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04.12.2018

17:34

CDU-Vorsitz

Schäuble und Oettinger machen Wahlkampf für Merz

Von: Andreas Neuhaus

Annegret Kramp-Karrenbauer und Friedrich Merz scheinen die besten Chancen auf den CDU-Vorsitz zu haben. Merz gewinnt weitere prominente Fürsprecher.

CDU: Wolfgang Schäuble macht Wahlkampf für Friedrich Merz AFP

Wolfgang Schäuble

Der Bundestagspräsident spricht sich für Friedrich Merz als Parteivorsitzenden aus.

DüsseldorfIm Rennen um den CDU-Vorsitz geht es für Friedrich Merz um jede Stimme. Der uneingeschränkten Unterstützung von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble kann sich Merz dabei sicher sein. „Es wäre das Beste für das Land, wenn Friedrich Merz eine Mehrheit auf dem Parteitag erhielte“, sagte Schäuble in einem Interview mit der „FAZ“.

„Friedrich Merz ist ein Mann, der mit klaren Konzepten klare Signale sendet, der den Mut hat, nicht nur das Ende einer Diskussion abzuwarten, sondern sie stattdessen zu gestalten“, sagte Schäuble. Damit stoße er zwar mal auf Widerstand, das wäre aber für die politischen Debatte gut.

Mit Merz als Parteivorsitzendem würde es leichter, wieder zu einer Integration der politischen Kräfte zur Mitte hin zu kommen und das System zu stabilisieren, sagte der 76-Jährige. Die politischen Ränder würden wieder schwächer.

Es wird seit längerem vermutet, dass der baden-württembergische CDU-Politiker die Kandidatur von Merz unterstützt. Auch Schäubles Parteifreund Oettinger stellte sich hinter Merz. „Ich werde auf dem Parteitag Friedrich Merz wählen“, sagte der 65-jährige frühere Ministerpräsident von Baden-Württemberg der „Stuttgarter Zeitung“ und den „Stuttgarter Nachrichten“.

Dass Merz als Parteivorsitzender dann eng mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zusammenarbeiten müsse, sieht Schäuble nicht als Problem. An Merz' Loyalität gebe es keinen Zweifel, sagte er dem Berliner „Tagesspiegel“. „Ich habe die Entscheidung getroffen, loyal zu Angela Merkel zu stehen. Und Friedrich Merz wird das auch“, sagte Schäuble.

Der ehemalige Unionsfraktionschef Merz hatte seine Kandidatur als erster bekannt gegeben – nur Minuten nachdem Merkel angekündigt hatte, den CDU-Vorsitz abzugeben. Schäuble soll die Kandidatur von Merz lange vorbereitet haben.

Merz hatte bestätigt, sein Vorhaben mit Schäuble besprochen zu haben. Der habe ihm „nicht abgeraten“, hatte Merz in einem Interview für die am Montag ausgestrahlte WDR/ARD-Dokumentation „Der Machtkampf – wer folgt auf Merkel?“ gesagt.

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Die beiden hätten in den vergangenen Jahren häufiger über den Zustand der CDU gesprochen. Dabei sei es auch um einen Wechsel Schäubles ins Kanzleramt gegangen: „Wir haben uns natürlich auch hin und wieder über die Frage unterhalten. Es stand ja die Frage im Raum, ob er möglicherweise die Kanzlerschaft noch einmal übernimmt oder nicht“, sagte Merz in der ARD. „Er hat mir dann gesagt: „Wenn das dann jemals dazu kommen könnte, muss ich mich auch auf Dich verlassen können“. Aber dazu ist es halt nicht gekommen.“

Ein Nachfolger für die nach 18 Jahren nicht mehr als Parteichefin kandidierende Kanzlerin Angela Merkel wird am 7. Dezember gewählt. Merz ist einer von drei prominenten Anwärtern auf Merkels Nachfolge an der Parteispitze, neben Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer und Gesundheitsminister Jens Spahn. Derzeit scheinen Merz und Kramp-Karrenbauer die besten Chancen zu haben. Beide vereinen verschiedene Vereinigungen der Partei hinter sich.

So sprach sich der Vorsitzende der Kommunalpolitischen Vereinigung der CDU (KPV), Christian Haase, für Kramp-Karrenbauer aus. Die KPV hat einen großen Einfluss, 461 der insgesamt 1001 Delegierte auf dem Bundesparteitag der CDU in Hamburg sind dort Mitglied. Die Frauen-Union, die gut ein Drittel der Delegierten stellt, steht ebenfalls hinter Kramp-Karrenbauer. Die Mittelstandsunion mit ihren 375 Delegierten war in der Vergangenheit Jens Spahn zugeneigt, bevorzugt nun aber Friedrich Merz.

Mit Agenturmaterial.

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