befragten sprachen sich in der Umfrage für die CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer aus, je 6 Prozent der insgesamt 790 Teilnehmer votierten für Gesundheitsminister Jens Spahn und den NRW-Ministerpräsidenten Armin Laschet. 18 Prozent wünschen sich eine andere Person an der Spitze der CDU, 31 Prozent sind noch unentschlossen beziehungsweise wollten keine Angabe machen. Befragt wurden auch Nicht-CDU-Anhänger.

Kanzlerin Angela Merkel hatte am Montag angekündigt, auf dem CDU-Parteitag im Dezember nicht mehr für den Parteivorsitz kandidieren zu wollen. Um ihre Nachfolge buhlen namhafte CDU-Größen: Kramp-Karrenbauer und Spahn hatten ihre Kandidatur bereits am Montag angekündigt, der frühere Unionsfraktionschef Merz warf am Dienstag seinen Hut in den Ring.

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Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident und CDU-Landeschef Armin Laschet hat eine Bewerbung bisher noch offengelassen. Gewählt wird die CDU-Spitze im Dezember von den 1.001 Delegierten eines Parteitags in Hamburg.

Julia Klöckner will nicht für den CDU-Vorsitz kandidieren. „Ich werde zwar erneut als stellvertretende Parteivorsitzende kandidieren, aber ich habe nicht vor, mich um den Parteivorsitz zu bewerben“, sagte die rheinland-pfälzische CDU-Chefin der „Allgemeinen Zeitung“. „Ich mache meine Arbeit als Bundesministerin, und ich bin es meinem Landesverband nicht zuletzt schuldig, die Kommunalwahl vorzubereiten und zu begleiten. Auch deshalb strebe ich nicht den Bundesvorsitz an.“

Kommentare (1)

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Herr Wolfgang Lusch

31.10.2018, 14:16 Uhr

"Bierdeckel - Friedrich" = bodenständige Realpolitik!

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