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11.10.2018

14:42 Uhr

Cyberattacken

Seehofer kündigt Maßnahmen zur Verbesserung der Cybersicherheit an

Der Innenminister will mit neuen Maßnahmen Cyberangriffe abwehren. Dazu soll nächstes Jahr ein neues IT-Sicherheitsgesetz verabschiedet werden.

CSU: Horst Seehofer kündigt Verbesserung der Cybersicherheit an dpa

Horst Seehofer

Der Minister sprach sich für eine aktive Cyberabwehr aus.

BerlinBundesinnenminister Horst Seehofer schlägt angesichts zunehmender Cyberattacken Alarm. Die Gefährdungslage in diesem Bereich sei „weiterhin hoch und angespannt, sowohl für den Staat, für die Wirtschaft als auch für den Nutzer“, sagte Seehofer bei der Vorstellung des neuen Lageberichts des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) am Donnerstag in Berlin.

Cyberangriffe würden flexibler und professioneller, auch die Angriffsmethoden veränderten sich. Auch BSI-Präsident Arne Schönbohm äußerte sich besorgt. „Die Lage hat sich nicht entspannt, sie hat sich vielmehr im Vergleich zum letzten Jahr weiterhin zugespitzt, und es gibt auch keinen Grund zur Annahme, dass sich das zukünftig ändern wird“, sagte er.

Bei den Schadprogrammen im Umlauf registrierte das BSI eine kräftige Zunahme: Die Zahl stieg von mehr als 600 Millionen im Jahr 2017 auf mehr als 800 Millionen in 2018. Die Zahl der Schadprogramm-Varianten pro Tag sei von 280.000 auf 390.000 gestiegen. Der Bericht deckt den Zeitraum vom 1. Juli 2017 bis zum 31. Mai 2018 ab.

Bericht zur IT-Sicherheit

„Die Lage hat sich nicht entspannt, sondern zugespitzt“

Bericht zur IT-Sicherheit: „Die Lage hat sich nicht entspannt, sondern zugespitzt“

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„Wir sehen ein neues Geschäftsmodell“, so der BSI-Chef weiter. „Das heißt, Geräte werden übernommen, fremdgesteuert und die Rechenleistung wird praktisch von ihnen gestohlen und benutzt, um neues Geld zu wertschöpfen.“ Bei solchen Aktionen kapern Kriminelle mit Hilfe von Schadsoftware die Rechner, um die Kapazität für die Produktion digitaler Währungen wie Bitcoin zu nutzen.

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Seehofer hob insbesondere den Cyberangriff auf das Auswärtige Amt hervor. Schutzmaßnahmen hätten aber verhindert, dass die Angreifer direkt in das Netzwerk des Ministeriums hätten eindringen können. Zudem erinnerte der CSU-Politiker an die weiterhin zu beobachtenden Infektionen mit der Schadsoftware WannaCry.

Der Minister sprach sich für eine aktive Cyberabwehr aus. Man dürfe nicht immer erst dann reagieren, wenn eine ernste Bedrohung stattgefunden habe oder sogar schon Schaden angerichtet worden sei. Zudem wolle er im nächsten Jahr ein IT-Sicherheitsgesetz 2.0 ins Parlament einbringen. Hierbei werde ein ganzheitlicher Schutzansatz verfolgt.

Seehofer kündigte an, er wolle die Voraussetzungen für ein einheitliches IT-Sicherheitskennzeichen schaffen. Zudem sollten die Befugnisse des BSI zum Schutz der Bundesverwaltung und der Gesellschaft ausgeweitet werden.

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