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27.05.2022

13:54

Corona-News

Schweiz will mehr als 620.000 abgelaufene Impfdosen vernichten – Lockdown in Schanghai verschärft Engpässe in Deutschland

Von: Anna Kipnis

Lauterbach: Für Herbst wieder Möglichkeit der Maskenpflicht schaffen +++ Bundesweite Inzidenz sinkt auf 262,6 +++ Biontech plant Impfstoff-Zulassung für Kleinkinder +++ Der Newsblog.

Corona-Pandemie
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Timm Seckel
Angesichts einer möglichen neuen Corona-Welle im Herbst fordert der Chef des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, einen wirksamen gesetzlichen Rahmen zur Bekämpfung des Virus. „Die gesetzlichen Rahmenbedingungen müssen natürlich stimmen“, sagte Wieler mit Blick auf das Infektionsschutzgesetz am Samstag im Bayerischen Rundfunk. Die Bundesregierung ringt derzeit um Corona-Schutzvorgaben für den Herbst. Die derzeit geltende Fassung des Infektionsschutzgesetzes läuft bis zum 23. September.

Wieler sagte, wohl alle Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, „die sich wirklich ernsthaft und fundiert, also mit Fachwissen, mit dieser Pandemie befassen, gehen davon aus, dass im Herbst die Zahlen wieder steigen werden“. Man werde wieder steigende Inzidenzen sehen. „Was wir aber nicht wissen, – und das ist die große Unbekannte – ist, welche Krankheit wird das Virus machen.“ Er empfehle nach wie vor, dass Masken in bestimmten Situationen getragen würden. „Ich gehe davon aus, dass im Laufe des Sommers man das auch einstellen kann. Aber das hängt wirklich von den Gegebenheiten ab.“ Er erwarte, dass man im Herbst diese Maßnahmen teilweise zurückholen müsse.

Für große Veranstaltungen wie etwa das Münchener Oktoberfest wolle er noch keine Prognosen wagen. Man könne die Situation nur kurz vor dem eigentlichen Ereignis realistisch einschätzen. „Wir haben alle Mittel und Werkzeuge in der Hand, um auch Zusammentreffen zu ermöglichen. Da sind zum Beispiel die Testungen oder natürlich auch das Tragen von Masken“, sagte der RKI-Chef. Man wisse also sehr gut, wie mit dieser Pandemie umzugehen sei.
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Timm Seckel
Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet 39.976 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Das sind 2.399 Fälle weniger als am Samstag vor einer Woche, als 42.375 Corona-Infektionen gemeldet wurden. 

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz sinkt weiter auf 209,4 von 211,2 am Vortag. 73 weitere Personen starben im Zusammenhang mit dem Virus. Damit erhöht sich die Zahl der gemeldeten Todesfälle auf 138.854.
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Anna Kipnis
Die Schweiz wird nach Behördenangaben mehr als 620.000 abgelaufene Dosen des Corona-Impfstoffs von Moderna vernichten. Ein Sprecher des Bundesamtes für Gesundheit bestätigt einen entsprechenden Bericht des Westschweizer Senders RTS und erklärt, es sei bewusst in Kauf genommen worden, dass unter bestimmten Umständen zu viel Impfstoff beschafft wurde. 

Im laufenden Jahr stehen in der Alpenrepublik mit ihren rund 8,7 Millionen Einwohnern insgesamt 34 Millionen Impfdosen verschiedener Hersteller zur Verfügung und für 2023 wurde weiteres Vakzin gekauft. Bis zu 15 Millionen Impfdosen will die Schweiz spenden.
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Anna Kipnis
Nordkorea führt neue Maßnahmen zur Bekämpfung der ersten bestätigten Corona-Welle im Land ein. Die Gesundheitsbehörden testen Flüsse, Seen, die Luft sowie Haushaltsabwässer und Müll auf Virusbestände, berichtete die nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA am Freitag. Am Donnerstag wurden den Angaben zufolge binnen 24 Stunden rund 100.000 Fieber-Fälle gemeldet. Vor zehn Tagen war diese Zahl noch vier Mal höher. In dem 25 Millionen-Einwohner-Land sollen sich seit April knapp 3,3 Millionen Menschen mit Fieber angesteckt haben, 69 Menschen seien verstorben. KCNA berichtete nicht, wie viele der Personen auf eine Infektion mit dem Coronavirus getestet sind. Auch welche Testmethode verwendet wird, ist bislang unbekannt. KCNA hatte vor einem Jahr berichtet, das Land habe einen eigenen PCR-Test entwickelt.

Nordkorea hatte in der zweiten Maiwoche offiziell den ersten Corona-Ausbruch seit Beginn der Pandemie vor über zwei Jahren bestätigt und einen landesweiten Lockdown angeordnet. Seitdem wuchs die Sorge über einen unkontrollierten Ausbruch angesichts eines Mangels an Impfstoffen und unzureichender medizinischer Versorgung. Die Regierung in Pjöngjang hat bislang nicht auf Hilfsangebote Südkoreas und der USA reagiert.

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Anna Kipnis
 FDP-Vize Wolfgang Kubicki hat eine parlamentarische Aufarbeitung der Corona-Politik gefordert und deutlich gemacht, dass seine Partei mögliche erneute Corona-Einschränkungen im Herbst nur unter strengen Voraussetzungen mittragen wird. „Einen weiteren Herbst und Winter wird es nicht geben, in denen wegen eines diffusen Datennebels Grundrechtsbeschränkungen vorgenommen werden“, sagte der Bundestagsvizepräsident der Deutschen Presse-Agentur. Bildungsgewerkschaften fordern derweil bereits Vorkehrungen für das kommende Schuljahr.

Kubicki warf dem Bundesgesundheitsministerium und dem Robert Koch-Institut vor, in mehr als zwei Jahren Pandemie nicht in der Lage gewesen zu sein, „vernünftig nutzbare Daten zu erheben“. Eine erneute Änderung des Infektionsschutzgesetzes, um strengere Maßnahmen wieder möglich zu machen, werde es mit den Freien Demokraten nur geben, wenn diese Änderung ausreichend wissenschaftlich begründet werden könne und nicht mehr auf bloßen Behauptungen fuße, wie das in der Vergangenheit fast durchgängig der Fall gewesen sei.
Wolfgang Kubicki
Wolfgang Kubicki   Bild: dpa
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Anna Kipnis

Die eigentlichen Folgen des Lockdowns in Schanghai werden wir erst in einiger Zeit, dann aber sehr drastisch spüren.

Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft in München

Der deutschen Wirtschaft droht als Folge chinesischer Lockdowns und weltweiter Schiffsstaus eine weitere Verschärfung der gravierenden Lieferprobleme. Nach Angaben des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel und des Rotterdamer Hafens ist die Zahl der aus China Richtung Westen fahrenden Schiffe gesunken. Und die Londoner Schifffahrtsberatung Drewry schätzt, dass im Hafen Schanghai allein im April 260.000 für den Export in alle Welt bestimmte Container nicht verladen wurden.

Dass Lieferungen aus China komplett zum Erliegen kommen, wird jedoch nicht befürchtet: „Ein Rückgang des Frachtvolumens in westlicher Richtung wegen des Lockdowns in Shanghai ist zu erwarten, aber das wird begrenzt sein“, sagte eine Sprecherin des Rotterdamer Hafens.

Dennoch werden die Auswirkungen nach Einschätzung des Berliner Mercator Instituts für Chinastudien (Merics) sowohl Verbraucher als auch Industrie spüren. Deutsche Einzelhändler verkauften eine große Auswahl in China hergestellter Produkte, von Elektronik über Möbel und Kleidung bis zu Spielwaren, sagte Merics-Analyst Jacob Gunter.“
Hafen Schanghai
Hafen Schanghai   Bild: dpa
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Anna Kipnis
Die Gewinne von Chinas Industrieunternehmen sind im April so stark gesunken wie seit zwei Jahren nicht mehr. Wie am Freitag aus offiziellen Daten des Statistikamtes hervorging, schrumpften die Gewinne um 8,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, nachdem sie im März noch um 12,2 Prozent gestiegen waren. Der Einbruch ist der stärkste seit März 2020. Die hohen Rohstoffpreise und das durch die Corona-Beschränkungen verursachte Chaos in den Lieferketten drückten die Gewinnspannen und unterbrachen die Fabrikaktivitäten deutlich. Der Industriesektor wurde durch die strengen Lockdown-Regelungen hart getroffen.

Die Industrieproduktion in der Handelsmetropole Shanghai brach im April um 61,5 Prozent ein. Landesweit ging der Handel um 2,9 Prozent zurück. Die Gewinne der Industrieunternehmen stiegen dem Statistikamt zufolge von Januar bis April im Jahresvergleich um 3,5 Prozent auf 2,66 Billionen Yuan (395,01 Milliarden US-Dollar) womit sich der Anstieg von 8,5 Prozent in den ersten drei Monaten verlangsamte. „Wir sollten uns bemühen, im zweiten Quartal ein angemessenes Wirtschaftswachstum zu gewährleisten, die Arbeitslosenquote so schnell wie möglich zu senken und die wirtschaftlichen Operationen in einem vernünftigen Rahmen zu halten“, sagte Chinas Ministerpräsident Li Keqiang. 

Um der Wirtschaft wieder auf die Beine zu helfen, hatte China kürzlich den zweiten Monat in Folge seine Referenzzinssätze für Unternehmens- und Haushaltskredite sowie für Hypotheken gesenkt.
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Anna Kipnis
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich über die Erschütterungen und Verwerfungen in der Gesellschaft durch die Corona-Pandemie besorgt gezeigt. „Diese Pandemie hat Spuren hinterlassen“, sagte der Bundespräsident am Donnerstag bei einer Podiumsdiskussion im Rahmen des Katholikentags in Stuttgart. „Sie hat eine Dynamik entfaltet, mit der ich selbst auch nicht gerechnet habe.“ Es habe Konflikte und Streit gegeben am Arbeitsplatz, in den Familien und in den Vereinen. Er habe sich angesichts der Dynamik oft gefragt, wie von heute auf morgen und im Umgang mit einer Krankheit eine solche Unversöhnlichkeit in die Sprache hineinkommen könne.


Das katholische Kirchenfest mit 1500 Veranstaltungen findet erstmals seit vier Jahren wieder in Präsenz statt. Allerdings werden bis Sonntag viel weniger Teilnehmer in Stuttgart erwartet als sonst, etwa 25.000. Darunter sind allein 7000 Mitwirkende. Zum Katholikentag 2018 in Münster waren noch 90.000 Menschen gekommen.
Frank-Walter Steinmeier
Frank-Walter Steinmeier   Bild: dpa
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Anna Kipnis
Überproportionaler Anstieg bei der Zahl der Corona-Infektionen in Südafrika, aber ein Rückgang bei der Zahl der Neuinfektionen auf dem Kontinent - das ist die Bilanz der afrikanischen Gesundheitsbehörde CDC zur aktuellen Corona-Lage in Afrika. Seit Beginn der Pandemie wurden auf dem Kontinent nachweislich knapp 11,6 Millionen Fälle nachgewiesen. Innerhalb einer Woche seien fast 47.000 neue Infektionen gemeldet worden, sagte Ahmded Ogwell, Direktor der CDC, am Donnerstag in Addis Abeba. Das sei ein Rückgang um 21 Prozent im Vergleich zur Vorwoche.

Rückläufig ist laut der Gesundheitsbehörde die Zahl der Menschen, die mit oder an dem Virus gestorben sind - seit Pandemiebeginn rund 253.000. In der vergangenen Woche seien 288 Menschen gestorben - ein Rückgang um zehn Prozent im Vergleich zur Vorwoche, sagte Ogwell.
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Tim Spark
Die besonderen Corona-Vorschriften des Gesetzgebers für Betriebe in Deutschland sind wie geplant zum Donnerstag ausgelaufen. „Relevante regionale und betriebliche Infektionsausbrüche sind jedoch weiterhin nicht ausgeschlossen“, sagte ein Sprecher des Arbeitsministeriums. Arbeitgeber seien daher aufgefordert, ihre Gefährdungsbeurteilung stetig an das Infektionsgeschehen anzupassen. Hierfür werde das Ministerium auf seiner Homepage Empfehlungen bereitstellen.

Bereits vor einer Woche hieß es vom Ministerium, dass es angesichts des beständigen Abklingens der Infektionszahlen derzeit keinen Anlass gebe, die Sars-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung über den 25. Mai hinaus zu verlängern. Zudem waren die Regeln bereits im März gelockert worden. Zuletzt galt, dass der Arbeitgeber im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung zu prüfen hat, ob bestimmte Maßnahmen erforderlich sind - etwa Homeoffice, kostenlose Tests und die Bereitstellung von Schutzmasken.
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Stefan Kaufmann
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach will für den Fall einer neuen Corona-Welle im Herbst die Möglichkeit schaffen, wieder eine Maskenpflicht in Innenräumen vorzuschreiben. Derzeit werde erneut am Infektionsschutzgesetz gearbeitet, sagte der SPD-Politiker am Mittwochabend in der ZDF-Sendung „Markus Lanz“. „Das läuft ja am 23.9. aus. Und dann wird die Frage erneut zu diskutieren sein, ob zum Beispiel Maskentragen in Innenräumen wieder verpflichtend wird.“ Das könne wieder kommen, „ich halte das auch für unbedingt notwendig, dass wir uns für den Herbst diese Möglichkeit eröffnen“.

Lauterbach betonte: „Das Infektionsschutzgesetz beschreibt ja nicht, was gemacht wird oder was gemacht werden soll, sondern es beschreibt, was wir nutzen können an Vorsichtsmaßnahmen und Einschränkungen, wenn es denn dann nötig wäre.“ An diesem Thema arbeite er auch mit Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP). Lauterbach hatte bereits angekündigt, dass er bald ein Konzept zur Bekämpfung von Corona im Herbst vorstellen will. Auch die Gesundheitsminister der Länder hatten vom Bund eine Anpassung des Infektionsschutzgesetzes mit Blick auf den Herbst gefordert.

Das erst kürzlich geänderte Gesetz läuft bis 23. September. Allgemeine Maskenpflichten für Veranstaltungen oder beim Einkaufen sowie 2G- und 3G-Regelungen sind damit seit Anfang April weggefallen. Vorerst gilt ein „Basisschutz“ – etwa mit Maskenpflichten in Bussen, Bahnen, Kliniken, Praxen und Pflegeheimen. Unabhängig von staatlichen Vorgaben gibt es aber vielerorts, etwa in Kultureinrichtungen, auch weiter Schutzregeln mit Maskenpflichten.
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Sarah Sendner
Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet 39.705 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Das sind 19.014 Fälle weniger als am Donnerstag vor einer Woche, als 58.719 Corona-Infektionen gemeldet wurden. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz sinkt auf 262,6 von 281,8 am Vortag. 136 weitere Personen starben im Zusammenhang mit dem Virus. Damit erhöht sich die Zahl der gemeldeten Todesfälle auf 138.779.
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Sarah Sendner
Der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI), Tobias Tenenbaum, hält eine Abschaffung der Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmittel für vertretbar. „Jeder kann sich impfen lassen und damit vor schweren Verläufen gut schützen, und wir haben sinkende Fallzahlen“, sagte der Chefarzt einer Berliner Kinderklinik der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ/Donnerstag). Ein Ende der Maskenpflicht in Bussen, Bahnen oder Flugzeugen sei „durchaus vertretbar“.

Aus infektiologischer Sicht spräche nicht viel dagegen - „auch wenn ein Ansteckungsrisiko in engen und geschlossenen Räumen natürlich nicht ganz auszuschließen ist“, sagte Tenenbaum. In vielen europäischen Ländern sei längst Schluss mit den Masken, auch in Flugzeugen. Deutschland sei nach wie vor extrem vorsichtig.
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Alexander Möthe
Die Corona-Infektionen und -Klinikaufnahmen gehen nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) weiter deutlich zurück. Die Sieben-Tage-Inzidenz sei im Vergleich zur Vorwoche um 28,8 Prozent gesunken, teilte das RKI in seinem Wochenbericht für die Zeit vom 16. bis 22. Mai mit. Es registrierte 350 Infektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen. Die Zahl der gemeldeten Infektionen pro Woche sank von 408 406 auf 290 885. Angesichts dieser Zahlen schätzt das RKI die Gefährdung für die Bevölkerung jedoch weiterhin als hoch ein. Die Impfung habe nicht an Bedeutung verloren.

Unter den Corona-Linien dominiere weiter ganz klar Omikron BA.2 mit 96,4 Prozent, deren Anteil jedoch leicht abgenommen habe. Etwa verdoppelt hat sich der Anteil von BA.5, und zwar von 1,2 auf 2,5 Prozent. Es wird nur ein Bruchteil der positiven Tests auf einzelne Linien ausgewertet. Zudem beziehen sich diese Daten auf die 19. Kalenderwoche (9.-15. Mai).
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Jana Brüntjen
In Pflegeeinrichtungen sollte der Schutz vor dem Coronavirus nach Einschätzung des Expertenrats der Bundesregierung im kommenden Herbst wieder verstärkt werden. Zur Verhinderung und zur Eindämmung von Covid-19-Ausbrüchen sollten zusätzliche Präventions- und Managementmaßnahmen umgesetzt werden, heißt es in einer Stellungnahme des Gremiums, die am Mittwoch veröffentlicht wurde. Vorgeschlagen werden regelmäßige Tests bei Beschäftigten, Besuchern und Bewohnern und „niederschwellige aufsuchende Angebote zur Durchführung von Impfungen“.

Die Expertinnen und Experten sprechen sich außerdem dafür aus, dass die Gesundheitsämter die Einrichtungen regelmäßig kontrollieren, diesen bei der Erarbeitung von Hygienekonzepten helfen und sich mit ihnen regelmäßig austauschen, etwa in Form von „präventiven Heimbesuchen“. Im Rahmen von Fortbildungen „sollten hygienerelevante Inhalte stärkere Berücksichtigung finden“.

Die anhaltend hohen Corona-Zahlen und ein mit der Zeit nachlassender Impfschutz hätten in den vergangenen Monaten zum Wiederanstieg der Infektions- und Todesfälle in den Einrichtungen geführt, heißt es in dem Papier. „Dringend“ empfohlen werden Maßnahmen zur Verbesserung der Qualität in der Pflege, etwa „zur Verstärkung der Personaldecke“ und durch „höherqualifizierende Ausbildungen“. Notwendig sei neben einer angemessenen Vergütung eine spezielle Aus- und Weiterbildung zur Qualifizierung von kompetentem Personal.
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Anna Kipnis
Die oberste französische Gesundheitsbehörde hat eine weitere Auffrischimpfung gegen das Coronavirus für Risikopatienten und Menschen über 65 Jahren im Herbst empfohlen. Eine entsprechende Impfkampagne solle vorbereitet werden, schrieb die Behörde am Mittwoch. Bei Risikopatienten solle auch das Umfeld eine Auffrischimpfung erhalten. Wer aus dieser Gruppe bisher alle Impfungen erhielt, könnte damit im Herbst bereits die fünfte Impfdosis gegen das Coronavirus bekommen.

Trotz der derzeit stabilen Corona-Lage geht die Behörde davon aus, dass das Virus periodisch wieder stärker im Umlauf sein wird. Am wahrscheinlichsten sei ein Szenario, in dem das Virus aktiv bleibe, aber wegen ausreichender Immunisierung weniger Einfluss habe. Man müsse aber auch für ein schlechteres Szenario gewappnet sein und dann eine groß angelegte Impfkampagne anbieten können.

Die Gesundheitsbehörde kann keine politischen Entscheidungen treffen. In der Regel folgt die Regierung aber ihren Empfehlungen.
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Anna Kipnis
Anders als Fachgesellschaften der Kindermedizin hat sich Bundesärztekammer-Präsident Klaus Reinhardt verhaltener zur neuen Stiko-Empfehlung zur Corona-Impfung Fünf- bis Elfjähriger geäußert. „Es ist eine Empfehlung, die ins Benehmen der Eltern gestellt wird.“ Er persönlich wäre zum jetzigen Zeitpunkt an der Stelle „eher zurückhaltend“, sagte Reinhardt am Mittwoch in einem Interview bei der Radiowelt auf Bayern 2. Er begründete dies damit, dass die Erkrankung „für Kinder in der Regel gut überstehbar“ sei und „auch im Wesentlichen ohne Spätfolgen, soweit man das zum jetzigen Zeitpunkt bewerten kann“.

Reinhardt sagte demnach aber auch, jeder müsse dies für sich entscheiden. Das Angebot sei da und die Ständige Impfkommission (Stiko) empfehle es. Das heiße, „die Impfung ist empfehlenswert und hat schützenden Charakter“.

Die Stiko empfiehlt in ihrer aktuellen Einschätzung nun auch gesunden Kindern zwischen fünf und elf Jahren eine Corona-Impfung - zuvor galt dies nur für Kinder mit Vorerkrankungen und für Kinder mit Menschen mit hohem Corona-Risiko in ihrem Umfeld. Gesunde Kinder sollen im Unterschied zum Impfschema bei anderen Gruppen aber zunächst nur eine mRNA-Impfstoffdosis bekommen, hieß es in einer Mitteilung des Gremiums am Dienstag.
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Anna Kipnis
In der russischen Hauptstadt Moskau haben die Behörden nach der Aufhebung aller Corona-Beschränkungen nun auch erklärt, auf früher erhobene Strafzahlungen verzichten zu wollen. Die Gefahr der Pandemie sei vorüber. „Deshalb habe ich mich entschlossen, eine Covid-Amnestie zu erklären“, schrieb Bürgermeister Sergej Sobjanin am Mittwoch in seinem Blog. Die Amnestie soll am 1. Juni in Kraft treten.

Wer wegen eines Verstoßes gegen die Corona-Bestimmungen zu einer Geldstrafe verurteilt worden sei, aber noch nicht bezahlt habe, werde von dieser Zahlung befreit. Wer schon bezahlt habe, könne auf Antrag das Geld zurückbekommen, versicherte Sobjanin. Die Regelung betreffe nur Strafen, die von der Stadtverwaltung verhängt worden seien. Ausgenommen seien zudem Fälle, bei denen Kranke ihre angeordnete häusliche Isolation ignoriert haben.

Offiziellen Angaben nach sind in Russland knapp 380.000 Menschen an Covid-19 gestorben. Inoffizielle Quellen gehen von wesentlich höheren Zahlen aus. Der unabhängige Demographieforscher Alexej Rakscha bezifferte die Zahl der Toten bereits im November 2021 auf mehr als eine Million. Obwohl Russland als erstes Land weltweit einen Impfstoff gegen die Seuche registriert hatte, liegt die Impfquote in der Bevölkerung deutlich unterhalb des europäischen Niveaus.
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Sarah Sendner
Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet 49.141 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Das sind 22.910 Fälle weniger als am Mittwoch vor einer Woche, als 72.051 Corona-Infektionen gemeldet wurden. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz sinkt auf 281,8 von 307,2 am Vortag. 158 weitere Personen starben im Zusammenhang mit dem Virus. Damit erhöht sich die Zahl der gemeldeten Todesfälle auf 138.643.
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Sarah Sendner
Angesichts sinkender Corona-Fallzahlen will Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach die Regeln für die Einreise nach Deutschland über die Sommermonate lockern. „Bis Ende August setzen wir die 3G-Regel bei der Einreise aus“, sagte der SPD-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Mittwoch). Vom 1. Juni an müssen Reiserückkehrer und andere Einreisende damit nicht mehr nachweisen, dass sie geimpft, genesen oder getestet sind. Die aktuell gültige Corona-Einreiseverordnung schreibt noch bis zum 31. Mai für alle Personen über zwölf Jahren einen 3G-Nachweis vor.

Für Einreisende aus Virusvariantengebieten gelten noch strengere Regeln: Sie müssen sich in Deutschland in eine 14-tägige Quarantäne begeben, auch wenn sie geimpft oder genesen sind. Diese Regelung soll auch in den kommenden Monaten weiter fortbestehen. „Wenn solche Gebiete definiert werden, müssen Einreisende in Quarantäne“, sagte Lauterbach den Funke-Zeitungen. „Auch bei niedrigeren Inzidenzen im Sommer müssen wir bei einer globalen Pandemie vorsichtig bleiben.“ Derzeit ist allerdings kein Land als Virusvariantengebiet ausgewiesen.
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