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12.08.2022

11:32

Corona-News

Lauterbach: Angepasste Impfstoffe werden im September ausgeliefert – Günther will Quarantäne nur noch für Infizierte mit Symptomen

Von: Anna Kipnis, Tom Körkemeier

RKI: Gipfel aktueller Welle scheint überschritten +++ Sieben-Tage-Inzidenz sinkt auf 345,9 +++ Kein Abstandhalten mehr: US-Gesundheitsbehörde lockert Covid-Regeln +++ Der Newsblog



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    Marc Renner
    Lauterbach sieht das Ende der Corona-Sommerwelle
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    Nico Hornig
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    Nico Hornig
    Leif Erik Sander, der Leiter Infektiologie der Charité, hat das Wort und blickt auf die Sommerwelle zurück. Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren sei da Thema Corona im Sommer nicht so stark aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwunden. Für die Krankenhäuser sei die Situation für einen Sommer ungewöhnlich belastend gewesen: Durch die Sommerwelle habe es mehr Infizierte und höhere Krankenstände beim Personal gegeben.

    Zwar sei es verständlich, dass das Interesse der Bevölkerung an der Thematik zurückgehe, Corona sei aber noch nicht vorbei.
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    Nico Hornig
    Der Bundesgesundheitsminister erläutert das neue Infektionsschutzgesetz und geht auf Kritik ein. Er betont, dass die Länder ab 1. Oktober wieder die Möglichkeit haben, eine Maskenpflicht einzuführen, aber die nicht tun müssten. Lauterbach geht dennoch davon aus, dass die Länder von dieser Möglichkeit Gebrauch machen.

    Wird eine Maskenpflicht eingeführt, muss es allerdings Ausnahmen für Genese, Geimpfte und Getestete geben. Ein Punkt, der ebenfalls kritisiert wurde. Lauterbach hält dagegen, dass diese Personengruppen eine deutlich geringere Gefahr für andere darstellen würden, als ein Infizierter der beim Essen im Restaurant keine Maske trägt.
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    Nico Hornig
    Als erfreulich beschreibt der Gesundheitsminister den Prozess bei der Zulassung der angepassten Impfstoffe. Sie sollen demnach im September zugelassen und ausgeliefert werden. Die Bundesregierung habe genügend Impfstoff bestellt um eine neue Impfkampagne zügig zu starten.
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    Nico Hornig
    Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach spricht bei einer Pressekonferenz in Berlin über die aktuelle Corona-Lage

    Der SPD-Politiker sieht das Ende der Sommerwelle und „einen robusten Rückgang der Fallzahlen“. Dennoch gebe es einen Anstieg der nicht erfassten Infektionen.
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    Anne Schwedt
    In Deutschland steigt nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) die Zahl der bekannten Infektionen um 49.839 auf etwas unter 31,5 Millionen. Das sind 9667 Fälle weniger als am Freitag vor einer Woche, als 59.506 Ansteckungen verzeichnet wurden. Die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt auf 345,9 von 354,5 am Vortag. 

    Das RKI meldet zudem 167 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Corona-Virus. Die bekannte Gesamtzahl liegt damit bei 145.561.
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    Anne Schwedt
    Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther hat eine deutliche Lockerung der Quarantäneregeln für Corona-Infizierte gefordert. „Aktuell müssen Infizierte fünf Tage in Isolation, auch ohne Symptome. Mein Vorschlag: Nur noch wer Symptome hat, bleibt zu Hause“, sagte der CDU-Politiker der „Bild“-Zeitung. Es brauche derzeit „keine Regeln, die die Menschen verunsichern, sondern solche, die vulnerable Gruppen schützen.“

    Bei einer Verschlechterung der Lage müsse die Möglichkeit zum schnellen Eingreifen bestehen. „Dazu reichen die aktuellen Gesetze“, meinte Günther.
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    Anne Schwedt
    Angesichts des sinkenden Risikos durch eine Corona-Erkrankung empfiehlt die US-Gesundheitsbehörde CDC nicht mehr, dass Menschen voneinander Abstand halten sollen. Neue Richtlinien der CDC vom Donnerstag führen die 6-Fuß-Regel, nach der Menschen im Alltag idealerweise 1,80 Meter auseinander stehen sollen, um sich nicht gegenseitig anzustecken, nicht mehr auf. 

    „Im Vergleich zu früheren Zeiten der Pandemie besteht ein deutlich geringeres Risiko für schwere Erkrankungen, Krankenhausaufenthalte und Todesfälle“, hieß es. Zudem wurden weitere Vorschriften, zum Beispiel zur Quarantäne, gelockert. CDC-Expertin Greta Massetti sagte: „Diese Leitlinien erkennen an, dass die Pandemie noch nicht vorbei ist, helfen uns aber auch dabei, einen Punkt zu erreichen, an dem Covid-19 unser tägliches Leben nicht mehr ernsthaft stört.“

    In den USA infizieren sich derzeit jeden Tag etwa 100.000 Menschen mit Corona – um die 500 sterben. Die Entwicklung der Zahlen ist relativ stabil. Sie sind deutlich niedriger als zu Spitzenzeiten.
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    Tom Körkemeier
    Das Robert Koch-Institut beobachtet zuletzt ein Abflachen des Corona-Infektionsgeschehens und sieht deshalb den Zenit der Sommerwelle überschritten. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz sei in der vergangenen Woche nach dem bereits deutlichen Rückgang in der Vorwoche erneut um insgesamt 27 Prozent gesunken und in allen Bundesländern und Altersgruppen rückläufig, geht aus dem RKI-Wochenbericht von Donnerstagabend hervor. Zudem seien die Anzahl Sars-CoV-2-Infizierter mit Symptomen einer akuten Atemwegsinfektion in Deutschland und die Zahl der Arztbesuche Infizierter gesunken, „so dass der aktuelle Wellengipfel überschritten zu sein scheint“.

    Die Zahl der Krankenhausaufnahmen von Menschen, die eine schwere akute Atemwegsinfektion und eine Covid-19-Diagnose hatten, sei in der vergangenen Woche ebenso gesunken wie die Zahl der Patienten mit Covid-19-Diagnose auf Intensivstationen. Auch bei den Todesfällen in Verbindung mit dem Virus spricht das RKI zuletzt von einem Rückgang - in der vergangenen Woche mit 372 übermittelten Todesfällen im Vergleich zu 444 in der Vorwoche.
    Rki
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    Patricia Hoffhaus
    Die indische Hauptstadt Neu-Delhi führt nach einem Anstieg der Corona-Infektionszahlen die Maskenpflicht wieder ein. Wer ohne Mund-Nasen-Schutz erwischt werde, müsse eine Geldstrafe von 500 Rupien (umgerechnet rund sechs Euro) zahlen, heißt es in einer Regierungsanordnung. 

    Aktuell tragen in Einkaufszentren und auf überfüllten Märkten nur noch wenige Inder Masken. Neu-Delhi meldete in den vergangenen 24 Stunden 2146 Neuinfektionen und acht Todesfälle – die höchsten Zahlen von allen indischen Regionen, die zusammen im selben Zeitraum 16.299 Neuinfektionen und 53 Todesfälle verzeichneten. Die Dunkelziffer gilt allerdings als noch um ein Vielfaches höher.
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    Anna Kipnis
    In China haben mehrere Städte im ganzen Land neue Corona-Beschränkungen verhängt. Darunter ist auch das Exportzentrum Yiwu. In der ostchinesischen Stadt in der Provinz Zhejiang gilt nach Angaben der Stadtverwaltung ab Donnerstag ein dreitägiger Lockdown zur Eindämmung des jüngsten Virusausbruchs. Yiwu ist ein wichtiges Produktions- und Exportdrehkreuz. 1,9 Millionen Menschen leben dort. Auch in weiteren Städten ist die Bewegungsfreiheit für Millionen Menschen weitgehend auf ihre Wohngebiete beschränkt. Ausnahmen gelten bei Corona-Tests, Lebensmitteleinkäufen oder Krankenhausbesuchen.

    In Chinas westlicher Region Xinjiang durften Angestellte in drei Städten in der Region Aksu ab Donnerstag ihre Häuser zwar verlassen, um zu arbeiten. Alle anderen mussten ihre Bewegungsfreiheit aber auf das Nötigste beschränken. Es war nicht klar, wann die Maßnahmen wieder aufgehoben werden. Wichtige Bezirke in Xinjiangs Hauptstadt Urumqi wurden bereits am Mittwoch für fünf Tage abgeriegelt. In den touristischen Hotspots Hainan und Tibet weiteten sich die Infektionen weiter aus, die betroffenen Städte wurden abgeriegelt. Auf der Tropeninsel Hainan sind inzwischen rund 178.000 Touristen gestrandet.

    Der chinesische Yuan gab am Donnerstag nach seinem Zwei-Wochen-Hoch vom Vortag nach, da die steigenden Infektionen und neuen Sperrungen die Sorgen über die langsame und ungleichmäßige wirtschaftliche Erholung des Landes verstärkten. Obwohl die Zahl im weltweiten Vergleich sehr niedrig ist, setzt China auch bei kleineren Ausbrüchen weiter auf die strikte Null-Covid-Politik, um größere Ausbrüche um jeden Preis einzudämmen.
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    Anna Kipnis
    Nordkorea verkündet „Sieg über Covid-19“:
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    Sarah Sendner
    Südkorea weist die Vorwürfe Nordkoreas zurück, südkoreanische Flugblätter hätten das Virus in das isolierte Land gebracht. „Wir bedauern zutiefst, dass Nordkorea wiederholt unbegründete Behauptungen über den Verlauf der Corona-Infektion aufgestellt und sehr respektlose und bedrohliche Äußerungen gemacht hat", erklärt das südkoreanische Vereinigungsministerium, das für innerkoreanische Angelegenheiten zuständig ist. 

    Nordkoreas Herrscher Kim Jong Un hatte den Sieg im Kampf gegen die Pandemie im Land erklärt. Nach den Worten seiner Schwester sei der Ausbruch der Seuche auf Feinde in Südkorea zurückzuführen, die mit Flugblättern das Virus eingeschleust hätten.
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    Sarah Sendner
    In Deutschland steigt nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) die Zahl der bekannten Infektionen um 59.888 auf über 31,4 Millionen. Das sind 14.766 Fälle weniger als am Donnerstag vor einer Woche, als 74.645 Ansteckungen verzeichnet wurden. Die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt auf 354,5 von 366,8 am Vortag. 

    Das RKI meldet 153 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Corona-Virus. Die bekannte Gesamtzahl liegt damit bei 145.394.
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    Sarah Sendner
    In der ostchinesische Stadt Yiwu in der Provinz Zhejiang gilt nach Angaben der Stadtverwaltung ab Donnerstag ein dreitägiger Lockdown zur Eindämmung des jüngsten Corona-Ausbruchs. Yiwu ist ein wichtiges Produktions- und Exportdrehkreuz im Osten Chinas und beheimatet 1,9 Millionen Menschen.
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    Leonie Tabea Natzel
    Nordkoreas Herrscher Kim Jong Un erklärt den Sieg im Kampf gegen die Pandemie im Land. Er ordnet die Aufhebung der Schutzmaßnahmen an, berichtet die staatliche Nachrichtenagentur KCNA. 

    Seine Schwester erklärte, der Ausbruch der Seuche sei auf Feinde in Südkorea zurückzuführen, die mit Flugblättern das Virus eingeschleust hätten. Südkorea begehe weiter Verbrechen gegen die Menschlichkeit, weil Flugblätter nach Nordkorea gesendet werden.
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    Marc Renner
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    Tobias Döring
    Das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (ZI) geht davon aus, dass für die kommende Impfkampagne knapp 60 Millionen Impfungen nötig sein könnten, sollte die Ständige Impfkommission (Stiko) die vierte Impfung für Erwachsene unter 60 Jahren empfehlen. Das teilte das ZI auf Anfrage von Handelsblatt-Korrespondent Jürgen Klöckner mit. Auf Basis der aktuellen Empfehlung geht das Institut von etwa 30 Millionen Impfungen aus, die ab September stattfinden sollten. „Wahrscheinlich etwas weniger, da in den vergangenen Monaten hohe Infektionszahlen zu beobachten sind und die Stiko bisher aus guten Gründen für diese Fälle keinen neuen Booster empfiehlt“, sagte ZI-Chef Dominik Stillfried dem Handelsblatt.

    20 Millionen davon entfallen auf die Dritt-, Viert-, oder Fünft-Impfungen für Personen über 60 Jahre und zehn Millionen für Personen unter 60 Jahre für ausstehende Drittimpfungen. Berücksichtigt sind in den Berechnungen eine mögliche Auffrischimpfung für Ältere, die bereits ein viertes Mal geimpft wurden. „Im Endeffekt sollten die Corona-Impfungen etwas oberhalb des Volumens der saisonalen Grippeschutz-Impfungen liegen“, sagte Stillfried. „Sie sind deshalb mengenmäßig von den Arztpraxen gut zu schaffen.“
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    Anna Kipnis
    Bildungsministerin Bettina Stark-Watzinger hat mit Blick auf die Corona-Lage in den kommenden Monaten flächendeckende Schulschließungen abermals ausgeschlossen. „Wir müssen alles so vorbereiten, dass es nicht so weit kommt“, sagte die FDP-Politikerin am Mittwoch im ARD-„Morgenmagazin“.

    Unterricht sollte auch mittels digitaler Medien möglich sein, falls Lehrkräfte ausfielen, aber „immer nur begrenzt und nicht monatelange Schulschließungen“, betonte Stark-Watzinger. Zu Kritik an den Vorschlägen zum neuen Infektionsschutzgesetz sagte Stark-Watzinger: „Die Länder haben jede Möglichkeit, auch mit den Schulen sich Regeln zu geben.“ Es sei die Hausaufgabe für den Sommer gewesen diese vorzubereiten.

    Für rund 2,5 Millionen Schülerinnen und Schüler im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen beginnt an diesem Mittwoch wieder der Unterricht. NRW startet als erstes Bundesland nach dem Sommerferien-Ende.
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    Marc Renner
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    Leonie Tabea Natzel
    In Deutschland steigt nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) die Zahl der bekannten Infektionen um 72.737 auf über 31,3 Millionen. Das sind 14.944 Fälle weniger als am Mittwoch vor einer Woche, als 87.681 Ansteckungen verzeichnet wurden. Die Sieben-Tage-Inzidenz fällt auf 366,8 von 381,5 am Vortag. Das RKI meldet 213 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Corona-Virus. Die bekannte Gesamtzahl liegt damit bei 145.241.
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    Sarah Sendner
    Der Chef der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß, fordert Nachbesserungen am geplanten Infektionsschutzgesetz. „Vorgesehen ist, dass zukünftig alle in den Krankenhäusern Beschäftigte sowie Besucherinnen und Besucher nur mit einem aktuellen Test oder einem höchstens drei Monate alten Impfnachweis - nach dreifacher Impfung - und in beiden Fällen einer FFP2-Maske ein Krankenhaus betreten dürfen", sagt Gaß der Zeitung „Rheinische Post". Den Krankenhäusern werde mit den neuen Regeln ein „so nicht umsetzbarer, zusätzlicher Aufwand" aufgebürdet. Durch Personalausfälle sei die Situation bereits sehr angespannt. „Und wir müssen feststellen, dass wir weit mehr Covid-Patienten auf Intensivstation haben als vor einem Jahr. Wir starten also mit einer deutlich höheren Grundbelastung in die zu erwartende Herbstwelle."
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    Sarah Sendner
    Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach will frühere Äußerungen zur vierten Corona-Impfung nicht als Empfehlung für alle jüngeren Menschen verstanden wissen. „Ich habe nicht gesagt: Für alle die vierte Impfung“, sagte der SPD-Politiker am Dienstagabend im ZDF-„heute journal“. „Ich habe nie gesagt, dass alle jüngeren Leute sich jetzt impfen lassen sollen. Das ist einfach falsch.“

    Der Minister hatte sich Mitte Juli in einem „Spiegel“-Interview zur vierten Corona-Impfung geäußert und gesagt, wolle man den Sommer ohne das Risiko einer Erkrankung genießen, dann würde er „in Absprache natürlich mit dem Hausarzt auch Jüngeren die Impfung empfehlen“.

    Er habe lediglich darauf hingewiesen, dass es für die verschiedenen Altersgruppen wie für die unter 60-Jährigen eine klare Botschaft brauche, sagte Lauterbach nun. Risikopatienten sollten seiner Ansicht nach nicht auf die angepassten Impfstoffe warten: Abwarten sei „für diejenigen, die jetzt im Risiko stehen, einfach falsch“, sagte er im ZDF. Bei jüngeren Menschen könne es aber durchaus Sinn machen, „dass man noch etwas zuwartet“ und sich mit den neuen Impfstoffen behandeln lasse, sagte Lauterbach in den ARD-„Tagesthemen“.
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    Anna Kipnis
    Die Gesamtzahl der bestätigten Corona-Infektionen in Tschechien seit Ausbruch der Pandemie hat die Marke von vier Millionen überschritten. Das teilte das Gesundheitsministerium in Prag am Dienstag mit. Das entspricht nahezu 40 Prozent der Bevölkerung in dem 10,5 Millionen Einwohner zählenden EU-Land. Dabei sind in dieser Zahl die nahezu 300.000 von den Gesundheitsbehörden registrierten sogenannten Reinfektionen nicht enthalten. Wer sich also zwei- oder mehrmals infizierte, wurde nicht mehrmals gezählt.

    Knapp 40.600 Menschen sind demnach mit oder an Covid-19 gestorben. Wie die Nachrichtenagentur CTK unter Berufung auf das staatliche Statistikamt berichtete, war Covid-19 im vergangenen Jahr die häufigste Todesursache.
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    Leonard Frick
    Die Europäische Kommission bestellt bei Moderna 15 Millionen weitere Dosen Omikron-Impfstoff. Die für Juli und August vertraglich vorgesehenen Dosen des ursprünglichen Covid-19-Vakzins Spikevax von Moderna wurden auf einen späteren Zeitpunkt in diesem Jahr verschoben, wie das US-Biotechunternehmen mitteilt.
    Dabei könnten alle verbliebenden vertraglich vereinbarten Spikevax-Dosen in Omikron-Impfstoffe umgewandelt werden – vorbehaltlich, dass diese durch die Europäische Arzneimittelbehörde EMA zugelassen werden. Moderna entwickelt zwei bivalente Omikron-Booster, die je einen Anteil des bestehenden Vakzins enthalten und einen Anteil, der sich gegen die Untervariante BA.1 beziehungsweise BA.4/5 richtet.
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    Leonard Frick
    Die Zahl der PCR-Tests auf Sars-CoV-2 und der Anteil der positiven Ergebnisse sind einem Laborverband zufolge in der vergangenen Woche weiter zurückgegangen. So seien mit knapp über 580.900 PCR-Untersuchungen etwa 16 Prozent weniger durchgeführt worden als noch in der Vorwoche, teilte der Verband Akkreditierte Labore in der Medizin (ALM) am Dienstag mit. Die Positivrate von knapp 46 Prozent sei zwar niedriger als in der Vorwoche (knapp 51 Prozent), belege aber, dass das Infektionsgeschehen weiter dynamisch sei und tendenziell auf hohem Niveau bleibe, hieß es. Insgesamt fiel demnach die Zahl der positiven Tests auf etwa 266.900 und ging damit im Vergleich zur Vorwoche um 24 Prozent zurück.

    Aus Sicht des ALM ist diese Tendenz zum Teil auf die Ferienzeit zurückzuführen. Der Verband betonte aber auch: „Noch immer ist von einer signifikanten statistischen Untererfassung von an Corona Erkrankten auszugehen, da nicht mehr alle symptomatischen Personen mit der PCR untersucht werden.“

    Eine Entspannung sei demnach auch bei der Auslastung der rund 180 Labore, die an der Erhebung teilnehmen, zu verzeichnen: Diese liege aktuell bei lediglich 21 Prozent, wobei die Kapazitäten für die aktuelle Woche auf nun 2,47 Millionen PCR-Tests gesunken seien.

    Mit Blick auf die nächste Zeit wies der Laborverband einmal mehr auf die Notwendigkeit der Vorbereitung für Herbst und Winter und der Planungssicherheit hin. Für die kommenden Wochen sei wieder ein deutlicher Anstieg des Infektionsgeschehens zu erwarten, hieß es.
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    Anna Kipnis
    Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hat mit der fortlaufenden Überprüfung eines weiteren angepassten Covid-19-Impfstoffs von Biontech und Pfizer begonnen. Dabei handelt es sich um den Booster, der sich neben dem ursprünglichen Wuhan-Stamm auch gegen die derzeit vorherrschenden Omikron-Subvarianten BA.4/5 richtet. 

    Bei einer fortlaufenden Prüfung bewertet die EMA die Daten, sobald sie verfügbar sind, und setzt den Prozess fort, bis genügend Daten für einen formellen Zulassungsantrag vorliegen. Für den Booster, der sich gegen die Omikron-Variante BA.1 richtet, hatten Biontech und Pfizer vor kurzem die Einreichung des Zulassungsantrags bei der EMA abgeschlossen.
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    Anna Kipnis
    Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil sieht noch Diskussionsbedarf beim neuen Infektionsschutzgesetz. Dies gelte vor allem für die Frage, ob sich frisch gegen Corona Geimpfte von der Maskenpflicht befreien lassen können, sagte der SPD-Politiker dem Bremer „Weser-Kurier“ (Dienstag). „Das halte ich nicht für eine kluge Regelung.“ Auch frisch Geimpfte könnten sich infizieren und andere anstecken.

    Derzeit analysiere seine Landesregierung den von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) und Justizminister Marco Buschmann (FDP) vorgestellten Gesetzesentwurf, sagte Weil. „Wir werden das tun, was notwendig ist“, sagte er auf die Frage, ob Niedersachsen die zugestandenen Befugnisse voll ausschöpfen werde. Es werde bereits darüber nachgedacht, wie genau die neuen Regelungen auf Niedersachsen übertragen werden können. „Der Grundsatz lautet: So viel wie nötig, so wenig wie möglich“, sagte Weil. Am Nachmittag beraten die Gesundheitsressortchefs der Länder und des Bundes über den Gesetzesentwurf.
    Stephan Weil
    Stephan Weil   Bild: dpa
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    Leonie Tabea Natzel
    Der umstrittene Entwurf für das neue Infektionsschutzgesetz muss aus Sicht Bayerns dringend verschärft werden. „Der bisherige Gesetzentwurf weist deutliche Lücken auf“, sagte Landesgesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) der Deutschen Presse-Agentur in München. Der Bund müsse daher unter anderem die Kriterien nachschärfen, mit denen die Länder wirksamere Maßnahmen zum Schutz vor Corona-Ansteckungen beschließen und vollziehen könnten.

    An diesem Dienstag wollen die Gesundheitsminister von Bund und Ländern in der Gesundheitsministerkonferenz (GMK) über den in der vergangenen Woche vorgelegten Entwurf beraten. Im Zentrum des Bundeskonzeptes steht das Tragen von FFP2- oder medizinischen Masken. Bundesweit soll weiter eine FFP2-Maskenpflicht in Fernzügen und Fliegern gelten. Neu hinzu kommt eine Masken- und Testpflicht in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen. Die Länder sollen zudem selbst entscheiden, ob sie in öffentlich zugänglichen Innenräumen FFP2-Masken vorschreiben.

    Konkreten Klärungsbedarf sieht Bayerns Gesundheitsminister etwa beim Abwassermonitoring und der sogenannten RKI-Surveillance, „bei denen leider völlig unklar ist, welche Werte und Daten wir als Alarmsignal verwenden können“.

    Sprechen müsse man auch über die vorgesehenen Ausnahmen von Maskenpflichten für frisch Geimpfte und Genesene, sagte Holetschek. Diese seien fachlich nicht zu rechtfertigen, da auch frisch Geimpfte und Genesene Infektionen übertragen könnten. Auch über die Kontrolle der Maskenpflicht herrscht Holetschek zufolge noch Unklarheit.
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