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20.09.2019

00:06

Elektroauto-Ladestationen

Grüne fordern E-Offensive bei der Bundespolizei

Von: Dietmar Neuerer

Eine Million zusätzliche Ladesäulen für E-Autos fordert Bayerns Ministerpräsident Söder. Aus Sicht der Grünen brauchen auch Behörden wie die Bundespolizei eine E-Offensive.

Ein dichtes Netz von Ladestationen gilt als Voraussetzung dafür, dass mehr Elektroautos benutzt und gekauft werden. dpa

E-Ladesäule

Ein dichtes Netz von Ladestationen gilt als Voraussetzung dafür, dass mehr Elektroautos benutzt und gekauft werden.

Berlin Die Grünen fordern einen deutlichen Ausbau von Elektroauto-Ladestationen bei der Bundespolizei. Das geht aus einem Antrag der Bundestagsfraktion für die Innenausschuss-Sitzung am kommenden Mittwoch hervor, der dem Handelsblatt vorliegt.

„Es kann nicht sein, dass die Bundesregierung E-Mobilität auf Wohlfühlterminen als Antriebstechnologie der Zukunft verkündet und noch nicht einmal bereit ist, die Infrastruktur in den eigenen Behörden herzustellen“, sagte die innenpolitische Sprecherin der Grünen, Irene Mihalic, dem Handelsblatt. „Wer umwelt- und klimafreundliche Innovationen befürwortet, muss auch Strukturen und Anreize verbessern.“

Laut dem Antrag sollen zu den bereits bestehenden 30 Ladestationen in den elf Direktionen der Bundespolizei weitere 22 hinzukommen. Ziel ist es, auf diese Weise auch für private E-Fahrzeuge Lademöglichkeiten zu schaffen. Zur Begründung heißt es in dem Antrag: „Bundesbehörden sollten mit gutem Beispiel vorangehen, wenn es darum geht, das Laden beim Arbeitgeber zu ermöglichen und so die Attraktivität von Elektrofahrzeugen für die Beschäftigten zu erhöhen, um damit einen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz zu leisten.“

In jeder Bundespolizeidirektion sollten daher mindestens zwei E-Ladestationen zur Verfügung stehen, an denen auch private Fahrzeuge geladen werden können. Eine entsprechende Ladeinfrastruktur beziffern die Grünen auf 140.000 Euro pro Jahr.

Bisher gibt es in den Liegenschaften der Bundespolizei keine Ladestationen für private Elektro-Autos, -Motorräder und -Roller. Zur Begründung erklärte das Bundesinnenministerium kürzlich dazu, aktuell bestehe „kein erkennbarer Bedarf zum Ausbau von Ladeinfrastrukturen für private Kraftfahrzeuge“. Im Rahmen des Elektromobilitätsprogrammes der Bundesregierung seien „E-Dienstfahrzeuge sowie Ladestationen für die Bundespolizei errichtet“ worden. Die Ladestationen seien „auf den Bedarf der Dienstfahrzeuge ausgerichtet“. Die Bundespolizei beschäftigt bundesweit rund 47.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Söder und Scholz für mehr E-Ladestationen

Ein dichtes Netz von Ladestationen gilt als Voraussetzung dafür, dass mehr Elektroautos benutzt und gekauft werden. Nach Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) lag 2018 der Bestand an Elektro-Pkw lediglich bei rund 83.000 Fahrzeugen. Hinzu kamen 341.000 Hybrid-Pkw – bei einem Gesamtbestand von 57,3 Millionen Kraftfahrzeugen.

Deutlich mehr E-Autos in Deutschland sind auch deshalb notwendig, damit die Autobauer strengere Klimavorgaben der EU erfüllen können.

Auch für die Bundesregierung ist ein Durchbruch der Elektromobilität wichtig, damit Klimaziele 2030 erreicht werden können. Nach der Prognose einer Regierungskommission sind dazu bis 2030 sieben bis zehn Millionen E-Autos nötig.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte sich diese Woche im Handelsblatt für einen massiven Ausbau der Elektromobilität ausgesprochen. „Dazu brauchen wir eine Million neue Ladestationen. Denn das eigentliche Hindernis für den Kauf eines E-Autos ist weniger der Preis als die Infrastruktur“, sagte der CSU-Chef. Gerade auf dem Land würden sich viele Bürger fragen, was ihnen ein Elektroauto bringe, das sie nirgends aufladen könnten.

Auch die SPD sieht Handlungsbedarf und fordert im Rahmen des Klimapakets der Bundesregierung ebenfalls eine Million zusätzliche Ladesäulen für E-Autos. Dabei gehe es um Ladestationen an Straßen und öffentlichen Parkplätzen bis zum Jahr 2025, hatte die „Bild am Sonntag“ berichtet. Sie zitierte Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) mit den Worten, ein zentraler Faktor im Kampf gegen den Klimawandel sei der Umstieg auf abgasfreie Elektro-Autos. Damit diese hier auch gekauft würden, müsse es ausreichend Stationen zur Strom-Betankung geben. „Deshalb braucht unser Land so was wie ein Eine-Million-Ladesäulen-Programm.“

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