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09.08.2022

14:39

Corona-News

EU bestellt weitere 15 Millionen Dosen Omikron-Impfstoff bei Moderna – Labore: PCR-Tests weiter rückläufig bei hoher Positivrate

Von: Leonard Frick, Anna Kipnis

EU-Behörde startet Überprüfung von weiterem Biontech-Omikron-Booster +++ RKI meldet 78.698 Neuinfektionen +++ Inzidenz bei 381,5 +++ Der Newsblog



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    Anna Kipnis
    Die Gesamtzahl der bestätigten Corona-Infektionen in Tschechien seit Ausbruch der Pandemie hat die Marke von vier Millionen überschritten. Das teilte das Gesundheitsministerium in Prag am Dienstag mit. Das entspricht nahezu 40 Prozent der Bevölkerung in dem 10,5 Millionen Einwohner zählenden EU-Land. Dabei sind in dieser Zahl die nahezu 300.000 von den Gesundheitsbehörden registrierten sogenannten Reinfektionen nicht enthalten. Wer sich also zwei- oder mehrmals infizierte, wurde nicht mehrmals gezählt.

    Knapp 40.600 Menschen sind demnach mit oder an Covid-19 gestorben. Wie die Nachrichtenagentur CTK unter Berufung auf das staatliche Statistikamt berichtete, war Covid-19 im vergangenen Jahr die häufigste Todesursache.
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    Leonard Frick
    Die Europäische Kommission bestellt bei Moderna 15 Millionen weitere Dosen Omikron-Impfstoff. Die für Juli und August vertraglich vorgesehenen Dosen des ursprünglichen Covid-19-Vakzins Spikevax von Moderna wurden auf einen späteren Zeitpunkt in diesem Jahr verschoben, wie das US-Biotechunternehmen mitteilt.
    Dabei könnten alle verbliebenden vertraglich vereinbarten Spikevax-Dosen in Omikron-Impfstoffe umgewandelt werden – vorbehaltlich, dass diese durch die Europäische Arzneimittelbehörde EMA zugelassen werden. Moderna entwickelt zwei bivalente Omikron-Booster, die je einen Anteil des bestehenden Vakzins enthalten und einen Anteil, der sich gegen die Untervariante BA.1 beziehungsweise BA.4/5 richtet.
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    Leonard Frick
    Die Zahl der PCR-Tests auf Sars-CoV-2 und der Anteil der positiven Ergebnisse sind einem Laborverband zufolge in der vergangenen Woche weiter zurückgegangen. So seien mit knapp über 580.900 PCR-Untersuchungen etwa 16 Prozent weniger durchgeführt worden als noch in der Vorwoche, teilte der Verband Akkreditierte Labore in der Medizin (ALM) am Dienstag mit. Die Positivrate von knapp 46 Prozent sei zwar niedriger als in der Vorwoche (knapp 51 Prozent), belege aber, dass das Infektionsgeschehen weiter dynamisch sei und tendenziell auf hohem Niveau bleibe, hieß es. Insgesamt fiel demnach die Zahl der positiven Tests auf etwa 266.900 und ging damit im Vergleich zur Vorwoche um 24 Prozent zurück.

    Aus Sicht des ALM ist diese Tendenz zum Teil auf die Ferienzeit zurückzuführen. Der Verband betonte aber auch: „Noch immer ist von einer signifikanten statistischen Untererfassung von an Corona Erkrankten auszugehen, da nicht mehr alle symptomatischen Personen mit der PCR untersucht werden.“

    Eine Entspannung sei demnach auch bei der Auslastung der rund 180 Labore, die an der Erhebung teilnehmen, zu verzeichnen: Diese liege aktuell bei lediglich 21 Prozent, wobei die Kapazitäten für die aktuelle Woche auf nun 2,47 Millionen PCR-Tests gesunken seien.

    Mit Blick auf die nächste Zeit wies der Laborverband einmal mehr auf die Notwendigkeit der Vorbereitung für Herbst und Winter und der Planungssicherheit hin. Für die kommenden Wochen sei wieder ein deutlicher Anstieg des Infektionsgeschehens zu erwarten, hieß es.
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    Anna Kipnis
    Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hat mit der fortlaufenden Überprüfung eines weiteren angepassten Covid-19-Impfstoffs von Biontech und Pfizer begonnen. Dabei handelt es sich um den Booster, der sich neben dem ursprünglichen Wuhan-Stamm auch gegen die derzeit vorherrschenden Omikron-Subvarianten BA.4/5 richtet. 

    Bei einer fortlaufenden Prüfung bewertet die EMA die Daten, sobald sie verfügbar sind, und setzt den Prozess fort, bis genügend Daten für einen formellen Zulassungsantrag vorliegen. Für den Booster, der sich gegen die Omikron-Variante BA.1 richtet, hatten Biontech und Pfizer vor kurzem die Einreichung des Zulassungsantrags bei der EMA abgeschlossen.
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    Anna Kipnis
    Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil sieht noch Diskussionsbedarf beim neuen Infektionsschutzgesetz. Dies gelte vor allem für die Frage, ob sich frisch gegen Corona Geimpfte von der Maskenpflicht befreien lassen können, sagte der SPD-Politiker dem Bremer „Weser-Kurier“ (Dienstag). „Das halte ich nicht für eine kluge Regelung.“ Auch frisch Geimpfte könnten sich infizieren und andere anstecken.

    Derzeit analysiere seine Landesregierung den von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) und Justizminister Marco Buschmann (FDP) vorgestellten Gesetzesentwurf, sagte Weil. „Wir werden das tun, was notwendig ist“, sagte er auf die Frage, ob Niedersachsen die zugestandenen Befugnisse voll ausschöpfen werde. Es werde bereits darüber nachgedacht, wie genau die neuen Regelungen auf Niedersachsen übertragen werden können. „Der Grundsatz lautet: So viel wie nötig, so wenig wie möglich“, sagte Weil. Am Nachmittag beraten die Gesundheitsressortchefs der Länder und des Bundes über den Gesetzesentwurf.
    Stephan Weil
    Stephan Weil   Bild: dpa
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    Leonie Tabea Natzel
    Der umstrittene Entwurf für das neue Infektionsschutzgesetz muss aus Sicht Bayerns dringend verschärft werden. „Der bisherige Gesetzentwurf weist deutliche Lücken auf“, sagte Landesgesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) der Deutschen Presse-Agentur in München. Der Bund müsse daher unter anderem die Kriterien nachschärfen, mit denen die Länder wirksamere Maßnahmen zum Schutz vor Corona-Ansteckungen beschließen und vollziehen könnten.

    An diesem Dienstag wollen die Gesundheitsminister von Bund und Ländern in der Gesundheitsministerkonferenz (GMK) über den in der vergangenen Woche vorgelegten Entwurf beraten. Im Zentrum des Bundeskonzeptes steht das Tragen von FFP2- oder medizinischen Masken. Bundesweit soll weiter eine FFP2-Maskenpflicht in Fernzügen und Fliegern gelten. Neu hinzu kommt eine Masken- und Testpflicht in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen. Die Länder sollen zudem selbst entscheiden, ob sie in öffentlich zugänglichen Innenräumen FFP2-Masken vorschreiben.

    Konkreten Klärungsbedarf sieht Bayerns Gesundheitsminister etwa beim Abwassermonitoring und der sogenannten RKI-Surveillance, „bei denen leider völlig unklar ist, welche Werte und Daten wir als Alarmsignal verwenden können“.

    Sprechen müsse man auch über die vorgesehenen Ausnahmen von Maskenpflichten für frisch Geimpfte und Genesene, sagte Holetschek. Diese seien fachlich nicht zu rechtfertigen, da auch frisch Geimpfte und Genesene Infektionen übertragen könnten. Auch über die Kontrolle der Maskenpflicht herrscht Holetschek zufolge noch Unklarheit.
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    Sarah Sendner
    In Deutschland steigt nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) die Zahl der bekannten Infektionen um 78.698 auf über 31,3 Millionen. Das sind 24.000 Fälle weniger als am Dienstag vor einer Woche, als 102.698 Ansteckungen verzeichnet wurden. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei 381,5. Das RKI meldet 170 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Corona-Virus. Die bekannte Gesamtzahl liegt damit bei 145.028.
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    Leonie Tabea Natzel
    Mit Blick auf das neue Infektionsschutzgesetz sind die Messen in Deutschland in großer Sorge. „Erneut sollen sich die 70 Messeplätze in Deutschland auf ein Corona-Regel-Dickicht gefasst machen. Statt kraftvoll ihre Stärken als Drehkreuz für neue Partnerschaften, Marktplatz für Innovationen und Treffpunkt für Problemlöser auszuspielen, sollen Messen Überregulierung stemmen. Das machen wir nicht mehr mit. Alle Kraft ist endlich. Die Verunsicherung ist groß“, sagte der Geschäftsführer des Verbands der deutschen Messewirtschaft (AUMA), Jörn Holtmeier, den Zeitungen der Mediengruppe Bayern (Dienstag).

    Die Branche verzeichnet laut Holtmeier seit März 2020 Schäden von mehr als 55 Milliarden Euro. Er sprach sich gegen eine generelle Maskenpflicht bei Messen aus: „Wenn in unserem Land wenigstens drei Viertel aller Menschen grundimmunisiert sind, wird es Zeit, jedem selbst zu überlassen, ob er oder sie eine Maske für das persönliche Schutzbedürfnis tragen möchte oder nicht.“

    Vergangene Woche hatten Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) und Justizminister Marco Buschmann (FDP) das neue Corona-Schutzkonzept für den Herbst vorgestellt. Bundesweit soll demnach etwa weiterhin eine Maskenpflicht in Bus, Bahn und Flieger sowie neu eine Masken- und Testpflicht in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen gelten. Die Länder sollen selbst entscheiden, ob sie darüber hinaus in öffentlich zugänglichen Innenräumen Masken vorschreiben.

    Weiterhin befürchtet Holtmeier ein Abwandern von Messen ins Ausland. Bisher hätten zwei Drittel aller Leitmessen der Welt in Deutschland stattgefunden. „Aus den zurückliegenden beiden Jahren Regel-Dickicht kann ich Ihnen nur sagen, dass es für ausländische Besucherinnen und Aussteller absolut nicht mehr nachzuvollziehen war, wieso hier diese Regel gilt und dort jene. Unser guter Ruf als zuverlässiger Veranstalter steht auf dem Spiel.“ Die Mitbewerber in Spanien, Italien, Frankreich und im Vereinigten Königreich hätten das verstanden. „Nahezu zwei Jahre Messeverbot in Deutschland haben sie zu nutzen gewusst: Während im vergangenen März in Berlin zum dritten Mal hintereinander die Internationale Tourismusbörse ITB als Weltleitmesse der Touristik abgesagt werden musste, nutzte die Konkurrenzmesse in Madrid zeitgleich ihre Chance - und war besucht wie noch nie.“
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    Anna Kipnis
    Das Biotechunternehmen Biontech bereitet sich auf die Markteinführung von gleich zwei angepassten Omikron-Impfstoffen vor. Die Auslieferung der Vakzine könnte, vorbehaltlich der behördlichen Genehmigungen, bereits ab Oktober 2022 beginnen, teilte Biontech am Montag mit. 

    Beide Impfstoffe könnten damit rechtzeitig zur Unterstützung der Booster-Kampagnen im Herbst zur Verfügung stehen. „Unsere Covid-19-Produktpipeline umfasst variantenangepasste Impfstoffkandidaten sowie Impfstoffkandidaten der nächsten Generation, die auf einen längeren und breiteren Schutz abzielen“, sagte Biontech-Chef Ugur Sahin. 
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    Anna Kipnis
    Auf der chinesischen Insel Hainan werden angesichts des dortigen Corona-Ausbruchs weitere Gebiete abgeriegelt. Die Provinzhauptstadt Haikou mit rund 2,9 Millionen Einwohnern und die zwei kleinere Städte Ledong und Chengmai verhängten am Montag einen Lockdown für ihre Einwohner, wie staatliche Medien berichten. Mindestens acht Städte und Gemeinden mit insgesamt rund sieben Millionen Einwohnern erklärten, dass die Menschen ihren Wohnort nicht verlassen dürfen, es sei denn, sie benötigen einen Corona-Test oder müssten Lebensmitteleinkäufe oder wichtige berufliche Aufgaben erledigen. Auch der öffentliche Nahverkehr wurde eingestellt.

    Auf der beliebten Tropeninsel, die den schlimmsten Ausbruch seit Beginn der Pandemie durchmacht und die im vergangenen Jahr nur zwei symptomatische Fälle verzeichnete, sitzen derzeit rund 80.000 Urlauber fest. Für die gebeutelte chinesische Luftfahrt- und Tourismusindustrie sind die Maßnahmen ein weiterer Dämpfer, die entsprechenden Aktienkurse gingen auf Talfahrt.
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    Anna Kipnis
    Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig will, dass der Bund gemeinsam mit den Ministerpräsidenten über das künftige Infektionsschutzgesetz berät. Es gebe einen regelmäßigen Austausch auf der Ebene der Gesundheitsminister, das sei auch richtig so, sagte die SPD-Politikerin dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). „Ich halte es aber für notwendig, dass auch die Regierungschefinnen und Regierungschefs darüber beraten.“ Sie mahnte, das Gesetz müsse auch durch den Bundesrat. Und ihrer Ansicht nach sollte es dann auch möglichst einheitlich umgesetzt werden.

    Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) und Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hatten das neue Corona-Schutzkonzept für den Herbst vergangene Woche vorgestellt. Demnach soll bundesweit weiterhin eine Maskenpflicht in Fernbahnen und Flugzeugen sowie neu eine Masken- und Testpflicht in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen gelten. Die Bundesländer sollen ab Oktober ferner selbst entscheiden können, ob sie darüber hinaus in öffentlich zugänglichen Innenräumen Masken vorschreiben.

    „Die Maske ist das mildeste Mittel beim Schutz vor Corona“, sagte Schwesig. Im Moment sei die Maskenpflicht im öffentlichen Personenverkehr und in besonders geschützten Bereichen ausreichend. Aber: „Bei steigenden Corona-Zahlen oder aggressiveren Virusvarianten wäre eine Maskenpflicht in Innenräumen besser als Schließungen.“
    Manuela Schwesig
    Manuela Schwesig   Bild: dpa
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    Anna Kipnis
    Hongkong lockert seine Corona-Quarantäne-Regeln. Ab Freitag müssen Anreisende nur noch drei statt sieben Tage in Isolation, wie Regierungschef John Lee am Montag ankündigte.

    Die Reisenden dürften allerdings vier Tage, in denen sie sich selbst überwachen müssen, nicht in Bars, Restaurants und öffentliche Einrichtungen.

    Wir müssen ein Gleichgewicht zwischen der Lebensgrundlage der Menschen und der Wettbewerbsfähigkeit Hongkongs herstellen.

     Regierungschef John Lee

    Unternehmenschefs in dem Finanzzentrum hatten gehofft, dass Hongkong die Quarantäneregeln aufheben würde. Die Stadt ist seit Ausbruch der Pandemie im Jahr 2020 fast vollständig abgeriegelt und einer der letzten Orte der Welt, der noch immer eine Quarantäne für Reisende verhängt.
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    Anne Schwedt
    Die Behörden in Macau ordnen erneut Corona-Tests für alle rund 700.000 Einwohner an. Bei einer Person, die aus der chinesischen Sonderverwaltungsregion in die Nachbarstadt Zhuhai reiste, sei eine Infektion mit dem Virus festgestellt worden, teilen die Behörden mit. Mehr als 90 Prozent der Einwohner Macaus sind vollständig gegen Corona geimpft. China verfolgt eine strenge Null-Corona-Politik.
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    Anna Kipnis
    Der CDU-Gesundheitsexperte Erwin Rüddel hat Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) wegen des neuen Corona-Schutzkonzepts der Bundesregierung Panikmache vorgeworfen. „Der eingeschlagene Weg ist ein Irrweg“, sagte der Bundestagsabgeordnete am Montag im Deutschlandfunk. Im Sommer sei eine Grundimmunisierung erreicht worden, weshalb es seiner Meinung nach einen „relativ entspannten Corona-Herbst und -Winter“ geben werde. Lauterbach verunsichere mit seinem Kurs die Bevölkerung. „Ich wundere mich, dass die FDP diesen Panikmodus auch mitmacht.“

    Der Entwurf von Lauterbach und Justizminister Marco Buschmann (FDP) sieht vor, dass die Länder Masken von Oktober an in öffentlich zugänglichen Innenräumen wieder verpflichtend machen können. Bundesweit soll weiterhin Maskenpflicht in Fernbahnen und Flugzeugen sowie zudem in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen gelten. Viel Kritik gibt es am Plan, auf die Maskenpflicht in Restaurants und bei Veranstaltungen zu verzichten, wenn die Corona-Impfung nicht länger als drei Monate zurück liegt.

    Rüddel äußerte sich überzeugt, dass es an diesem Entwurf im Laufe der parlamentarischen Beratungen „deutliche Veränderungen“ geben werde. „Das verstehe ich nicht, dass man sich alle drei Monate impfen lassen soll“, sagte der CDU-Politiker. „In allen anderen europäischen Ländern geht man anders um mit den Planungen für den Corona-Winter.“
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    Anne Schwedt
    Das Corona-Schutzkonzept der Bundesregierung für den Herbst und Winter stößt bei einigen FDP-Abgeordneten im Bundestag auf Widerstand. So sagte Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki der „Welt“, der Vorschlag von Justizminister Marco Buschmann (FDP) und Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) bedürfe noch einiger Überarbeitungen. „Warum zum Beispiel eine Maskenpflicht im Freien verhängt werden kann, ist mir nicht klar.“

    Auch der Abgeordnete Frank Schäffler verlangte „dringend“ Nachbesserungen am Entwurf für das Infektionsschutzgesetz. Er halte etwa die Möglichkeit einer landesweiten Hotspot-Regelung für einen Rückschritt. Und auch die Möglichkeit der Maskenpflicht an Schulen sei ein Ärgernis. Er werde seine Zustimmung von Veränderungen abhängig machen, sagte Schäffler. Sein Kollege Christoph Hoffmann äußerte sich ähnlich: „Ich bin mir sicher, dass das Infektionsschutzgesetz in der jetzigen Form keine Mehrheit finden wird.“

    Dagegen sagte Fraktionschef Christian Dürr der „Welt“, die Maßnahmen seien ein guter Kompromiss. Die FDP habe erreicht, dass es keine tiefgreifenden Grundrechtseingriffe wie Lockdowns, Ausgangssperren, Schulschließungen oder Kontaktbeschränkungen mehr geben werde. Parlamentsgeschäftsführer Stephan Thomae sagte, die Maßnahmen seien sowohl wirksam wie auch zumutbar.
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    Anna Kipnis
    US-Präsident Joe Biden hat nach dem Ende seiner Corona-Infektion seine Isolation beendet. Biden flog am Sonntagmorgen begleitet von mehreren Mitarbeitern per Hubschrauber in Richtung seines Strandhauses in Rehoboth an der Atlantikküste ab, wie das Weiße Haus mitteilte. Reporter berichteten, Biden habe vor dem Abflug gesagt: „Ich fühle mich großartig.“ Der 79-Jährige war am Samstag negativ auf das Coronavirus getestet worden.

    Der US-Präsident war vor rund zweieinhalb Wochen positiv getestet worden und wurde mit dem Covid-Medikament Paxlovid behandelt. Nach sechs Tagen beendete er infolge eines negativen Tests seine Corona-Isolation. Dann fiel am Samstag vergangener Woche erstmals ein Test wieder positiv aus, mehrere solcher Ergebnisse folgten.

    Präsidentenarzt Kevin O'Connor hatte von einem „Rückfall“ gesprochen, der bei Patienten, die mit Paxlovid behandelt werden, in seltenen Fällen beobachtet wird. Am Samstag hatte O'Connor von einem negativen Testergebnis berichtet.
    Joe Biden
    Joe Biden   Bild: dpa
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    Stefan Kaufmann
    Die chinesische Luftfahrtbehörde verkürzt die Suspendierungszeiten für ankommende internationale Flüge mit infizierten Passagieren an Bord auf eine bis zwei Wochen von zwei bis vier Wochen. Chinas Gesundheitsbehörde meldet 868 neue Coronavirus-Infektionen. Am Vortag hatte die Behörde 704 Fälle registriert. Die südchinesische Urlaubsstadt Sanya auf Hainan verhängte wegen 615 symptomatischen Fällen einen Lockdown. In Sanya halten sich zurzeit 80.000 Touristen auf.
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    Leonie Tabea Natzel
    Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat sich für „klare Empfehlungen“ auch für Menschen unter 60 oder 70 Jahren ausgesprochen, ob und in welchen Fällen eine vierte Corona-Impfung ratsam ist. „Natürlich wollen auch die Jüngeren wissen, was sie denn nun machen sollen. Wir brauchen jetzt klare Empfehlungen für alle Altersgruppen“, sagte der SPD-Politiker den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

    „Wir sollten nicht nur sagen, was die über 70-Jährigen machen sollen“, erläuterte Lauterbach. „Wir müssen auch eine Antwort für den 40-Jährigen haben. Sollte er sich auf keinen Fall impfen lassen? Oder nur in Ausnahmefällen, zum Beispiel bei sehr vielen Kontakten am Arbeitsplatz? Oder nur, wenn der Hausarzt das empfiehlt? Man braucht für jedes Alter eine Botschaft.“ Spätestens, wenn die neuen an die Omikron-Variante angepassten Impfstoffe da seien, „sollte es klare Ansagen auch für die unter 60-Jährigen geben“.

    Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt eine vierte Corona-Impfung derzeit nur Menschen über 70 Jahren sowie einigen Risikogruppen. Führende EU-Behörden hatten sich für eine zweite Auffrischungsimpfung für alle über 60 ausgesprochen. Lauterbach hatte dagegen für Viertimpfungen auf breiterer Front auch bei Menschen unter 60 Jahren geworben - nach Rücksprache mit dem Arzt.
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    Leonie Tabea Natzel
    Bundesjustizminister Marco Buschmann hat das vorgeschlagene Corona-Schutzkonzept für Herbst und Winter mit möglichen Maskenpflichten in Innenräumen verteidigt. „Am liebsten wäre mir, wir benötigten überhaupt keine Maßnahmen mehr“, sagte der FDP-Politiker der „Bild am Sonntag“. „Jedoch gehen viele Wissenschaftler - auch kritische - von einer hohen Belastungssituation für das Gesundheitssystem aus.“ Daraus dürfe keine Überlastung werden. „Daher wollen wir mit dem mildesten Mittel arbeiten. Das ist die Maske.“

    Buschmann und Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hatten das Konzept am Mittwoch vorgestellt. Ihr Entwurf für das Infektionsschutzgesetz sieht vor, dass die Bundesländer ab Oktober wieder Maskenpflichten verhängen dürfen. Bundesweit soll demnach weiterhin eine Maskenpflicht in Bus, Bahn und Flieger sowie neu eine Masken- und Testpflicht in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen gelten. Die Länder sollen selbst entscheiden, ob sie darüber hinaus in öffentlich zugänglichen Innenräumen Masken vorschreiben.

    Viel Kritik gibt es an dem Plan, Menschen von Maskenpflichten in Restaurants oder bei Kultur- und Sportveranstaltungen zu befreien, wenn ihre Impfung nicht älter als drei Monate ist. Daneben soll es Ausnahmen für getestete und frisch genesene Menschen geben.

    „Die Ausnahmen von der Maskenpflicht in Innenräumen sollen den Betreibern mehr Spielraum für unternehmerische Eigenverantwortung eröffnen“, betonte Buschmann. „Ein Betreiber kann zum Beispiel ein Public Viewing in Innenräumen zur WM organisieren und nur Besucher mit Tests reinlassen, sodass auf der Veranstaltung Normalität ohne Maske mit einem sehr niedrigen Risiko besteht. Denn das Hausrecht jedes Betreibers ermöglicht ihm, auch nur von einem Teil der Ausnahmen oder von gar keiner Ausnahme Gebrauch zu machen.“
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    Leonie Tabea Natzel
    US-Präsident Joe Biden ist nach seiner Rückkehr in die Isolation erstmals negativ auf das Corona-Virus getestet worden. Biden werde bis zu einem zweiten Negativtest in Isolation bleiben, teilt sein Arzt Kevin O'Connor mit. Der 79-jährige Präsident war am 21. Juli erstmals positiv auf Covid-19 getestet worden. Er war am 27. Juli aus der Isolation entlassen worden, dann aber nochmals positiv getestet worden.
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    Leonie Tabea Natzel
    Die südchinesische Urlaubsstadt Sanya verhängt bei 263 Corona-Infizierungen einen Lockdown, um den Virus-Ausbruch während der Hauptreisezeit einzudämmen. Der stellvertretende Bürgermeister, He Shigang, sagt dem staatlichen Fernsehsender CCTV, dass sich etwa 80.000 Touristen in der Stadt aufhalten. Wer die Stadt verlassen wolle, müsse innerhalb von 48 Stunden zwei negative PCR-Tests vorweisen.
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    Leonie Tabea Natzel
    Der Immunologe Carsten Watzl sieht aktuell Gründe, mit einer vierten Corona-Impfung noch auf an die Omikron-Variante angepasste Vakzine zu warten. „Da die angepassten Impfstoffe hoffentlich nächsten Monat kommen, kann man jetzt auch warten, wenn man die vierte Impfung bisher noch nicht gemacht hat“, sagte der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstag). „Die Impfung mit den angepassten Impfstoffen verstärkt noch einmal die Immunität gegenüber Omikron und sie werden wahrscheinlich auch einen gewissen Schutz vor Infektionen bieten.“

    Watzl erläuterte, wenn man sich jetzt zum vierten Mal mit den bisherigen Impfstoffen impfen lasse, sollte man mindestens drei bis sechs Monate warten bis zur nächsten Impfung. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hatte jüngst gesagt, er erwarte zum Herbst vier neue, angepasste Impfstoffe mit Zulassung frühestens am 9. September.

    Die für Impfempfehlungen in Deutschland zuständige Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt eine zweite Auffrischung bislang nur Menschen über 70 Jahren sowie einigen Risikogruppen. Führende EU-Behörden hatten sich hingegen für eine vierte Corona-Impfung für alle über 60 ausgesprochen. Lauterbach wiederum wirbt für Viertimpfungen auf breiterer Front - nach Rücksprache mit dem Arzt.
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    Robert Laubach
    Karl Lauterbach positiv auf Corona getestet
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    Marc Renner
    In der Corona-Sommerwelle sieht das Robert Koch-Institut trotz zuletzt sinkendem Trend weiter große Herausforderungen. Zwar seien Inzidenzen und weitere Werte zuletzt teils deutlich gesunken, der allgemeine Infektionsdruck bleibe aber hoch, heißt es im Wochenbericht des Instituts zu Covid-19 vom Donnerstagabend. „Auch die damit assoziierte Belastung des Gesundheitssystems bleibt hoch, auch wenn sich die Betriebssituation in der vergangenen Woche leicht verbessert hat.“ Zugleich sieht das RKI bei Millionen Menschen weiteren Impfbedarf.

    Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz sei vergangene Woche im Vergleich zur Vorwoche nun deutlich um insgesamt 21 Prozent gesunken, geht aus dem Wochenbericht hervor. Die Inzidenzen seien im Wochenvergleich in allen Bundesländern und Altersgruppen rückläufig.

    Neben der Inzidenz, die das Infektionsgeschehen unvollständig widerspiegelt, blickt das RKI in dem Bericht noch auf einige weitere Datenquellen. Die Werte zu akuten Atemwegserkrankungen in der Gesamtbevölkerung wie die Zahl der Arztbesuche seien zwar im Vergleich zu denen in der Vorwoche gesunken – dennoch aber weiterhin höher als in den Vorjahren um diese Zeit, stellen die Experten heraus. Zudem hätten Ausbrüche in Pflegeheimen weiter zugenommen.

    Entwarnung ist den RKI-Experten zufolge aber nicht angezeigt: Mit Blick auf die nächsten Wochen rechnet das Institut mit einer „weiterhin hohen Zahl an Hospitalisierungen, intensivmedizinisch zu betreuenden Covid-19-Patientinnen und Patienten und Todesfällen, insbesondere in höheren Altersgruppen“.

    Die Omikron-Sublinie BA.5 hat demnach auf hohem Niveau noch etwas zugelegt und ist nach den aktuellsten verfügbaren Daten in mehr als 92 Prozent der positiven Proben gefunden worden. Das RKI ruft weiter dazu auf, die Empfehlungen zum Vermeiden von Ansteckungen „unbedingt“ einzuhalten.
    Rki
    Das RKI ruft weiter dazu auf, die Empfehlungen zum Vermeiden von Ansteckungen „unbedingt“ einzuhalten – und stellt erneut die große Wichtigkeit der Corona-Impfung heraus. Die Auffrischimpfung schütze weiterhin auch in Omikron-Zeiten sehr effektiv vor schweren Verläufen, weshalb neben dem Beginn der Impfung bei Ungeimpften auch bei den bisher lediglich Grundimmunisierten Impflücken geschlossen werden müssten, schreibt ein RKI-Team im neuen, ebenfalls am Donnerstag veröffentlichten Monatsbericht zu Covid-19-Impfungen.

    Den Experten zufolge müssten noch etwa 1,3 Million Menschen im Alter ab 60 Jahren und etwa 7,8 Millionen Menschen unter 60 Jahren, die lediglich grundimmunisiert sind, ihren Impfschutz mit mindestens einer Impfung auffrischen. Noch gar keine Impfung erhalten hätten rund 7,3 Millionen Erwachsene unter 60 Jahre und 1,9 Millionen ab 60. Laut aktuellem Monitoring mit Stand Anfang August sind gut 85 Prozent der erwachsenen Bevölkerung grundimmunisiert, gut 72 Prozent haben eine erste Auffrischimpfung bekommen, knapp 10 Prozent eine zweite.
    Rki
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    Marc Renner
    Nach fast zweieinhalb Jahren sind erstmals wieder Touristen auf der Osterinsel gelandet. Rund 230 Urlauber erreichten die abgelegene Insel im Pazifik am Donnerstag mit dem ersten kommerziellen Flug aus der chilenischen Hauptstadt Santiago de Chile seit Beginn der Corona-Pandemie Anfang 2020, wie die Zeitung „El Mercurio“ berichtete. Die Besucher mussten gegen das Coronavirus geimpft sein und einen negativen PCR-Test vorlegen.

    In den kommenden Wochen soll es jeweils zwei Flüge mit jeweils rund 300 Passagieren pro Woche von Santiago auf die Osterinsel geben - das entspricht etwa einem Drittel der Kapazität vor Beginn der Corona-Pandemie. Auch die Hotelauslastung soll von zunächst 50 Prozent nur Stück für Stück erhöht werden.

    Auf der zu Chile gehörenden Osterinsel leben rund 6000 Menschen. Die Insel ist vor allem für seine riesigen Steinstatuen berühmt. Die Wirtschaft hängt zu gut 70 Prozent vom Tourismus ab. Vor Beginn der Pandemie kamen pro Jahr über 100.000 Urlauber auf die Osterinsel.

    Wegen der begrenzten medizinischen Kapazitäten vor Ort und der großen Distanz zum rund 3500 Kilometer entfernten Festland hatte sich die Insel mit dem Auftreten der ersten Coronafälle in Chile im März 2020 allerdings weitgehend abgeschottet.
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    Anne Schwedt
    Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Der 59-Jährige sei am Donnerstagabend positiv getestet worden, teilte sein Ministerium am frühen Freitagmorgen mit. Ihm gehe es gut, er habe nur leichte Symptome und nehme seine Amtsgeschäfte vorübergehend aus der häuslichen Isolation war. Lauterbach ist nach Angaben seines Ministeriums vierfach geimpft.

    „Dies zeigt, dass bei der hochansteckenden Omikronvariante eine Infektion selbst bei äußerster Vorsicht nicht vollständig auszuschließen ist“, schrieb das Ministerium. Der Minister appelliere daher erneut an alle, sich umsichtig zu verhalten und auf einen ausreichenden Impfschutz zu achten, damit Infektionen und schwere Verläufe soweit wie möglich verhindert werden könnten. Lauterbach (SPD) warnt immer wieder vor dem Coronavirus und möglicherweise hochansteckenden Varianten, die noch auftreten können.
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    Marc Renner
    Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) sieht im Corona-Schutzkonzept für Herbst und Winter eine gute Grundlage für den Schulbetrieb im dritten Jahr der Pandemie. „Es freut mich besonders, dass wir bei den Schulen eine Regelung gefunden haben, die flächendeckende Schulschließungen vermeidet. Kinder und Jugendliche haben die Hauptlast bislang getragen“, sagte Stark-Watzinger der Deutschen Presse-Agentur. „Das nächste Schuljahr muss ein normales werden, zumindest so normal, wie es nur möglich ist. Dafür werde ich kämpfen“, versicherte die FDP-Politikerin.

    Die politisch Verantwortlichen seien es der jungen Generation schuldig, „ihr alle Chancen auf eine gute Entwicklung im Leben zu bieten“. Sie sei sehr zuversichtlich, dass sich im nun anstehenden Schuljahr Präsenzunterricht und Infektionsschutz „angemessen miteinander vereinen“ ließen, sagte Stark-Watzinger. Am kommenden Mittwoch startet Nordrhein-Westfalen als erstes Bundesland ins neue Schuljahr.

    Bundesjustiz-und Bundesgesundheitsministerium hatten in dieser Woche ihr Corona-Schutzkonzept für den Herbst und den Winter vorgestellt. Ein zentrales Instrument ist die Maskenpflicht, die ab Oktober in vielen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens wieder möglich sein soll. An Schulen darf demnach nur dann eine Maskenpflicht verhängt werden, wenn der Präsenzunterricht auszufallen droht - und nur ab Klasse fünf. „Maske ist das letzte Mittel, bevor Präsenzunterricht ausfällt“, erklärte Stark-Watzinger dazu.
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    Leonie Tabea Natzel
    In Deutschland steigt nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) die Zahl der bekannten Infektionen um 59.506 auf über 31,17 Millionen. Das sind 25.292 Fälle weniger als am Freitag vor einer Woche, als 84.798 Ansteckungen verzeichnet wurden. Die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt auf 432,2 von 451,3 am Vortag. Das RKI meldet 165 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Corona-Virus. Die bekannte Gesamtzahl liegt damit bei 144.717.
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    Jana Brüntjen
    Angesichts weiterhin hoher Corona-Infektionszahlen sind Krankschreibungen wegen Erkältungsbeschwerden ab sofort wieder rein telefonisch und ohne Praxisbesuch möglich. Das entschied der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten, Krankenkassen und Kliniken am Donnerstag, wie eine Sprecherin bekanntgab. Die Regelung gilt demnach vorerst befristet bis Ende November.

    Patienten mit leichten Erkrankungen der oberen Atemwege können damit ohne Praxisbesuch nach telefonischer Rücksprache mit dem Arzt bis zu sieben Tage krankgeschrieben werden. Ebenfalls telefonisch kann die Krankschreibung für weitere sieben Tage verlängert werden. Die Regelung galt bereits zu Beginn der Corona-Pandemie, war aber zum 1. Juni angesichts der entspannteren Infektionslage ausgelaufen.

    Inzwischen seien die Zahlen aber wieder angestiegen, erklärte der Ausschussvorsitzende Josef Hecken. Gleichzeitig beginne in den kommenden Monaten die Erkältungs- und Grippesaison. „Wir wollen volle Wartezimmer in Arztpraxen und das Entstehen neuer Infektionsketten vermeiden“, sagte er. Die telefonische Krankschreibung sei eine einfache, erprobte und bundesweit einheitliche Lösung dafür.
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    Leonie Tabea Natzel
    Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) sieht im Corona-Schutzkonzept für Herbst und Winter eine gute Grundlage für den Schulbetrieb im dritten Jahr der Pandemie. „Es freut mich besonders, dass wir bei den Schulen eine Regelung gefunden haben, die flächendeckende Schulschließungen vermeidet. Kinder und Jugendliche haben die Hauptlast bislang getragen“, sagte Stark-Watzinger der Deutschen Presse-Agentur. „Das nächste Schuljahr muss ein normales werden, zumindest so normal, wie es nur möglich ist. Dafür werde ich kämpfen“, versicherte die FDP-Politikerin.

    Die politisch Verantwortlichen seien es der jungen Generation schuldig, „ihr alle Chancen auf eine gute Entwicklung im Leben zu bieten“. Sie sei sehr zuversichtlich, dass sich im nun anstehenden Schuljahr Präsenzunterricht und Infektionsschutz „angemessen miteinander vereinen“ ließen, sagte Stark-Watzinger. Am kommenden Mittwoch startet Nordrhein-Westfalen als erstes Bundesland ins neue Schuljahr.

    Bundesjustiz-und Bundesgesundheitsministerium hatten in dieser Woche ihr Corona-Schutzkonzept für den Herbst und den Winter vorgestellt. Ein zentrales Instrument ist die Maskenpflicht, die ab Oktober in vielen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens wieder möglich sein soll. An Schulen darf demnach nur dann eine Maskenpflicht verhängt werden, wenn der Präsenzunterricht auszufallen droht - und nur ab Klasse fünf. „Maske ist das letzte Mittel, bevor Präsenzunterricht ausfällt“, erklärte Stark-Watzinger dazu.

    Dass Grundschulen künftig komplett von der Maskenpflicht ausgenommen werden, stößt beim Deutschen Lehrerverband und beim Verband für Bildung und Erziehung auf Unverständnis. Es sei „völlig unverständlich“, dass selbst bei drohenden Personalausfällen und Teilschulschließungen an Grundschulen künftig keine Masken mehr angeordnet werden können, sagte Lehrerverbandschef Heinz-Peter Meidinger der dpa. Stark-Watzingers Ministerium weist wiederum auf Anfrage darauf hin, dass das dauerhafte Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes „gerade in der Grundschule“ für Kinder belastend sei und den Start in das Schulleben erschweren könne.
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