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06.09.2017

13:28 Uhr

Eklat in Sendung

ZDF weist AfD-Vorwürfe zurück

AfD-Vertreterin Alice Weidel verließ die Wahlsendung „Wie geht's, Deutschland?" “ vorzeitig und bezeichnete Moderatorin Marietta Slomka später als „parteiisch“. Das ZDF kontert und spricht von einer AfD-Inszenierung.

AfD-Kandidatin Alice Weidel hat eine Gesprächsrunde zur Bundestagswahl vorzeitig verlassen. dpa

Alice Weidel

AfD-Kandidatin Alice Weidel hat eine Gesprächsrunde zur Bundestagswahl vorzeitig verlassen.

BerlinDie AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel hat am Dienstagabend die ZDF-Wahlsendung „Wie geht's, Deutschland“ im Streit vorzeitig verlassen. Konkreter Auslöser war die Forderung von CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer, sich vom Co-Spitzenkandidaten Alexander Gauland und dem Thüringer AfD-Landesvorsitzenden und Rechtsausleger Björn Höcke zu distanzieren.

Gauland habe Höcke als Seele der AfD bezeichnet, sagt Scheuer. „Für mich ist er einfach ein Rechtsradikaler.“ Weidel verließ daraufhin wortlos ihren Platz am Stehpult der Gesprächsrunde mit insgesamt sieben Politikern - unter Beifall und Johlen des Publikums. „Gehen Sie jetzt?“, fragte Moderatorin Marietta Slomka und erntete ein Nicken.

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Anschließend attackierten Weidel und Gauland Slomka. Sie habe sich „als parteiisch und vollkommen unprofessionell geoutet“, hieß es in einer am Abend verbreiteten Pressemitteilung. „Sie hat sich mit der frechen Intoleranz und der plumpen Argumentation von SPD und Grünen gemein gemacht. Das ist eines öffentlich-rechtlichen Senders nicht würdig.“ Sie fügten hinzu: „Frau Slomka sollte ihre persönlichen Animositäten nicht in den eigenen Sendungen ausleben. Ein weiterer Grund, die Zahlung des Rundfunkbeitrages zu verweigern.“

Das ZDF wies die AfD-Vorwürfe der Parteilichkeit zurück. „Wer austeilt, muss auch einstecken können“, erklärte ZDF-Chefredakteur Peter Frey am Mittwoch per Twitter. Die Moderatorin Marietta Slomka habe sich entgegen der Vorwürfe von Weidel fair verhalten. „Eine Livesendung zu verlassen, bringt zwar politische Aufmerksamkeit, verhindert aber eine politische Auseinandersetzung in der Sache“, erklärte Frey. Er hoffe, dass bei künftigen Wahlformaten nicht Inszenierungen, sondern der politische Streit im Mittelpunkt stünden.

Weitere Gäste der Sendung waren Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU), Justizminister Heiko Maas (SPD), Linken-Chefin Katja Kipping, FDP-Vize Katja Suding (FDP) und der Grünen-Politiker Jürgen Trittin.

Von

dpa

Kommentare (42)

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Herr Peter Spiegel

06.09.2017, 08:14 Uhr

Von Herrn Bosbach lernen heißt siegen lernen.

Herr Karl Gross

06.09.2017, 08:19 Uhr

Von einem CSU Generalsekretär angegangen zu werden, der den Dr. Titel in Böhmen "gemacht" hat, dessen Partei die Grenzen von Passau bis Berlin offen hält und dann als Rechtsradikal verschriehen zu werden wenn man für eine Grenzschließung plädiert, das ist schon komisch. Der Slogan der AfD in Bayern lautet: "Wir machen das, was die CSU verspricht." Die übliche Schelte der unprofessionellen Staatsmedien erspare ich mir.

Herr Günther Heck

06.09.2017, 08:40 Uhr

Man sieht schon in der Überschrift von einem unbekannten Redakteur wie die Menschen ticken.

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